VIÖG

VIÖG 62: Werner Maleczek (Hg.), Urkunden und ihre Erforschung. Vorträge der Tagung zum Gedenken an Heinrich Appelt

Werner Maleczek (Hg.),
Urkunden und ihre Erforschung

Vorträge der Tagung zum Gedenken an Heinrich Appelt

 
Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 62
 
2014, 284 S.
29 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
Böhlau
ISBN 978-3-205-78949-9

Dieser Sammelband ist das Ergebnis einer Tagung, die am 24. und 25. Juni 2010 an der Universität Wien im Gedenken an Heinrich Appelt (1910–1998) stattfand. Mit ihr sollte vor allem der Urkundenforscher geehrt werden, der im Rahmen der Kooperation zwischen den Monumenta Germaniae Historica, der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung seine monumentale, fünfbändige Edition der Diplome Kaiser Friedrich Barbarossas als sein eigentliches Lebenswerk schaffen und dabei in mustergültiger Zusammenarbeit mit einem von ihm geprägten Team die Traditionen der Wiener Schule der Diplomatik fortführen konnte.
Die Beiträge behandeln eine breit gestreute Auswahl an Themen der Urkundenforschung und zeigen die Lebendigkeit, Vielfalt und Unentbehrlichket der diplomatischen und hilfswissenschaftlichen Arbeit.


Inhalt
Siglenverzeichnis
Vorwort, S. 13
 
Walter Koch, Heinrich Appelt und die Edition der Diplome Kaiser Friedrich Barbarossas, S. 15-31
 
Theo Kölzer, Konstanz und Wandel. Zur Entwicklung der Editionstechnik mittelalterlicher Urkunden, S. 33-52
 
Irmgard Fees, Zur Bedeutung des Siegels an den Papsturkunden des frühen Mittelalters, S. 53-69
 
Andreas Meyer, Regieren mit Urkunden im Spätmittelalter. Päpstliche Kanzlei und weltliche Kanzleien im Vergleich, S. 71-91
 
Christian Lackner, Die Vielgestaltigkeit der spätmittelalterlichen Herrscherurkunde, S. 93-107
 
Martin P. Schennach, Mittelalterliche Urkunden in Staatsrecht, politischer Kommunikation und Historiographie in der Neuzeit, S. 109-160
 
Christoph Friedrich Weber, Urkunden auf Bildquellen des Mittelalters, S. 161-205
 
Marie Bláhová, Die Herrscherurkunden in den böhmischen Ländern in der Zeit der přemyslidischen Fürsten (bis zum Ende des 12. Jahrhunderts):Formular – Stilistik – Funktion, S. 207-225
 
Benoît-Michel Tock, Actes confirmatifs et vidimus dans le Nord de la France jusqu’à la fin du XIIIe siècle, S. 227-246
 
Juraj Šedivý, Deutschsprachige Beurkundung im Donaugebiet des mittelalterlichen Königreichs Ungarn, S. 247-265
 
Beiträgerinnen und Beiträger
Register

VIÖG 61: Peter Rauscher, Martin Scheutz (Hg.), Die Stimme der ewigen Verlierer. Aufstände, Revolten und Revolutionen in den österreichischen Ländern (ca. 1450-1815)

Peter Rauscher, Martin Scheutz (Hg.),
Die Stimme der ewigen Verlierer.
Aufstände, Revolten und Revolutionen in den österreichischen Ländern (ca. 1450-1815)

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 61)
 
2013, 468 S.
5 Tab. und 28 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 74.80
Böhlau
978-3-205-78907-9 (A), 978-3-486-71962-8 (D)
 

Inhalt
 
Vorwort des Direktors des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, S. 9f.
 
Abkürzungs- und Siglenverzeichnis, S. 11-13
 
I. EINLEITUNG
 
Peter Rauscher und Martin Scheutz, Stimmen ewiger Verlierer? „Unruhen“ als Leerstelle der Forschung zur frühneuzeitlichen Habsburgermonarchie, S. 17-27
 
Karl Vocelka, Makro- und Mikrostruktur von Unruhen in der Habsburgermonarchie der Frühen Neuzeit. Ein Kommentar, S. 29-35
 
II. REGIONALGESCHICHTLICHE SEKTION: AUFSTÄNDE UND UNRUHEN IN DEN „ÖSTERREICHISCHEN“ LÄNDERN
 
Martin Paul Schennach, Ist das gaismairsch exempel noch in gedechtnus. Unruhen in den oberösterreichischen Ländern, S. 39-65
 
Martin Scheutz, Ein tosendes Meer der Unruhe? Konflikte der Untertanen mit der Obrigkeit in Ostösterreich und angrenzenden Regionen vom Spätmittelalter bis zum Ende der Frühen Neuzeit, S. 67-118
 
Jaroslav Čechura, Zu spät und zu friedlich? Die Bauernrevolten in Böhmen und Mähren 1500-1800, S. 119-133
 
Matthias Weber, Bauernunruhen in den Lausitzen und in Schlesien bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges, S. 135-149
 
Géza Pálffy, Ewige Verlierer oder auch ewige Gewinner? Aufstände und Unruhen im frühneuzeitlichen Ungarn, S. 151-175
 
Nataša Štefanec, Soziale Unruhen im Königreich Dalmatien, Kroatien und Slawonien (16.-18. Jahrhundert), S. 177-200
 
Thomas Stockinger, Politische Stille oder Revolution? Das ländliche Niederösterreich im Jahr 1848, S. 201-222
 
III. GROSSE, ALLES ERKLÄRENDE THEORIEN UND IHR BEZUG ZU DEN AUFSTÄNDEN
 
Peter Blickle, Kommunalismus und Unruhen, S. 225-236
 
Peter Rauscher, Krieg - Steuern - Religion - Recht. Staatsgewalt und bäuerlicher Protest in Österreich ob und unter der Enns (16.-18. Jahrhundert), S. 237-272
 
Andreas Würgler, Medien in Revolten - Revolten in Medien. Zur Medialität frühneuzeitlicher Bauernrevolten und Bauernkriege, S. 273-296
 
Wolfgang Behringer, Druck von außen. Panikreaktionen auf Krisenzeiten in Vorderösterreich, S. 297-308
 
IV. SOZIALE STRUKTUREN DER AUFSTÄNDISCHEN: BAUER, BÜRGER, EDELMANN
 
Jiří Dufka, Strategien und Trägerschichten bäuerlicher Unruhen im frühneuzeitlichen Mähren, S. 311-327
 
Andrea Pühringer, Aufruhr - Ausnahmefall oder Strukturelement des Politikgeschehens in vormodernen österreichischen Städten?, S. 329-349
 
Arno Strohmeyer, Die Asymmetrie der politischen Ordnung. Leitvorstellungen des erbländischen Adels beim Verhandeln über Herrschaft im konfessionellen Zeitalter, S. 351-368
 
Alexander Schunka, Revolten und Raum. Aufruhr und Bestrafung im Licht des Spatial Turn, S. 369-385
 
André Holenstein, Händel - Schiedsgerichte - Vermittlungen. Konflikte und Konfliktlösungen in der alten Schweiz, S. 387-413
 
Elisabeth Gruber, Die Aneignung aufrührerischer Elemente als Erinnerungsgeschichte. Das Beispiel Stefan Fadinger, S. 415-430
 
Martina Fuchs, Der unscheinbare Rebell. Stefan Fadinger in Historischer Belletristik, S. 431-454
 
Beiträgerinnen und Beiträger, S. 455f.
 
