MIÖG Ergbd.

MIÖG Ergbd. 58: Arndt Schreiber Adeliger Habitus und konfessionelle Identität. Die protestantischen Herren und Ritter in den österreichischen Erblanden nach 1620

Arndt Schreiber

Adeliger Habitus und konfessionelle Identität.
Die protestantischen Herren und Ritter in den österreichischen Erblanden nach 1620
 
(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung
Ergänzungsband 58)
 
2013, 402 S.
34 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 59.80
978-3-205-78904-8 (A), 978-3-486-71961-1 (D)

Inhalt
 
Vorwort, S. 7
Abkürzungs- und Siglenverzeichnis, S. 9
 
Einleitung, S. 13
1. Grundlage und Personen
 
1.1 Ausgangslage im Jahr 1620, S. 23
1.1.1 Erzherzogtum Österreich, S. 23
1.1.2 Innerösterreich, S. 27
1.2 Rechtliche Rahmenbedingungen, S. 28
1.2.1 Niederösterreich, S. 28
1.2.2 Oberösterreich, S. 33
1.2.3 Innerösterreichische Territorien, S. 36
1.2.4 Königreich Ungarn, S. 36
1.3 Evangelischer Adel in Niederösterreich, S. 37
 
2. Konfession und Habitus
 
2.1 Adelige Konfessionskultur, S. 49
2.1.1 Zeugnisse, S. 50
2.1.2 Religion im Kontext, S. 55
2.1.3 Glaubenspraxis, S. 69
2.1.4 Binnenkonfessionelle Pluralität, S. 76
2.2 Standesbewusste Erziehung, S. 82
2.2.1 Elementarbildung, S. 83
2.2.2 Kavaliersreise und Universitätsbesuch, S. 87
2.3 Öffentliche Funktionen, S. 102
2.3.1 Hof-, Staats- und Erbämter, S. 102
2.3.2 Landesverwaltung, S. 111
2.3.3 Kriegsdienst, S. 116
2.3.4 Fürstliche Gunstbeweise, S. 119
2.4 Grundherrschaft, S. 122
2.5. Kulturelle Interessen, S. 134
2.5.1. Bibliotheken und Sammlungen, S. 135
2.5.2. Schriftsteller, S. 137
2.6. Habituelle Konsequenzen, S. 141
 
3. Anpassung und Widerstand
 
3.1 Politische Loyalität, S. 152
3.2 Konfessionelle Opposition, S. 159
3.2.1 Ständische Initiativen, S.160
3.2.2 Individuelle Normverstöße, S. 173
3.3 Emigranten, S. 188
3.4 Glaubenswechsel, S. 195
3.4.1 Rahmen und Beweggründe, S. 197
3.4.2 Kommunikation, S. 202
3.4.3 Verhalten der Konvertiten, S. 207
 
4. Familiäres und soziales Umfeld
 
4.1. Engere Verwandtschaft, S. 214
4.1.1 Konnubien, S. 214
4.1.2 Zwischen Konflikt und Solidarität, S. 220
4.2 Adelsgesellschaft, S. 232
4.2.1 Protestantische Kreise, S. 232
4.2.2 Interkonfessionelle Beziehungen, S. 238
4.2.3 Literarische Zirkel, S. 249
4.2.4 Regierende Häuser, S. 251
4.3 Sonstige Kontakte, S. 256
4.3.1 Klerus, S. 256
4.3.2 Bedienstete und Untertanen, S. 262
4.3.3 Dichter und Gelehrte, S. 270
 
5. Parallelen in Westeuropa
5.1 Existenzbedingungen, S. 274
5.2 Konfessions- und Standeskultur, S. 276
5.3 Überlebensstrategien, S. 279
5.4 Binnen- und Außenbeziehungen, S. 283
 
Resümee, S. 287
 
Anhänge I–VI, S. 293
Listen der Abbildungen, Diagramme und Tabellen, S. 330
Quellen- und Literaturverzeichnis, S. 333
Ungedruckte Quellen, S. 333
Gedruckte Quellen, S. 335
Literatur, S. 345
Orts- und Personenregister, S. 337

MIÖG Ergbd. 57: Thomas Stockinger, Dörfer und Deputierte. Die Wahlen zu den konstituierenden Parlamenten von 1848 in Niederösterreich und im Pariser Umland (Seine-et-Oise)

Thomas Stockinger
 

Dörfer und Deputierte

Die Wahlen zu den konstituierenden Parlamenten von 1848 in Niederösterreich und im Pariser Umland (Seine-et-Oise)