Birgit Heinzle, Orts- und Personenregister, S. 457-468
 

VIÖG 60: Anita Hipfinger – Josef Löffler et al. (Hg.), Ordnung durch Tinte und Feder?

Anita Hipfinger, Josef Löffler, Jan Paul Niederkorn, Martin Scheutz, Thomas Winkelbauer und Jakob Wührer (Hg.)
Ordnung durch Tinte und Feder?

Genese und Wirkung von Instruktionen im zeitlichen Längsschnitt vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert

2012, 440 S.
24 x 17 cm, Br. Preis: € 59.80
Böhlau
978-3-205-78789-1 (A), 978-3-486-70975-9 (D)

Die Quellengattung Instruktion als Mittel der Herrschaftsdelegation und als Arbeitsanweisung ist bislang kaum systematisch in den Blick der Forschung gelangt, obwohl die archivalische Überlieferung als reichhaltig zu bezeichnen ist. Dieser Band stellt die Genese und Entwicklung dieser in der Diplomatie und in der Herrschaftsverwaltung wichtigen Textsorte anhand von exemplarischen Beispielen vor (Hof, Grundherrschaft, Stadt, kirchliche Einrichtungen, Instruktionen für die Landstände und den Reichstag sowie für reisende Wissenschaftler) und entwickelt deren formalen und inhaltlichen Rahmen. Das Nachleben der Instruktionen im Bereich der Organisationshierarchie (etwa Workflow-Diagramme) verdeutlicht die Bedeutung von Instruktionen für die Rationalisierung von Arbeit.


Inhalt

Siglenverzeichnis (S. 7)

Instruktionen als Leerstelle der Verwaltungsgeschichte und der Quellenkunde.

Zur Vorstellung eines Themenfeldes (S. 13)

Genese und Entwicklung von verschriftlichten Ordnungsvorstellungen

Anton Scharer, Wie der Herrscher seinen Willen kundtat. Ein Versuch, über Instruktionen im Früh- und Hochmittelalter zu handeln (S. 27-38)

Christian Lackner, Spätmittelalterliche Instruktionen aus der Sicht eines Diplomatikers (S. 39-48)

Dietmar Heil, Anfengklich sollet ir inen sagen unser gnad und alles gut. Die Reichstagsinstruktionen und Reichstagsordnungen Kaiser Maximilians I. (1486/93–1519) (S. 49-71)

Jan Paul Niederkorn, Diplomaten-Instruktionen in der Frühen Neuzeit (S. 73-84)

Verschriftlichte Ordnungsvorstellungen im Bereich von Hof und Zentralbehörden

Jaroslava Hausenblasová, Die Privatsphäre des Herrschers zwischen Norm und Praxis. Die Formierung der „Leibkammer“ der österreichischen Habsburger und ihre Stellung in den Hofordnungen und Instruktionen im 16. Jahrhundert (S. 87-105)

Jakob Wührer, Um Nutzen zu fördern und Schaden zu wenden. Entstehung, Verwendung und Wirkung von Instruktionen und das Ringen um gute Ordnung am frühneuzeitlichen Wiener Hof (S. 107-159)

Peter Rauscher, Habsburgische Finanzbehörden und ihr schriftlicher Ordnungsbedarf im 16. und Ordnungsvorstellungen im Bereich grundherrschaftlicher Verwaltung (S. 161-178)

Martin Mutschlechner, Haben danenhero unß auf etliche nachfolgende gesätz undt articulen resolvirt. Genese und Wirksamkeit von Instruktionen am Beispiel der Fürsten von Eggenberg als Herzöge von Krumau (S. 181-199)

Anita Hipfinger, Innovation oder Tradition? Instruktionen für Beamte der Liechtensteinischen Herrschaften Wilfersdorf und Feldsberg im 17. und 18. Jahrhundert (S. 201-226)

Josef Löffler, Erstlichen ist er ihro gnaden, herrn praelathen, mit allen threüen aÿdlich unterworffen. Instruktionen und Ordnungen für die Amtsträger der Stiftsherrschaft Klosterneuburg in der Frühen Neuzeit (S. 227-254)

Vergleichsperspektiven

Peter Tropper, Frühneuzeitliche Instruktionen in geistlichen und in weltlichen Dingen – Fallbeispiel Kärnten (S. 257-269)

Günter Katzler, Von Statuten und Visitationen. Verschriftlichte Ordnungen und ihre Evaluation am Beispiel eines österreichischen Reformverbandes von Augustiner-Chorherren aus dem 15. Jahrhundert (S. 271-297)

Martin Scheutz, Bürgerliche Argusaugen auf städtische Ämter und Bedienstete in der Frühen Neuzeit am Beispiel österreichischer Städte und Märkte (S. 299-335)

Petr Maťa, Verordneteninstruktionen. Normen und Reformen in der landständischen Verwaltung der niederösterreichischen Ländergruppe (17. und 18. Jahrhundert) (S. 337-380)

Gernot Peter Obersteiner, Zum Instruktionswesen der steirischen Landstände vom 16. bis frühen 19. Jahrhundert (S. 381-390)

Marianne Klemun, Verwaltete Wissenschaft – Instruktionen und Forschungsreisen (S. 391-412)

Instruktionen – Organisationsstrukturen – Arbeitsplatzbeschreibungen

Johannes M. Lehner, Funktion und Mehrwert von Instruktionen in der (historischen) Entwicklung der Organisationshierarchie (S. 415-432)

Stefan Brakensiek, Einige kommentierende Bemerkungen (S. 433-438)

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren (S. 439f)
 

VIÖG 59: Christina Lutter (Hg.), Funktionsräume, Wahrnehmungsräume, Gefühlsräume

Christina Lutter (Hg.)

Funktionsräume, Wahrnehmungsräume, Gefühlsräume

Mittelalterliche Lebensformen zwischen Kloster und Hof

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 59)

2011, 171 S.
24 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 39.80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-205-78663-4 (A), 978-3-486-70396-2 (D)

Die mittelalterlichen Räume „Kloster“ und „Hof“ wurden in modern-disziplinärer Perspektive oft getrennt voneinander untersucht. Die hier versammelten interdisziplinären Beiträge fragen dagegen nach den Beziehungen zwischen diesen Lebensräumen und fokussieren dabei thematisch auf Repräsentationsformen von Gefühlen, die in Texten, Bildern und „Dingen“ greifbar werden. Antike und frühmittelalterliche Gefühlskonzepte werden auf ihre Aneignung in der monastischen und höfischen Praxis befragt. In Analysen verschiedener Kommunikationsformen, ihren Medien und Inhalten und emotionalen „Kodierungen“ vereint der Band methodische Impulse zur Erforschung ähnlicher Vorstellungs- und Darstellungsmuster in zeitlich und räumlich unterschiedlichen Kommunikationszusammenhängen und liefert Beiträge zur aktuellen kulturgeschichtlichen Diskussion der Kategorien „Raum“ und „Emotionen“.


Inhaltsverzeichnis

Christina Lutter, Stefanie Kollmann, Maria Mair: Einleitung, S. 9-15

Albrecht Diem: Disimpassioned Monks and Flying Nuns. Emotion Management in Early Medieval Rules, S. 41-58

Barbara Schedl: Hof – Stadt – Kloster. Zu Funktions- und Gefühlsräumen mittelalterlicher Frauenklöster in Wien, S. 41-58

Meta Niederkorn-Bruck: Musik in der Liturgie des Klosters (rezipieren und reproduzieren), S. 59-80

Eva Cescutti: Lieben auf Lateinisch - Emotion oder rhetorische Codierung? Zu den Epistolae Duorum Amantium 24 und 25, S. 81-94

Karl Brunner: Quaedam effigies praesentiae. Wahrnehmungsräume in Briefen, vornehmlich an Frauen, S. 95-108

Johann Tomaschek: Vivet in Admundo sacra concio mortua mundo. Ein spirituell-monastisches „Programm“ und seine eigenwillige graphische Umsetzung, S. 109-119

Christina Lutter: Affektives Lernen im höfischen und monastischen Gebrauch von exempla, S. 121-143

Frank Brandsma: The Transfer of “Religious” Emotions by Means of Mirror Characters (St. Brandaan, Hartmann’s Gregorius and The Book of Margery Kempe), S. 145-153

Matthias Meyer: Liebe / Trauer zwischen Hof und Kloster im mittelhochdeutschen Prosalancelot. Der Fall Dolorose Garde, S. 155-165

VIÖG 58: Joachim Bahlcke - Thomas Winkelbauer (Hg.), Schulstiftungen und Studienfinanzierung

Joachim Bahlcke und Thomas Winkelbauer (Hg.)

Schulstiftungen und Studienfinanzierung

Bildungsmäzenatentum in den böhmischen, österreichischen und ungarischen Ländern, 1500-1800

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 58)

2011, 406 S.
14 s/w-Abb. und 10 Grafiken, 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-205-78446-3 (A), 978-3-486-70430-3 (D)

Die Konkurrenz der Konfessionen führte im 16. und 17. Jahrhundert in ganz Europa zum verstärkten Ausbau des Bildungswesens, gefördert von Städten, Grundherren, Landesfürsten und Kirchen. Ungeachtet eines zeitlichen Vorsprungs der Reformation vor der Regeneration der alten Kirche und der Unterschiede zwischen den Konfessionen lief der Vorgang doch im Wesentlichen nach ähnlichen Mustern ab. Der Band vereint rund 20 Aufsätze deutscher, österreichischer, russischer, slowakischer, tschechischer und ungarischer Historikerinnen und Historiker zu ausgewählten Aspekten des Bildungsmäzenatentums in den böhmischen, österreichischen und ungarischen Ländern in der Frühen Neuzeit. Neben Fallstudien zu verschiedenen Ländern der Habsburgermonarchie enthält er auch systematische und vergleichende Beiträge.
 

 

Inhalt

Joachim Bahlcke und Thomas Winkelbauer, Einleitung (S. 9-14)

I Grundlagen

Anton Schindling, Bildung und wahrer Glaube. Konfessionen, Konfessionalisierung und Multikonfessionalität als ein Grundproblem der europäischen Geschichte im 16. und 17. Jahrhundert (S. 17-38)

Stefan Ehrenpreis, Bildungsoffensiven als Politikum? Frühneuzeitliche Schulbildung zwischen Konfessions- und Finanzpolitik (S. 39-59)

Jonas Flöter, Mäzenatentum und Stiftungswesen. Historisch-systematische Betrachtungen zur Entwicklung der Begriffe (S. 61-72)

Thomas Winkelbauer, Kollektive Identitäten des Adels der österreichischen und böhmischen Länder während der Frühen Neuzeit (S. 73-90)


II Schulen für Evangelische im 16. Jahrhundert

Martin Holý, Bildungsmäzenatentum und Schulgründungen des Adels für Protestanten in Böhmen und Mähren (1526–1620) (S. 93-107)

Christine Absmeier, Zum Wohle der patria. Schlesische Schulstiftungen im 16. Jahrhundert (S. 109-126)


III Schul- und Studienstiftungen im 16. und 17. Jahrhundert

Joachim Bahlcke, Bergesche Stipendien. Zielsetzung und Indienstnahme einer frühneuzeitlichen Studienstiftung im konfessionellen Zeitalter (S. 129-151)

Uwe Koch, Bildungsmäzenatentum in Bautzen. Die Stiftungen von Dr. Gregor Mättig (S. 153-170)

István Fazekas, Schulstiftungen und Studienfinanzierung im dreigeteilten Königreich Ungarn während des 16. und 17. Jahrhunderts (S. 171-185)

Julian Kümmerle, Sprachgeschichte auf der Bühne? Die Stiftung des deutschen Schulactus am Breslauer Magdalenengymnasium 1690 (S. 187-195)

Walpurga Oppeker, Joachim Enzmilner, Graf von Windhag (1600–1678). Fallbeispiele zum frühneuzeitlichen Bildungsmäzenatentum in Österreich ob und unter der Enns (S. 197-228)


IV Die Schulen der Jesuiten und anderer Orden

Kateřina Bobková-Valentová, Studienstiftungen für Schüler der Jesuitenschulen der Böhmischen Ordensprovinz (S. 231-251)

Stefan Samerski, Olmütz als Drehkreuz des ostmitteleuropäischen Priesternachwuchses? Das Bildungsmäzenatentum der Olmützer Jesuiten im 16. bis 18. Jahrhundert (S. 253-262)

Astrid von Schlachta, Stiftungen, Stipendien und Kredite. Die Bildungsstätten der Jesuiten in Tirol (S. 263-278)

Arthur Stögmann, Klöster und Schulen der Piaristen in Mähren und Niederösterreich: Motive der Stifter und Finanzierung (S. 279-296)

Hedvika Kuchařová, Stiftungen für Gymnasialstudien und das Prager Kloster Strahov im 17. Jahrhundert (S. 297-314)


V Das 18. Jahrhundert

Regina Pörtner, Mission, Nation und Mäzenatentum in Ungarn, 1561–1712 (S. 317-327)

Ingrid Kušniráková, Adelskonvikte in Ungarn im 17. und 18. Jahrhundert (S. 329-350)

Olga Khavanova, Königliche Stipendien als Instrument der Sozialpolitik im Ungarn des 18. Jahrhunderts (S. 351-369)

Ivo Cerman, Adelige Landschulen für arme Kinder in Böhmen (S. 371-381)


Abkürzungs- und Siglenverzeichnis
Abbildungsnachweis
Namenregister
    Personen
    Orte
Autorinnen und Autoren


 

VIÖG 57: Michael Hochedlinger - Thomas Winkelbauer (Hg.), Herrschaftsverdichtung, Staatsbildung, Bürokratisierung

Michael Hochedlinger und Thomas Winkelbauer (Hg.)

Herrschaftsverdichtung, Staatsbildung, Bürokratisierung

Verfassungs-, Verwaltungs- und Behördengeschichte der Frühen Neuzeit

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 57)

2010, 542 S.
33 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 69.80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-205-78576-7 (A), 978-3-486-59767-7 (D)

Der Band enthält die Vorträge der gleichnamigen internationalen Tagung, die im September 2008 in Wien mit Referentinnen und Referenten aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Tschechien und Ungarn vom Institut für Österreichische Geschichtsforschung in Zusammenarbeit mit dem Haus-, Hof- und Staatsarchiv veranstaltet wurde. Er widmet sich vernachlässigten Subdisziplinen der Frühneuzeitforschung, die am Institut für Österreichische Geschichtsforschung seit über 100 Jahren in Forschung und Lehre betrieben werden. Tagung und Tagungsband verstehen sich nicht zuletzt als Auftakt zu den drei Bänden des von Michael Hochedlinger, Petr Maťa und Thomas Winkelbauer herausgegebenen Handbuchs "Verwaltungsgeschichte der Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit". Die Beiträge widmen sich – in international vergleichender Perspektive – unter anderem den folgenden Themen: Standortbestimmung in Forschung und akademischer Lehre; Definitionen und Abgrenzungen zwischen Verfassungs-, Verwaltungs- und Behördengeschichte; Sollzustand (Perspektiven und Desiderate) in Forschung und Lehre; Nutzen und Potential der Disziplin(en) für Historikerinnen und Historiker, Archivarinnen und Archivare.
 