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung
Ergänzungsband 57)

2012, 930 S.
zahlr. Tab., 24 x 17 cm, Gb.
Böhlau

Preis: € 98.00

ISBN 978-3-205-78815-7 (A), 978-3-486-71275-9 (D)

Im Gefolge der Revolution von 1848 fanden in Frankreich erstmals Parlamentswahlen nach allgemeinem Männerwahlrecht statt; in den österreichischen Ländern der Habsburgermonarchie wurde überhaupt das erste Parlament im modernen Sinne gewählt. Millionen von Männern waren erstmals in ihrem Leben zur Abstimmung aufgerufen. Im Rahmen einer transnational vergleichenden Untersuchung wird zum einen der Frage nachgegangen, wie Behörden und politische Eliten die Wahlgänge zu organisieren versuchten; zum anderen, wie die neuen Wähler auf diese ungewohnte Möglichkeit der Partizipation reagierten und auf welche Erfahrungsbestände sie dabei zurückgriffen. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme politischer Kultur im Wandel zwischen ständisch-korporativer und demokratischer Repräsentation.

Inhaltsverzeichnis

MIÖG Ergbd. 56: Michael Haberer, Ohnmacht und Chance. Leonhard von Harrach (1514-1590) und die erbländische Machtelite

Michael Haberer

Ohnmacht und Chance

Leonhard von Harrach (1514-1590) und die erbländische Machtelite

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 56)

2011, 301S.
3 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 39.80
Böhlau
978-3-205-78680-1 (A), 978-3-486-70557-7 (D)

Leonhard (IV.) von Harrach war einer der wichtigsten kaiserlichen Berater in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts und unter Rudolf II. einer der Motoren der Rekatholisierung in Niederösterreich. Er gehörte einer erbländischen Machtelite an, die Spitzenpositionen sowohl am Hof als auch in den Landständen besetzte. Diese adelige Machtelite und die damit verbundene Regierungspraxis bildeten das Muster für die aristokratische Dyarchie der Habsburgermonarchie im 17. Jahrhundert. Doch dieses Netzwerk von Profiteuren der habsburgischen Staatsbildung avancierte im 16. Jahrhundert zu einem Zentrum der Forderung nach Religionsfreiheit. Für den katholisch gebliebenen Harrach hieß dies, im Namen des Kaisers mit seinen protestantischen Verwandten um die Abwehr dieser Forderung ringen zu müssen.

MIÖG Ergbd. 55: J. Gießauf-R. Murauer-M. Schennach (Hg.): Päpste, Privilegien, Provinzen. Fs Werner Maleczek

Johannes Gießauf-Rainer Murauer-Martin P. Schennach (Hg.)

Päpste, Privilegien, Provinzen

Beiträge zur Kirchen-, Rechts- und Landesgeschichte.
Festschrift für Werner Maleczek zum 65. Geburtstag

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 55)
2010, 491S.
25 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
Böhlau
978-3-205-78577-4 (A), 978-3-486-59766-0 (D)

Die anlässlich des 65. Geburtstags von Werner Maleczek, Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an der Universität Wien, von Kollegen, Freunden und Schülern bereitete Festschrift bietet in 29 Beiträgen einen Einblick in die Forschungsschwerpunkte des Jubilars. Im Zentrum stehen dabei die Verfassungs- und Kirchengeschichte sowie die Historischen Hilfswissenschaften. Neben einem Fokus auf die Geschichte des Papsttums, der Kurie und der Kardinäle finden sich Studien zu paläographischen, epigraphischen und diplomatischen Fragen sowie zu Teilaspekten mittelalterlicher Historiographie. Aufsätze zur mittelalterlichen und neuzeitlichen Geschichte der Länder Tirol und Steiermark, die Stationen seiner akademischen Karriere bildeten, runden den Band thematisch ab.