Inhaltsverzeichnis

    * Vorwort der Herausgeber
    * Thomas Winkelbauer, „Verwaltungsgeschichte der Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit“ in drei Bänden – ein groß angelegtes internationales Kooperationsprojekt

I. Forschungsgeschichte

    * Michael Hochedlinger, Verfassungs-, Verwaltungs- und Behördengeschichte der Frühen Neuzeit. Vorbemerkungen zur Begriffs- und Aufgabenbestimmung
    * Wolfgang Neugebauer, Preußische Traditionen der Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte
    * Olivier Poncet, L’histoire des institutions de l’époque moderne en France depuis le XIXe siècle

II. Die Lehre

    * Christian Neschwara, Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte in der rechtshistorischen Forschung und Lehre: Aktueller Stellenwert und Zukunftsperspektiven an den österreichischen Rechtsfakultäten
    * Rainer Polley, Verfassungs-, Verwaltungs- und Behördengeschichte im Rahmen der bundesdeutschen Archivarsausbildung
    * Margit Ksoll-Marcon, Verfassungs-, Verwaltungs- und Behördengeschichte im Rahmen der bayerischen Archivarsausbildung
    * Peter Csendes, Verwaltungs- und Behördengeschichte in der archivwissenschaftlichen Ausbildung. Erfahrungen aus zehn Jahren Lehre am Institut für Österreichische Geschichtsforschung

III. Wege der Forschung: „Klassische“ und „alternative“ Zugänge

    * Peter Rauscher, Verwaltungsgeschichte und Finanzgeschichte. Eine Skizze am Beispiel der kaiserlichen Herrschaft (1526–1740)
    * Walter Demel, „Revolutionen von oben“? Verfassungs- und Verwaltungsreformen in der Zeit des Aufgeklärten Absolutismus
    * Matthias Schnettger, Reichsgeschichte als Verfassungs-, Verwaltungs- und Behördengeschichte
    * Karl Härter, Die Verwaltung der „guten Policey“: Verrechtlichung, soziale Kontrolle und Disziplinierung
    * Stefan Brakensiek, Verwaltungsgeschichte als Alltagsgeschichte. Zum Finanzgebaren frühneuzeitlicher Amtsträger im Spannungsfeld zwischen Stabsdisziplinierung und Mitunternehmerschaft

IV. Das Beispiel der Habsburgermonarchie: Forschungsstand und Desiderate

    * Michael Hochedlinger, Stiefkinder der Forschung. Verfassungs-, Verwaltungs- und Behördengeschichte der frühneuzeitlichen Habsburgermonarchie. Probleme – Leistungen – Desiderate
    * Christian Lackner, Die Entwicklung der landesfürstlichen Räte, Kanzleien und Verwaltungsapparate im Spätmittelalter und an der Wende zur Neuzeit in den österreichischen Ländern
    * Gernot Peter Obersteiner, Verwaltungsgeschichte der österreichischen Länder 1519–1848. Ein bibliographischer Überblick
    * Petr Maťa, Verwaltungs- und behördengeschichtliche Forschungen zu den böhmischen Ländern in der Frühen Neuzeit. Kurzer Überblick über vier lange Forschungstraditionen
    * István Fazekas, Die Verwaltungsgeschichte des Königreichs Ungarn und seiner Nebenländer (1526–1848)
    * Elisabeth Garms-Cornides, Die italienischen Territorien der Habsburgermonarchie 1714–1797. Forschungsstand und Forschungsperspektiven in Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte
    * Renate Zedinger, Die belgischen Provinzen der Habsburgermonarchie (1714–1794/1797)

    * Abbildungsverzeichnis
    * Siglenverzeichnis
    * Verzeichnis der Autorinnen und Autoren
 

 

VIÖG 56: Kurt Mühlberger - Meta Niederkorn-Bruck (Hg.), Die Universität Wien im Konzert europäischer Bildungszentren

Kurt Mühlberger und Meta Niederkorn Bruck (Hg.)

Die Universität Wien im Konzert europäischer Bildungszentren

14.-16. Jahrhundert

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 56)

Wien/München 2010, 278 S.
26 s/w- u. 3 farb. Abb.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
Böhlau
978-3-205-78490-6 (A), 978-3-486-59224-5 (D)

Die von Herzog Rudolf IV. am 12. März 1365 gegründete Alma Mater Rudolphina hat das "Konzert europäischer Universitäten" um eine wesentliche Stimme erweitert. Nach der Prager Karlsuniversität (1347/48), dem ersten beständigen Generalstudium nördlich der Alpen, hatte eine Gründungswelle eingesetzt, die die Bildungslandschaft des Reiches und darüber hinaus entscheidend prägte. Durch die Mobilität von Lehrenden und Lernenden war die Einbindung in das internationale Netzwerk des Wissens gewährleistet.

Im Jahre 2007 wurde der Wiener Arbeitskreis für Universitätsgeschichte als eine Kooperation des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung und des Archivs der Universität Wien ins Leben gerufen und dazu international renommierte Historikerinnen und Historiker eingeladen. Es wurde versucht, den Standort des Wiener Studiums im großen "europäischen Orchester der Wissenschaft" zu bestimmen.


Inhaltsverzeichnis


    * Inhalt
    * Vorwort
    * Einleitung
    * Siglenverzeichnis

I. Gründung und Verankerung im Umfeld

    * Karl Ubl, Die Universität als Pfaffenstadt. Über ein gescheitertes Projekt Rudolfs IV. (S. 17–26)
    * Harald Berger, Personen, Lehrveranstaltungen und Handschriften aus der Frühzeit der Universität Wien (S. 27–36)
    * Christian Lackner, Wissen für den Hof. Die Universität Wien und der Hof der österreichischen Herzoge im späten 14. und frühen 15. Jahrhundert (S. 37–51)
    * Kurt Mühlberger, Universität und Stadt im 14. und 15. Jahrhundert am Beispiel Wiens. Wesentliche Grundlagen und ausgewählte Szenen einer „konfliktbeladenen Harmonie“ (S. 53–83)

II. Lehrende, Lernende und Lehrinhalte

    * Christine Glassner, Wiener Universitätshandschriften in Melk. Bemerkungen zum Lehrbetrieb an der Artistenfakultät (S. 87–99)
    * Christian Hesse, Der Blick von außen. Die Anziehungskraft der spätmittelalterlichen Universität Wien auf Studenten und Gelehrte (S. 101–112)
    * Meta Niederkorn-Bruck, Die Stimme der Universität Wien im mehrstimmigen Satz des Wissenskonzertes im ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhundert (S. 113–140)
    * Ulrike Denk, Studentische Armut an der Universität Wien in der Frühen Neuzeit im Spiegel der Verfügungen der landesfürstlichen Behörden (S. 141–158)

III. Quellen und Quellenerschliessung

    * Peter Csendes, Universität und Stadt: Universitätsangehörige im Spiegel städtischer Quellen am Beispiel Wiens (S. 161–167)
    * Thomas Kühtreiber, Universitätsgeschichte aus Schutt und Scherben – Die Wiener Universität bis zur Errichtung der Jesuitenuniversität 1623–1654 aus archäologischer Sicht (S. 169–205)
    * Meta Niederkorn-Bruck, Die Universität und die Verschriftlichung ihrer Identität. Überlegungen zu den Acta Universitatis Vindobonensis (S. 207–212)
    * Johannes Seidl, Der Nachlass Paul Uiblein – eine bedeutende Quelle zur Erforschung der Frühgeschichte der Universität Wien. Ein Werkstattbericht (S. 213–219)

IV. Humanistische und Jesuitische Einflüsse

    * Helmuth Grössing, Die Lehrtätigkeit des Konrad Celtis in Wien. Ein Rekonstruktionsversuch (S. 223–233)
    * Marija Wakounig, Lukas Drinak alias iz Dobrepolj alias Gutenfelder alias Bonicampius alias Agathopedius (S. 235–244)
    * Gernot Heiss, Die Wiener Jesuiten und das Studium der Theologie und der Artes an der Universität und im Kolleg im ersten Jahrzehnt nach ihrer Berufung (1551) (S. 245–268)

    * Namenregister
    * Die Autorinnen und Autoren
    * Bildnachweis

VIÖG 55: Ines Peper, Konversionen im Umkreis des Wiener Hofes um 1700

Ines Peper

Konversionen im Umkreis des Wiener Hofes um 1700

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 55)

2010, 285 S.
26 s/w-Abb. u. 3 farb. Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 39,80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-205-78486-9 (A), 978-3-486-59225-2 (D)

Ausgehend vom Konzept der konfessionellen Grenze untersucht Ines Peper soziale, religiöse und politische Aspekte von Konversionen im Umkreis des Wiener Hofs. Die Reihe der behandelten Konvertiten reicht von Kaiserin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel (der Mutter Maria Theresias) über Angehörige von Hofdienst, Militär und Reichsbürokratie bis zu den Almosenempfängern der kaiserlichen Konvertitenkasse. Durch die Zusammenschau von Archivquellen, gedruckten Konversionserzählungen und populärer Kontroversliteratur rekonstruiert sie den zeitgenössischen Diskurs zum Thema Konversion.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Abkürzungsverzeichnis
Siglenverzeichnis

Einleitung

  • Forschungsüberblick
  • Fragestellung, Quellen und Methode
  • Begriffsgeschichte

I. Fürstenkonversionen und Kirchenreunionsverhandlungen in ihrem Verhältnis zur kaiserlichen Reichspolitik nach 1648

I.1. Konversionen protestantischer Reichsfürsten (1650–1750)
I.2. Verhandlungen zur Wiedervereinigung der christlichen Kirchen im Reich als Hintergrund von Fürstenkonversionen

II. Die Konvertitenkasse des Wiener Hofs im Kontext der habsburgischen Religionspolitik

 

VIÖG 54: Hansdieter Körbl, Die Hofkammer und ihr ungetreuer Präsident

Hansdieter Körbl

Die Hofkammer und ihr ungetreuer Präsident

Eine Finanzbehörde zur Zeit Leopolds I.

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 54)

2009, 606 S.
12 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 69,80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-205-78376-3 (A), 978-3-486-59076-0 (D)

Die kaiserliche Hofkammer war zur Zeit Kaiser Leopolds I. die oberste Finanzbehörde seiner Länder und des Reiches. Ihre Aufgabe war, für die Finanzierung des Kaiserhofes zu sorgen und die notwendigen Finanzen zur Kriegsführung bereitzustellen. Das vorliegende Buch befasst sich detailliert mit den Aufgaben, der Struktur, der Arbeitsweise dieser Behörde und mit den darin beschäftigten Personen. Außerdem wird der Strafprozess gegen den Hofkammerpräsidenten Georg Ludwig Sinzendorf im Detail vorgestellt und dessen Hintergründe werden eingehend analysiert. Aus der Auswertung des erstmalig durchgearbeiteten umfangreichen Quellenbestandes lässt sich die Dynamik des Verfahrens von den Anfängen bis zur Erfüllung des Urteils spannend miterleben. Eine Edition zu grundlegenden Akten (Instruktionen für die Hofkammer) schließen diese Grundlagenarbeit ab.

Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort ... 11
II. Einführung ... 13
II.1 Zum Forschungsstand ... 17
II.2 Die Quellen ... 24
III. Die Hofkammer unter Leopold I. (1657-1705) ... 34
III.1 Die Hofkammer in ihrer Zeit ... 34
III.1.1 Die Hofkammer seit ihrer Entstehung ... 34
III.1.2 Die Hofkammer in ihrem politischen und wirtschaftlichen Umfeld ... 40
III.2 Die Hofkammer und ihre Aufgaben ... 43
III.2.1 Der Unterhalt des Hofes ... 45
III.2.2 Die Landtagsbewilligungen ... 46
III.2.3 Mitwirkung bei militärischen Angelegenheiten (Punkte 3 bis 5) ... 48
III.2.4 Kontrolle des Kammergutes und Aufsicht über die Ämter und Kammern ... 49
III.2.5 Finanzielle Überwachung des Gnaden- und Pensionswesens ... 51
III.2.6 Aufgaben als Reichshofkammer ... 51
III.2.7 Staatsschuldenwesen, Rechnungswesen, zentraler Zahlungsverkehr ... 52
III.2.8 Budgetwesen ... 53
III.2.9 Finanzierung ... 54
III.2.10 Wirtschaftspolitik ... 56
III.3 Die Einbindung der Hofkammer in die allgemeine Verwaltungsstruktur ... 58
III.3.1 Der Hof und die Zentralstellen ... 58
III.3.2 Deputationen und Kommissionen ... 62
III.3.3 Die Beziehung der Hofkammer zu den Landesbehörden ... 64
III.3.4 Die Finanzbehörden unterer Ebenen und die Hofkammer ... 68
III.4 Die innere Struktur der Hofkammer ... 73
III.4.1 Der Hofkammerrat als Leitungskollegium ... 74
III.4.2 Die Hilfsorgane des Hofkammerrates ... 78
III.4.3 Die der Hofkammer unterstellten Hilfsämter ... 82
III.5 Die 'Kammer' – Der Sitz der Hofkammer ... 88

 

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VIÖG 53: Roman Zehetmayer, Urkunde und Adel

Roman Zehetmayer

Urkunde und Adel

Ein Beitrag zur Geschichte der Schriftlichkeit im Südosten des Reichs vom 11. bis zum frühen 14. Jahrhundert

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 53)

2009, 388 S.
11 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 54,80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-205-78413-5 (A), 978-3-486-59123-1 (D)

Im 11. Jahrhundert spielten Urkunden und andere Schriftstücke für Laien kaum eine Rolle, im frühen 14. Jahrhundert aber waren auch für diese schriftlich fixierte Rechtsgeschäfte beinahe zu einer Selbstverständlichkeit geworden. In der vorliegenden Studie werden nun die Gründe für das lange Vorherrschen des Zeugenbeweises und die wenigen auf Veranlassung des Adels niedergeschriebenen Traditionsnotizen analysiert. Die Arbeit zeigt, wie sich die Siegelurkunde und die Schriftlichkeit in Adelskreisen durchsetzten, welche Veränderungen in der adeligen Lebenswelt dieser Entwicklung zugrunde lagen und welch wichtige Rolle den Notaren dabei zukam.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ... 9
Einleitung ... 11
I. Adel und Notitia ... 19
I. 1. Notitien des Adels ... 19
I. 1. 1. Systematischer Teil ... 19
I. 1. 2. Zu Überlieferung und Archivierung ... 39
I. 1. 3. Zum Schreibpersonal im Umkreis des Adels bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts ... 46
I. 1. 4. Schlussfolgerungen ... 52
I. 2. Adel und Rechtsgeschäft ... 54
I. 2. 1. Zeugenbeweis, Offenkundigkeit und Zweikampf ... 55
I. 2. 2. Beweiskraft durch Niederschrift und Eintrag in Traditionsbücher – Bedeutung von Symbolen und Memoria ... 64
I. 2. 3. Zur Rechtspraxis ... 76