Inhalt

Einleitung
Siglenverzeichnis

  • Maria Pia Alberzoni, Quia causa ipsa non poterat apud sedem apostolica terminari. Innocenzo III e la controversia tra monaci e canonici di S. Ambrogio a Milano (S. 17-40)
  • Giulia Barone, Un vescovo e le sue „pecorelle ribelli“: Angelo Tignosi e Corneto (S. 41-46)
  • Klaus Brandstätter, Das Privilegium maius und Herzog Friedrich IV. (S. 47- 60)
  • Maria Luisa Ceccarelli Lemut, Un presule tra politica comunale e fedeltà pontificia. Villano, arcivescovo di Pisa (1146–1175) (S. 61-75)
  • Jürgen Dendorfer, Ein kurialer Ordo über die Kanzlei und das Gefolge eines legatus de latere (1482/83) (S. 77-92)
  • Johannes Gießauf, Gedanken zur Gurker Gedenküberlieferung. Oder: Wie viel Kopfzerbrechen kann eine Handschrift bereiten? (S. 93-101)
  • Reinhard Härtel, Additamenta zur Enumeratio bonorum in päpstlichen Privilegien (S. 103-122)
  • Othmar Hageneder, Innocenz III. und Wolfger von Passau: Nächster Akt (S. 123-133)
  • Elke Hammer-Luza, Unser Herz sey die Wohnung Gottes – Religiosität, Kirche und Papsttum bei Erzherzog Johann von Österreich (1782–1859) (S. 135-148)
  • Martina Hartmann, Die Korrespondenz mit der Kurie in Rom im Briefbuch Abt Wibalds von Stablo und Corvey (S. 149-164)
  • Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Ein spätmittelalterliches Pfandverzeichnis (1309–1312) der Tiroler Landesfürsten. Edition und Kommentar (S. 165-195)
  • Alexander Koller, Traiano Mario, seine Geheimmission nach Graz und Prag und der gescheiterte antiosmanische Liga-Plan Gregors XIII. von 1579 (S. 197-212)
  • Christian Lackner, Dei gratia comes. Zum Gebrauch der Gottesgnadenformel bei den Grafen von Görz, von Ortenburg und von Cilli und den Burggrafen von Maidburg (S. 213-228)
  • Peter Landau, Die Ermordung des deutschen Königs Philipp von Schwaben in Bamberg am 21. Juni 1208. Rechtsgeschichtliche Fragen zum ersten deutschen Königsmord (S. 229-244)
  • Jean-Loup Lemaitre, Le nécrologe de Lacroma (Lokrum) (S. 245-258)
  • Christian Lohmer, Petrus Capuanus – Alphabetum in artem sermocinandi. Eine essayistische Annäherung an das Predigthandbuch nach der Münchener Handschrift (Clm 8000) mit Überlegungen für eine künftige Edition (S. 259-276)
  • Ralf Lützelschwab, Anspruch und Wirklichkeit – zur Stellung der Dominikanerkardinäle unter Clemens VI. (1342–1352) und Innocenz VI. (1352–1362) (S. 277-290)
  • Claudia Märtl, Tommaso Parentucelli, Pietro da Noceto, Petrus de Bonitate und Enea Silvio Piccolomini. Zur Kanzlei der Legation Niccolò Albergatis in Arras (1435) (S. 291-311)
  • Grado Giovanni Merlo, Sugli studi storico-religiosi del medioevo in Italia. Note storiografiche (S. 313-325)
  • Jürgen Petersohn, Kloster Prüfening und die literarisch-hagiographische Formung des Andenkens Bischof Ottos von Bamberg im 12. Jahrhundert (S. 327-338)
  • Josef Riedmann, Bemühungen Kaiser Friedrichs II. und König Konrads IV. um den Ausbau der Hafenanlagen in Barletta und Salerno (S. 339-349)
  • Martin P. Schennach, „Allgemeines Bestes“ und „bürgerliche Freiheit“? Staatsentstehung, Staatszweck und Staatstätigkeit bei Joseph von Sonnenfels (S. 351-375)
  • Eva Schlotheuber, Diruit, aedificat, mutat quadrata in rotundis – Die Würdigung der Eichstätter Bischöfe in den schwierigen Zeiten des Investiturstreits (S. 377-391)
  • Herbert Schneider, Geschichte als Argument? Engelbert von Admont und die Historiographen (S. 393-401)
  • Peter Schreiner, Gregor von Tours und Byzanz (S. 403-418)
  • Winfried Stelzer, Theodor Sickel und die Fotografie der 1850er Jahre. 150 Jahre „Monumenta graphica medii aevi“, Moritz Lotze (Verona) und Plagiate am letzen Portraitfoto Radetzkys (S. 419-447)
  • Matthias Thumser, Briefe in loser Ordnung. Über Mischsammlungen des späteren Mittelalters (S. 449-460)
  • Ekkehard Weber, Die Inschrift an der Torre de’ Conti in Rom (S. 461-464)
  • Peter Wiesflecker, „In der Rangtour“. Eine altösterreichische Offizierskarriere (S. 465-480)

Schriftenenverzeichnis von Werner Maleczek (S. 481-487)
Die Autorinnen und Autoren