II. Der Adel und die Durchsetzung der Siegelurkunde bis um 1230 ... 87
II. 1. Adelsarchive und Überlieferung ... 87
II. 2. Siegelführung, Urkundenwesen und Notare des Adels bis 1200 ... 98
II. 3. Siegelführung, Urkundenwesen und Notare des Adels im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts ... 124
II. 3. 1. Siegelführung und Intitulationes ... 124
A. Herren von Stubenberg ... 125
B. Herren von Pettau ... 128
C. Herren von Liechtenstein ... 130
D. Herren von Kuenring ... 131
E. Grafen von Hardegg ... 136
F. Tabellarische Auflistung der Siegel weiterer Familien und Schlussfolgerungen ... 138
II. 3. 2. Urkundenwesen und Notare ... 150
II. 4. Erklärungsversuch ... 163

III. Notare, Urkundenwesen und Schriftlichkeit des Adels von um 1230 bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts ... 173
III. 1. Notare, Urkundenwesen und Schriftlichkeit des Adels am Beispiel ausgewählter Familien ... 173
III. 1. 1. Herren von Stubenberg ... 173
A. Die Notare Gottfried und Dietrich von Kapfenberg ... 174
B. Notare und Urkundenwesen am Ende des 13. Jahrhunderts ... 178
C. Heinrich der schreiber ... 181
D. Frühe Dorsualregesten ... 185
III. 1. 2. Herren von Pettau ... 186
A. Notar Leopold ... 186
B. Notar Magister Helwig ... 190
C. Notar Eberwinus ... 191
D. Bemerkungen zur Überlieferung und Schriftlichkeit ... 192
E. Die Notare Ortlin und Wolfhart und das Urkundenwesender Pettauer am Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jahrhunderts ... 195
III. 1. 3. Herren von Liechtenstein ... 198
A. Zum Urkundenwesen bis zum Ende des 13. Jahrhunderts ... 198
B. Die Notare Meinhard und Konrad von Frauenburg – Schreiberhände und Urkundenwesen um 1300 ... 200
C. Das Vormerk- und Rechnungsbuch Ottos des Jüngeren (um 1330) ... 205
III. 1. 4. Herren von Kuenring ... 211
A. Scriba Ulrich und weitere Notare um die Mitte des 13. Jahrhunderts ... 211 B. Notare und Urkundenwesen der Linie Kuenring-Weitra bis etwa 1300 ... 214
C. Notare, Urkundenwesen und Schriftlichkeit unter Leutold von Kuenring bis 1300 ... 216
D. Notare und Urkundenwesen der Herren von Kuenring zu Beginn des 14. Jahrhunderts ... 226
III. 1. 5. Grafen von Hardegg ... 229
A. Notare der Grafen von Plain-Hardegg (bis 1260) ... 230
B. Urkundenwesen und Schriftlichkeit der Grafen von Hardegg von 1260 bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts ... 233
III. 2. Die Notare weiterer Adelsfamilien ... 236
III. 2. 1. „Kurzporträts“ der Notare ausgewählter Adelsfamilien ... 237
A. Herren von Maissau ... 237
B. Herren von Seefeld-Feldsberg ... 238
C. Herren von Wallsee ... 239
D. Herren und Grafen von Schaunberg ... 241
E. Herren von Ebersdorf ... 244
F. Herren von Kranichberg ... 245
G. Herren von Peggau/Grafen von Pfannberg ... 247
H. Herren von Wildon ... 250
I. Freie von Sannegg/Grafen von Cilli ... 252
J. Kärntner Adelsfamilien ... 254
III. 2. 2. Bemerkungen zu weiteren Adelsnotaren ... 256
III. 3. Zusammenfassende Bemerkungen zu den Notaren und zur Entwicklung des Urkundenwesens ... 261
III. 3. 1. Zur Entwicklung des Urkundenwesens ... 261
III. 3. 2. Zu den Notaren ... 272

Schlussbetrachtung ... 291

Siglen und Abkürzungen ... 301
Quellen- und Literatur ... 304
Register der behandelten Urkunden ... 347
Namen- und Sachregister ... 356
Abbildungen ... 378

VIÖG 52: Rainer Murauer, Die geistliche Gerichtsbarkeit im Salzburger Eigenbistum Gurk

Rainer Murauer

Die geistliche Gerichtsbarkeit im Salzburger Eigenbistum Gurk

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 52)

2009, 210 S.
2 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 29.90
Böhlau
978-3-205-77939-1 (A), 978-3-486-58937-5 (D)

Das von Salzburg aus im 11. Jahrhundert eingerichtete Bistum Gurk ist Vorläufer der heutigen Diözese Gurk-Klagenfurt. Das Buch erhellt einen entscheidenden Abschnitt der Gurker Geschichte, in dem das Bistum einerseits eine wichtige Rolle im Salzburger Diözesanverband spielte, andererseits seine Emanzipation aus der engen Abhängigkeit von den Erzbischöfen anstrebte. Beide Phänomene sind nur vor dem Hintergrund des großen intellektuellen Aufbruchs Europas im 12. Jahrhundert zu verstehen, zu dessen Aspekten auch die Ausbildung eines systematischen Kirchenrechts gehört. Das Ringen um die Anwendung dieses gesamteuropäischen, internationalen Rechts gehört zu den grundlegenden Prozessen, die weit über die Kirche hinaus wirkten, zu einer Verrechtlichung und Systematisierung auch des politischen Lebens führten, zur Bildung der Länder und letztlich des europäischen Staatensystems beitrugen, aber auch tief in das Alltagsleben der Menschen eingriffen.

Zwei "Handlungsstränge" ziehen also durch das Buch. Einer ist die Anwendung des gelehrten kanonischen Rechts durch die Gurker Bischöfe, oft in enger Kooperation mit den Salzburger Erzbischöfen. Das zweite große Thema ist der Streit um die Freiheit der Bischofswahl durch das Domkapitel von Gurk, die das kanonische Recht forderte, während die Salzburger Erzbischöfe das Besetzungsrecht in der Hand behalten wollten. Diese Frage konnte nur auf höchster Ebene geklärt werden, und so kam es zu langen und mit großem Raffinement geführten Prozessen vor der päpstlichen Kurie, die ihrerseits wieder viel modernes Wissen ins Land brachten. Die Arbeit analysiert die kanonisch-rechtlichen Grundlagen und ihre Umsetzung und leistet damit eine Art "Übersetzungs- und Erschließungsarbeit" dieses spezialisierten Themenbereichs. Sie fügt sich in die Reihe jener Studien, die die Rezeption des gelehrten Rechts auf diözesaner Ebene untersuchen, und ist ein weiterer Baustein für die Erforschung dieses gesamteuropäischen Phänomens.


Inhalt

Vorwort
Einleitung
I. Die Rechtsstellung des Eigenbistums Gurk im 11. und 12. Jahrhundert
II. Der Anteil Gurks am erzbischöflichen Gericht
1. Die Epoche Romans I. (1131–1167)
2. Die Nachfolger Romans I.: Heinrich I. bis Ekkehard (1167–1200)
III. Die Delegationsgerichtsbarkeit des Papstes
IV. Das Gericht des Salzburger Erzbischofs in Gurker Angelegenheiten
V. Methoden der gütlichen Streitbeilegung – Vergleich und Schiedsgericht
1. Der Vergleich
2. Das Schiedsverfahren
Exkurs I: Der Streit zwischen dem Erzbischof von Salzburg und dem Gurker Domkapitel um die Besetzung des Gurker Bischofsstuhles (1180–1232)
Exkurs II: Der Streit um die Kirche St. Lorenzen am Steinfeld Zusammenfassung: Das Eindringen des neuen Rechts in der Diözese Gurk
Anhang: Papsturkunden zum Streit um die Besetzung des Gurker Bischofsstuhles
Abkürzungs- und Siglenverzeichnis
Quellen- und Literaturverzeichnis
Quellen
Literatur
Index

VIÖG 51: Rudolf Leeb - Martin Scheutz - Dietmar Weikl (Hg.), Geheimprotestantismus und evangelische Kirchen in der Habsburgermonarchie und im Erzstift Salzburg

Rudolf Leeb, Martin Scheutz und Dietmar Weikl (Hg.)