MIÖG Ergbd. 54: Karl Brunner, Umgang mit Geschichte

Karl Brunner

Umgang mit Geschichte

Gesammelte Aufsätze zu Wissenschaftstheorie, Kultur- und Umweltgeschichte

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 54)
2009, 359 S.
8 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 34.80
Böhlau
978-3-205-78289-6 (A), 978-3-486-59120-0 (D)

Die in diesem Band zusammengestellten Arbeiten von Karl Brunner entfalten ein zusammenhängendes Spektrum spezifischer Zugänge zu Wissenschaftstheorie, Kultur- und Umweltgeschichte, das die klassische Methodik der Wiener Schule der Geschichtsforschung mit modernen Ansätzen der Kulturwissenschaften verbindet.

Inhalt

Vorwort ... 7
Heers „Abschied“ ... 11
Nachgrabungen. Sachkultur und Kontinuitätsfragen am Beispiel der bayerischen Quellen des Frühmittelalters ... 21
Der Schweif am Ross und die Lilie im Garten ... 29
Olimpia oder Die angewandte Geschichte ... 43
Umgang mit Unwissen ... 53
Sachkultur, Kontinuität und Epoche im frühen 8. Jahrhundert ... 61
Fiktion der Wirklichkeit ... 73
Continuity and Discontinuity of Roman Agricultural Knowledge in the Early Middle Ages ... 83
Sachkultur im Kontext des lateinischen Mittelalters ... 99
Vrowe und maget. Frauen auf hochmittelalterlichen Burgen ... 107
geluste unde gelange. Anmerkungen zur Sexualität im ersten Mittelalter ... 115
Realienkunde als Mentalitätsgeschichte ... 129
Virtuelle und wirkliche Welt. Umweltgeschichte als Mentalitätsgeschichte ... 135
Pferde und Pfauen. Tiere im Weltbild mittelalterlicher Menschen ... 151
Quae est ista, quae ascendit per desertum. Aspekte des Selbstverständnisses geistlicher Frauen im 12. Jahrhundert ... 171
Anfänge einer Naturwissenschaft im 12. Jahrhundert ... 215
Geschichte und „Natur“ am Beispiel des Mittelalters ... 229
Die Bilder im Kopf. Kulturwissenschaft jenseits der akademischen Fächer ... 245
Zorn und andere Missverständnisse ... 251
diz vliegende bîspel – Elsterngeschrei ... 259
Das Recht und die Güte ... 275
Über Mächte und Zauber ... 291
Kontext der Dinge. Methodische Anmerkungen zur Realienkunde in Texten ... 301
Der Schatz und die Motten ... 311
Gemeinsam mit Christina Lutter, Der Glanz der Heiligen und das Licht ihrer Töchter ... 321
[er]zählen. Zahlen als Mittel der Narration ... 331
Die Burg zwischen caritas und superbia. Burgen in der religiösen Symbolwelt ... 341

Siglenverzeichnis ... 351
Verzeichnis der Erstpublikationen ... 355
Register ... 357

MIÖG Ergbd. 53: Georg Scheibelreiter, Wappenbild und Verwandschaftsgeflecht

Georg Scheibelreiter

Wappenbild und Verwandtschaftsgeflecht

Kultur- und mentalitätsgeschichtliche Forschungen zu Heraldik und Genealogie

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 53)
2009, 352 S.
46 s/w-Abb., 24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.00
Böhlau
978-3-205-78319-0 (A), 978-3-486-58935-1 (D)

Die in diesem Band versammelten Beiträge zu Heraldik und Genealogie sollen die Wichtigkeit dieser beiden Hilfswissenschaften im historischen Zusammenhang erhellen und sie selbst als Objekt einer sozial-, kultur- und mentalitätsgeschichtlichen Forschung zeigen. Wappen sollen als Symbolträger einer gesellschaftlichen Wirklichkeit ins Bewusstsein des Forschers gehoben werden; andererseits soll herausgestellt werden, dass eine richtig verstandene Genealogie wesentliche Erkenntnisse über Selbstverständnis und Weltsicht der Menschen vergangener Zeiten ermöglicht.

Inhalt

Vorwort (S. 7)

  • Heraldik als Geschichtsquelle. Einige grundsätzliche Überlegungen (S. 9)
  • Wappen und protoheraldische Zeichen Einige Betrachtungen zum Wandel der mittelalterlichen Mentalität (S. 17)
  • Das Tier als Symbolträger in vorheraldischer Zeit (bis ca. 1230) (S. 31)
  • Tiersymbolik und Wappen im Mittelalter: Grundsätzliche Überlegungen (S. 43)
  • Adler und Löwe als heraldische Symbole und im Naturverständnis des Mittelalters (S. 57)
  • Religiöse Mentalität und symbolisches Zeichen (S. 73)
  • Höfisches Geschichtsverständnis: Neuf Preux und Neuf Preuses als Sinnbilder adeliger Weltsicht (S. 83)
  • Wappen und adeliges Selbstverständnis im Mittelalter (S. 123)
  • Das Wappen der Anjou-Plantagenêts als Symbol ihres Selbstverständnisses (S. 143)
  • Die Wappenreihe der österreichischen Fabelfürsten in der sogenannten Chronik von den 95 Herrschaften (um 1390) (S. 163)
  • Der Babenberger-Stammbaum aus Klosterneuburg Rückwärtsgewandte Heraldik als Chiffre historischen Geschehens (S. 177)
  • Mythische Genealogie und Fabelheraldik Merowingisches und Französisches Königtum (S. 201)
  • Zunamen und Wappen Die Anfänge des agnatischen Bewusstseins (S. 229)
  • Namengebung und Genealogie im Mittelalter Tradition und gesellschaftlicher Wandel (S. 245)
  • Anthroponymie, Symbolik und Selbstverständnis (S. 259)
  • Genealogie (S. 275)
  • Zur Typologie und Kritik genealogischer Quellen (S. 287)
  • Wien als Zentrum der historischen Hilfswissenschaften (S. 311)

Siglenverzeichnis (S. 323)
Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 325)
Verzeichnis der Erstpublikationen (S. 351

MIÖG Ergbd. 52: Siegfried Haider, Studien zu den Traditionsbüchern des Klosters Garsten

Siegfried Haider

Studien zu den Traditionsbüchern des Klosters Garsten

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 52)
2008, 202 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 34.80
Böhlau
978-3-486-58553-7 (D), 978-3-7029-0557-6 (A)

Von den beiden Schenkungsbüchern des oberösterreichischen Benediktinerklosters Garsten ist eines im Oberösterreichischen Landesarchiv überliefert (A), das andere ist seit Beginn des 19. Jahrhunderts verschollen (B). Durch die im genannten Archiv geglückte Entdeckung eines neuzeitlichen Inhaltsverzeichnisses des verlorenen Traditionskodex wurde es möglich, diese Handschrift weitgehend zu rekonstruieren. Dazu war aber auch eine kritische Analyse der drei Teile des erhaltenen Traditionskodex erforderlich. Auf dieser Grundlage konnten die Entstehung vom Ende des 12. bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts bzw. im 12./13. Jahrhundert sowie das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis der beiden Handschriften geklärt werden. Darüber hinaus werden an den Garstener Beispielen Wesen und Funktion hochmittelalterlicher Traditionsnotizen und -bücher dargelegt. Das neu entdeckte Inhaltsverzeichnis der Hs. B wird ediert; von den Urkunden des Kopialbuch-Teiles und des spätmittelalterlichen Register-Teiles der Hs. A werden Regesten geboten. Die Studien dienen als Vorarbeiten für eine künftige (Neu-)Edition der Garstener Traditionsbücher.

MIÖG Ergbd. 51: M. Scheutz-A. Sommerlechner-H. Weigl-A. Weiß: Europäisches Spitalwesen

Martin Scheutz-Andrea Sommerlechner-Herwig Weigl-Alfred Stefan Weiß (Hg.)

Europäisches Spitalwesen.

Institutionelle Fürsorge in Mittelalter und Früher Neuzeit / Hospitals and Institutional Care in Medieval and Early Modern Europe

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 51)
2008, 477 S.
24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 59.80
978-3-486-58566-7 (D), 978-3-7029-0558-3 (A)

Der Band ist zum einen ein „Quellenreader“, zum anderen eine Quellenkunde zur europäischen Spitalgeschichte und verdeutlicht in einer großen Bandbreite von Quellentexten und Quellentypen sowohl regionale Spezifika als auch überregionale Gemeinsamkeiten. Gemäß dem Konzept der Publikationsreihe „Quelleneditionen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung“ (QIÖG) werden die jeweils exemplarische Edition höchst unterschiedlicher Quellentexte vorgeführt, ihre Interpretationsmöglichkeiten demonstriert und für jede Region und Periode einleitend ein knapper quellenkundlicher Überblick geboten. Der Quellenreader ergänzt das Handbuch „Europäisches Spitalwesen. Institutionelle Armenfürsorge in Europa im Mittelalter und Früher Neuzeit“.