Geheimprotestantismus und evangelische Kirchen in der Habsburgermonarchie und im Erzstift Salzburg

(17./18. Jahrhundert)

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 51)

2009, 528 S.
15 s/w-Abb. u. Karten, 24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 55.-
Böhlau
ISBN: 978-3-205-78301-5 (A), 978-3-486-58934-4 (D)

Der zwischen Tolerierung bzw. rechtlicher Anerkennung und Verfolgung pendelnde Protestantismus in der Habsburgermonarchie bildet das Thema dieses auf dem gegenwärtigen Forschungsstand als Überblick angelegten Bandes. Repression, Emigration, Deportation in den Erbländern bzw. in Böhmen/Mähren stehen neben der Duldung des Protestantismus in Ungarn. Neben Länderüberblicken (Böhmen/Mähren, Ungarn, Schlesien, die österreichischen Erbländer in Einzelbeiträgen, das Erzstift Salzburg) wird das Thema (mit Schwerpunkt auf die österreichischen Erbländer) auch mittels aspektorientierter Beiträge erarbeitet: der reichsrechtliche Rahmen des österreichischen Protestantismus, die päpstliche Kurie und der österreichische Geheimprotestantismus, Transmigration und Emigration, Missionswesen, Konversionen und die Frömmigkeit der österreichischen Geheimprotestanten.
Mit Beiträgen von Zoltan Csepregi, Elisabeth Garms-Cornides, Andreas Hochmeier, Rudolf K. Höfer, Ute Küppers-Braun, Rudolf Leeb, Ondřej Macek, Martin Scheutz, Astrid von Schlachta, Alexander Schunka, Karl W. Schwarz, Stephan Steiner, Christine Tropper, Dietmar Weikl

Inhaltsverzeichnis

(I) Einleitung

  • Rudolf Leeb/Martin Scheutz/DietmarWeikl, Mühsam erkämpfte Legalität und widerstrebende Duldung. Der Protestantismus in der Habsburgermonarchie im 17. und 18. Jahrhundert
  • Martin Scheutz, Konfessionalisierung von unten und oben sowie der administrative Umgang mit Geheimprotestantismus in den österreichischen Erbländern
  • Karl W.Schwarz, Zur rechtsgeschichtlichen Einordnung des österreichischen Geheimprotestantismus

(II) Länderbeiträge

  • Astrid von Schlachta, Die Emigration der Salzburger Kryptoprotestanten
  • Rudolf Höfer, Geheimprotestantismus in der Steiermark
  • Christine Tropper, Geheimprotestantismus in Kärnten
  • Andreas Hochmeir, Geheimprotestantismus in Oberösterreich
  • MartinScheutz, Eine fast vollständige Tilgung des Protestantismus und ein handfester Neubeginn. (Geheim-)Protestantismus in Niederösterreich im 17. und 18. Jahrhundert
  • MartinScheutz, Legalität und unterdrückte Religionsausübung. Niederleger, Reichshofräte, Gesandte und Legationsprediger. Protestantisches Leben in der Haupt- und Residenzstadt Wien im 17. und 18. Jahrhundert
  • Ondřej Macek, Geheimprotestanten in Böhmen und Mähren im 17. und 18. Jahrhundert
  • Alexander Schunka, Protestanten in Schlesien im 17. und 18. Jahrhundert
  • Zoltán Csepregi, Das königliche Ungarn im Jahrhundert vor der Toleranz (1681–1781)

(III) Thematische Annäherung

  • Stephan Steiner, Transmigration. Ansichten einer Zwangsgemeinschaft

  • Ute Küppers-Braun, Geheimprotestantismus und Emigration

  • Martin Scheutz, Seelenjäger und „umgekehrte Wallfahrten“. Volksmissionen und Missionare als Druckmittel gegenüber Geheimprotestanten – eine universelle und eine regionale Geschichte

  • Martin Scheutz, Glaubenswechsel als Massenphänomen in der Habsburgermonarchie im 17. und 18. Jahrhundert – Konversionen bei Hof sowie die „Bekehrung“ der Namenlosen

  • Dietmar Weikl, Das religiöse Leben im Geheimprotestantismus in den habsburgischen Erblanden und im Erzstift Salzburg

  • Elisabeth Garms-Cornides, L’infelice Pace di Westfalia [...]. Zur Sicht der päpstlichen Kurie auf den Geheimprotestantismus in Salzburg und den Erblanden

  • Rudolf Leeb, Die Wahrnehmung des Geheimprotestantismus in den evangelischen Territorien und die Frage nach den Kontakten der Geheimprotestanten ins Reich

Abkürzungs- und Siglenverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Adressverzeichnis
 

VIÖG 50: Susanne Fritsch, Das Refektorium im Jahreskreis

Susanne Fritsch

Das Refektorium im Jahreskreis

Norm und Praxis des Essens in Klöstern des 14. Jahrhunderts

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 53)

2008, 178 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 24.80
Böhlau
ISBN: 978-3-486-58569-8 (D), 978-3-7029-0560-6 (A)

Beim Anblick von klösterlichen Küchenrechnungen verfliegt rasch jede Romantik, falls eine solche beim Thema Alltagsgeschichte aufkommen sollte. Das Lesen ist mühsam und das Verständnis nicht zuletzt durch zahlreiche ungewohnte Wörter erschwert. Viel an hilfswissenschaftlicher Kleinarbeit war notwendig, um sie zu erschließen. Es sind zwar nicht viele vergleichbare Quellen erhalten, aber zum Glück aus ganz verschiedenen Kulturlandschaften, so dass regionale und gewohnheitsmäßige Besonderheiten den Grundprinzipien der Regeln und Normen gegenübergestellt werden können. Man muss zugeben: Das Interesse an dieser Art von Quelle wurde zunächst eher aus einem Nebennutzen geweckt: Am Beginn der Beschäftigung mit Rechnungsbüchern und Essensgeschichte stand, dass in den Klosterneuburger Küchenrechnungen bei der Auflistung der Zukäufe auch die Namen der hohen Gäste im hofnahen Konvent überliefert wurden. Doch ist es ein Verdienst der Autorin, in beharrlicher jahrelanger Arbeit ein Gesamtbild herauszuarbeiten, das im besten Sinn des Wortes Kulturgeschichte präsentiert, interdisziplinär und komparativ, wie sie nun einmal sein muss. So wird an einem im wahrsten Sinne des Wortes vitalen Thema das Ineinander von Wirtschaft und Repräsentation, von Angebot und Nachfrage, aber auch von kirchlicher Norm und alltäglicher Verwirklichung sichtbar. Es ist dem Buch daher zu wünschen, daß sich möglichst viele Historikerinnen und Historiker seiner annehmen, und sei es nur, um en passant den lebensgeschichtlichen Hintergrund ihrer politischen Akteure zu sehen. Dass es aber durch die sorgsame, quellennahe Aufarbeitung ein wertvolles Hilfsmittel für die praktische Arbeit mit mittelalterlichen Texten verschiedenster Art darstellt, wird jede Person rasch begreifen, die nur einen Blick darauf wirft und die Fülle an Informationen zu Wörtern und Sachen wahrnimmt.