Inhalt:

  • Einleitung / Introduction, S. 11-18
  • Christina Vanja, Offene Fragen und Perspektiven der Hospitalgeschichte, S. 19-40
  • Brigitte Resl, Hospitals in Medieval England, S. 41-52
  • Ian W. Archer, Hospitals in Sixteenth- and Seventeenth-Century England, S. 53-74
  • Daniel Hickey, Institutionalized Care for the Sick and the Poor in Early Modern France, S. 75-89
  • Gisela Drossbach, Hospitäler im Patrimonium Petri, S. 91-104
  • Andrea Sommerlechner, Spitäler in Nord- und Mittelitalien vom 11. bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts, S. 105-134
  • Edoardo Bressan, Hospitals and Social Care in the Early Modern Period. The Realisation and Discussion of the Welfare State in Italy, S. 135-147
  • Thomas Just und Herwig Weigl, Spitäler im südöstlichen Deutschland und in den österreichischen Ländern im Mittelalter, S. 149-184
  • Martin Scheutz und Alfred Stefan Weiß, Spitäler im bayerischen und österreichischen Raum in der Frühen Neuzeit (bis 1800), S. 185-229
  • Katharina Simon-Muscheid, Spitäler in Oberdeutschland, Vorderösterreich und der Schweiz im Mittelalter, S. 231-253
  • Ludwig Ohngemach, Spitäler in Oberdeutschland, Vorderösterreich und der Schweiz in der Frühen Neuzeit, S. 255-294
  • Kay Peter Jankrift, Hospitäler und Leprosorien im Nordwesten des mittelalterlichen Regnum Teutonicum. Unter besonderer Berücksichtigung rheinisch-westfälischer Städte, S. 295-305
  • Frank Hatje, Institutionen der Armen-, Kranken- und Daseinsfürsorge im nördlichen Deutschland (1500–1800), S. 307-350
  • Petr Svobodný, Die Spitäler in Böhmen und Mähren im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, S. 351-380
  • Ludmila Hlavá?ková, Das Spitalwesen in Böhmen und Mähren vom Beginn des Dreißigjährigen Kriegs bis zu den Josephinischen Reformen (1620–1780), S. 381-402
  • Ivana Ebelová, Die Entstehung der ersten Krankenhäuser – Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder und der Elisabethinerinnen, S. 403-408
  • Judit Majorossy und Katalin Szende, Hospitals in Medieval and Early Modern Hungary. S. 409-454
  • Lilla Krász, From Home Treatment to Hospitalisation: General Trends in the Development of Hungary’s Hospital Network, S. 455-475

Zum Thema Spitalwesen erschien auch der Halbband MIÖG 115/3-4. Ein Band mit der Edition exemplarischer Quellen erschien als QIÖG 5.

MIÖG Ergbd. 50: Manfred Stoy, Das Österreichische Institut für Geschichtsforschung 1929-1945

Manfred Stoy

Das Österreichische Institut für Geschichtsforschung 1929–1945

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 50)
2007, 423 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
978-3-486-58173-7 (D), 978-3-7029-0551-4 (A)

Das 1854 gegründete Institut für Österreichische Geschichtsforschung (von 1920 bis 1942 Österreichisches Institut für Geschichtsforschung) ist die traditionsreichste und wichtigste Institution für hilfswissenschaftliche Forschung und Ausbildung in Österreich. Dieser Band behandelt die Geschichte des Instituts und die Hintergründe für personelle und andere Entscheidungen im Bemühen um ein Fortbestehen in schwieriger Zeit vorwiegend auf der Basis von Archivmaterial des Instituts, aber auch des In- und Auslands. Einen wesentlichen Teil der Arbeit bilden die biographischen Daten der Absolventinnen und Absolventen, aber auch von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des "Kurses". Damit wird die bedeutende Stellung des Hauses im wissenschaftlichen Archivdienst und an den Universitäten des In- und Auslands nachvollziehbar.

Inhalt:

Vorwort des Herausgebers 13
Vorwort des Autors 15
I. Prolog I 21
Die Präliminarien der Berufung Hirschs als Nachfolger Ottenthals auf dessen Lehrkanzel 1926 (21) - Die Entfremdung zwischen Hirsch und Redlich im Rahmen der Besetzung der Innsbrucker Mittelalter-Lehrkanzel 1918 (25) - Die Beurteilung des Instituts durch Srbik (27) - Die Ernennung Hirschs (28)
II. Prolog II 31
Die Möglichkeit einer Berufung Hirschs nach Berlin 1929 (31) - Die Probleme bei der Redlich-Nachfolge 1929 (34) - Die Entscheidung (41)
III. Das Institut unter der Direktion Hans Hirschs 1929-1940 45
1. Das Studienjahr 1929/1930 45
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Das Abdriften Dopschs vom Lehrbetrieb und die Gewinnung Otto Brunners als Teilersatz (46) - Neuerungen in der Ausbildung (46) - Vorlesungen (47) - Das Problem Zatschek (48)
b. Allgemeiner wissenschaftlicher Bereich
Reisestipendien (48) - Zinsmaiers Dissertation (50) - Kontakte zu anderen Institutionen. Reisen und Vorträge Hirschs (51) - Hirsch und die Wiener Akademie (52) - Das Verhältnis zum Verein für Landeskunde von Niederösterreich (53) - Die Berufung Santifallers nach Breslau (53)
c. Allgemeines und Personal
Das Sickeldenkmal in den Arkaden (54) - Belohnungen für das Personal (55) - Modernisierungen im Institut (55)
2. Das Studienjahr 1930/31 56
a. Die Extraordinariatsbesetzung
Die erfolglosen Bemühungen Hirschs zur Besetzung des Extraordinariates mit Zatschek (56) - Die Besetzung mit Brunner (62)
b. Instituts- und Lehrbetrieb. Vorlesungen (64)
c. Allgemeiner wissenschaftlicher Bereich
Reisestipendien (64) - Kontakte zu anderen Institutionen. Reisen Hirschs (66) - Die Beziehungen zur Akademie (Regestenkommission) (66) - Verbesserung der Beziehungen zu Steinacker und Dopsch (67) - Die Nachfolge Kluckhohns (Germanist) in Wien (68)
d. Allgemeines und Personal
Der Tod des Kanzleioberoffizial Schwarz und erfolglose Bemühungen Hirschs bei der Umwandlung des Postens in einen wissenschaftlichen Beamtenposten (68) - Der Tod Ottenthals (69)
3. Das Studienjahr 1931/1932 70
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (70) - Beginnende Finanzprobleme (71) - Vergleich des Berliner Historischen Seminars mit dem Institut durch Goetting (71)
b. Allgemeiner wissenschaftlicher Bereich
Kontakte zu anderen Institutionen. Reisestipendien (72) - Vorträge Hirschs (72) - Reisen Hirschs (72) - Die Lehrkörperbesprechung vom 19. März 1932 (73): Die Regesta Habsburgica (73), Wissenschaftliche Pläne Brunners (73), Die österr. Urkundenbücher. Der Beginn des Burgenländischen Urkundenbuches (74) - Die Pius-Stiftung (75) - Anton Julius Walter zwischen Striedinger und Hirsch (76) - Erfolgloser Plan einer Übertragung von Schiaparellis Abkürzungsverzeichnis ins Deutsche durch Rieger (77) - Aktivitäten von Kursabsolventen am Österreichischen Historischen Institut in Rom (Kramer, Wache) (77) - Ernennung Hirschs zum korrespondierenden Mitglied der Deputazione Toscana di Storia Patria (78) - Regesta Imperii (Samanek) (78) - Regesten Ludwigs des Bayern (Bock, Mommsen) (78) - Beziehungen zur Wiener Akademie (Chroust, Monumenta palaeographica) (79) - Kritik an den Registern des Diplomata-Bandes Lothars III. durch Dungern aus Graz (79) - Lhotskys Arbeit über die Würzburger Formularbücher (80) - Der Codex Udalrici (Pivec) (80) - Differenzen zwischen Schmeidler und Zatschek (Besprechung des Buches über Heinrich IV. in den „Mitteilungen“) (80) - Die Monumenta (81)
c. Personal und Allgemeines
Die Anstellung von Pivec als wissenschaftliche Hilfskraft (81) - Der Einsatz Hirschs für Institutsabsolventen (Schieche, Föhl, Zinsmaier, Wortmann ) (82) - Personalfragen im Kunsthistorischen Museum (Loehr) (83)
4. Das Studienjahr 1932/33 Prolog: Finanzen und Politik 84
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (86)