VIÖG 49: Gerhard Ammerer - William D. Godsey Jr. - Martin Scheutz u.a. (Hg.), Bündnispartner und Konkurrenten der Landesfürsten?

Gerhard Ammerer - William D. Godsey Jr. - Martin Scheutz - Peter Urbanitsch und Alfred Stefan Weiß (Hg.)

Bündnispartner und Konkurrenten der Landesfürsten?

Die Stände in der Habsburgermonarchie

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 49)

2007, 592 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 54,80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-486-58249-9 (D), 978-3-7029-0550-7 (A)

Ein internationales Autorenteam eröffnet neue Perspektiven auf die Ständeforschung in der Habsburgermonarchie. Lange Zeit war sie von nationalhistoriographischen Sichtweisen des 19. Jahrhunderts geprägt und verstellte sich dadurch den Blick auf die Bedeutung der Stände als eminent wichtige Kooperationspartner des Landesfürsten im Finanz- und Militärwesen sowie beispielsweise im Sanitätswesen oder in der Kunst. Insgesamt vier Themenfelder stehen zur Debatte: (1) Struktur, Aufbau und Organisation der Stände, (2) Aufgaben der Stände, (3) Selbst- und Fremdbild der Stände und (4) Ständische Repräsentation. Die Autoren betonen den kommunikativen Charakter von "Herrschaft" und die zeitgenössische Wahrnehmung der Stände. So verstanden sich die Stände neben dem Landesfürsten als "Väter des Vaterlandes", als für das Gesamtwohl der Habsburgermonarchie verantwortlicher Teil eines Ganzen.

Inhalt:

Siglen- und Abkürzungsverzeichnis 7
Danksagung 11

Gerhard AMMERER, William D. GODSEY, Jr., Martin SCHEUTZ, Peter URBANITSCH, Alfred Stefan WEISS, Die Stände in der Habsburgermonarchie. Eine Einleitung 13

(1) STRUKTUR, AUFBAU UND ORGANISATION DER STÄNDE

  • Arno STROHMEYER, Von Vätern und Köpfen: Anthropologische Dimensionen landesfürstlich-ständischer Kommunikationsräume in habsburgischen Territorien (16./17. Jahrhundert) 45
  • Petr MAT’A, Wer waren die Landstände? Betrachtungen zu den böhmischen und österreichischen „Kernländern“ der Habsburgermonarchie im 17. und frühen 18. Jahrhundert 68
  • Andrea PÜHRINGER, „Mitleiden“ ohne Mitsprache? Die landesfürstlichen Städte Österreichs als Vierter Stand 90
  • Christine L. MUELLER, The Styrian Landtag 114
  • Jirí DAVID, Die Mährischen Landtage in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts 128
  • István M. SZÍJARTÓ, The Diet: The Estates and the Parliament of Hungary, 1708–1792 151
  • Marcello BONAZZA, Tiroler Ständewesen und Fürstbistum Trient – Bemerkungen zu einer Variante der Ständeverfassung 172
  • Johannes DILLINGER, Claudia MOCEK, Ständewesen und Repräsentation in Schwäbisch-Österreich 194
  • Johannes KOLL, Aufstand und ständische Renaissance. Die Österreichischen Niederlande im Revolutionszeitalter 212

(2) AUFGABEN DER STÄNDE

  • William D. GODSEY, Jr., Stände, Militärwesen und Staatsbildung zwischen Dreißigjährigem Krieg und Maria Theresia in der österreichischen Monarchie 233
  • Christine OTTNER, Nähe und Distanz: Das „landschaftliche Sanitätswesen“ in Niederösterreich zwischen Ständen und Landesfürst (1580–1820) 268
  • Margret FRIEDRICH, „Väter des Vaterlandes“ – verantwortlich für die Bildung ihres Volkes? Die Tiroler Stände und ihr Verhältnis zum Schul- und Studienwesen 285
  • Thomas PARINGER, Die bayerische Landschaft als unabhängige Finanzbehörde 1669–1807. Aufbau und Organisation 305
  • Shuichi IWASAKI, Grabmal der ständischen Freiheiten? Die Steuerrezessverhandlung von 1748 in Niederösterreich und die Etablierung eines komplementären Verhältnisses von Krone und Ständen 323

(3) SELBST- UND FREMDBILDER DER STÄNDE

  • Arnout MERTENS, Estates, Collegiate Foundations, and the Court: Definitions of Nobility in Eighteenth Century Brabant 349
  • Ivo CERMAN, Opposition oder Kooperation? Der Staat und die Stände
  • in Böhmen 1749–1789 374
  • Astrid VON SCHLACHTA, Identität und Selbstverständnis. Die Landstände in Tirol in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Vergleich mit Ostfriesland 394
  • János POÓR, Kontroversen um das strittige Verhältnis zwischen königlicher Macht und ständischen Rechten in Ungarn an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert 420
  • Jörg DEVENTER, Adelskonfessionalisierung? Überlegungen zum Rollenspiel katholischer Adelseliten im Milieu der Bikonfessionalität 442

(4) STÄNDISCHE REPRÄSENTATION

  • Luc DUERLOO, Discourse of Conquest, Discourse of Contract: Competing Visions on the Nature of Habsburg Rule in the Netherlands 463
  • Friedrich POLLEROß, „Pro Deo, Caesare et patria“. Zur Repräsentation der Stände in Österreich vom 16. bis zum 18. Jahrhundert 479
  • Andreas KUSTERNIG, „Die Providentia erteilt der Austria den Auftrag zur Weltherrschaft“. Probleme um das Deckengemälde im „Großen Saal“ des Niederösterreichischen Landhauses – ein Werkstattbericht 533
  • Janet K. PAGE, Music and the Estates in the Habsburg Lands in the Eighteenth century 582
Verzeichnis der Adressen der Beiträgerinnen und Beiträger 591

VIÖG 48: Thomas Wallnig, Gasthaus und Gelehrsamkeit- Studien zu Herkunft und Bildungsweg von Bernhard Pez OSB vor 1709

Thomas Wallnig

Gasthaus und Gelehrsamkeit

Studien zu Herkunft und Bildungsweg von Bernhard Pez OSB vor 1709

(Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 48)

2007, 216 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 34,80.-
Böhlau
ISBN: 978-3-486-58079-2 (D), 978-3-7029-0547-7 (A)

Welchen Sozialisationsprozess durchläuft ein Mensch auf dem Weg zu einer gelehrt-geistlichen Karriere? Welche Motivationen bestimmen sein Handeln, welche Umfelder determinieren, welche Strukturen beschränken es? Diese Fragen werden an die Biographie von Bernhard Pez OSB herangetragen, eines der bedeutendsten österreichischen Geschichtsforscher des 18. Jahrhunderts. Pez stammte aus einer wohlhabenden Gastwirtsfamilie in Ybbs an der Donau, absolvierte seine Studien bei den Jesuiten in Wien und Krems, nahm in Melk das Ordensgewand und baute dort ein gelehrtes Korrespondentennetz von europäischen Dimensionen auf. Seine Gelehrsamkeit war jedoch nicht losgelöst von seinen familiären Ursprüngen: Einmal jährlich kam der gelehrte Sohn zum Predigen in seine Heimatstadt, und Korrespondenten hinterlegten mittelalterliche Handschriften im elterlichen Gasthaus.