b. Allgemeiner wissenschaftlicher Bereich und internationale Beziehungen. Reisestipendien (87) - Reisen Hirschs (87) - Vorträge Hirschs (88) - Der Warschauer Historikertag 1933 (88) - Das Problem mit den Regesta Habsburgica (89) - Die Monumenta (89) - Kehr Ehrenmitglied der Wiener Akademie (89) - Das Burgenländische Urkundenbuch (90) - Die Regesta Imperii (91) - Beziehungen zu Berlin (91) - Normalisierung der Beziehungen zu Steinacker (91) - Tätigkeit der Schüler Hirschs (Kramer, Krupicka, A. J. Walter, Lauter) (92) - Überflüssiger Versuch zur Gewinnung Hirschs an einer Mitarbeit bei der Herausgabe der Generalkapitel des Zisterzienser Ordens (93)
c. Personal und Allgemeines
Verlängerung des Dienstverhältnisses und Charakterisierung von Pivec (94)
5. Das Studienjahr 1933/1934 95
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (95) - Pläne Hirschs zu einer Erweiterung der Institutsausbildung (Mittelhochdeutsch, Mittellatein) (96)
b. Allgemeiner wissenschaftlicher Bereich und internationale Beziehungen
Reisestipendien (96) - Reisen Hirschs (97) - Beziehungen zu den MGH (97) - Erfolgreiches Eintreten Hirschs für die Herausgabe der deutschen Inschriften (98) - Übernahme des Vorsitzes der Südostdeutschen Forschungsgemeinschaft (98) - Der Fall Wache (Rom) (99) - Auflösung des Österreichischen Historischen Instituts in Rom (101) - Ladners Papstikonographie (101) - Entlassung von Lacroix aus dem Staatsarchiv (102) - Stipendienprobleme (deutsch-österreichische Wissenschaftshilfe) bei Lentze und Heilig (102) - Probleme mit dem Wagner-Verlag in Innsbruck (102) - Krupicka und Appelt in Breslau (103) - Anstellung Puschnigs im Grazer Landesarchiv (104) - Tod von Otto Stowasser (105) - Rückstellung einer Originalurkunde Herzog Rudolfs IV. an Wilhering (105) - Wiederbesetzung der Lehrkanzel von Rudolf Much (Germanist) (105)
c. Personal und Allgemeines
Verlängerung von Pivec (106) - Beheizung des Instituts (106) - Fototechnik (106)
6. Das Studienjahr 1934/1935 107
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (107)
b. Allgemeiner wissenschaftlicher Bereich und internationale Beziehungen
Reisestipendien (108) - Reisen und Vorträge Hirschs (108) - Der Fall Heigl (Verhaftung und Abschiebung in das Deutsche Reich) (109) - Habilitation von Pivec (114) - Beziehungen zu den MGH (115) - Dahlem und Wien, ein Vergleich (117) - Hirschs sowie Meisters Niederlage in der Uebersberger-Nachfolge (117) - Srbiks weiterer Aufstieg (117) - Nachfolgefragen in Graz (Mittelalter und Österreich) (117) - Beziehungen zur Deutschen Forschungsgemeinschaft (118) - Pläne Hirschs hinsichtlich wissenschaftlicher Publikationen Kärnten betreffend (118) - Burgenländisches Urkundenbuch (119) - Regesta Habsburgica (119) - Regesta Imperii (119) - Erneute Probleme mit Wache (120) - Rückstellung einer Originalurkunde an Melk (120)
c. Achtzig Jahre Institut (120)
d. Personal und Allgemeines
Versuch Hirschs einer Wiederbesetzung der Stelle Heigls (123) - mangelnde Beheizung (124) - Gutachten Hirschs zum Werk „Rudolf IV.“ von E. K. Winter (124)
7. Das Studienjahr 1935/1936 126
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (126) - Die frühzeitige Pensionierung von Dopsch und die Regelung der Zukunft des Seminars für Wirtschafts- und Kulturgeschichte (126)
b. Allgemeiner Bereich und internationale Beziehungen
Reisestipendien (129) - Hirsch wird Dekan (130) - Reisen und Vorträge Hirschs (130) - Beziehungen zu den MGH, Spannungen mit Kehr (131) - Plan einer Neubearbeitung des Du Cange (132) - Regesta Imperii (132) - Ladners Papstikonographie (133) - Beziehungen nach München (Dumrath und die Traditionsnotizen des Klosters Reitenhaslach, Südost-Institut, Starzacher, Krallert) (133) - Hirsch empfiehlt Starzacher für das Kärntner Landesarchiv (134) - Goldenes Doktordiplom für Donaubaum (134)
c. Personal und Allgemeines
Antrag Hirschs auf Umstufung von Pivec (134)
8. Das Studienjahr 1936/1937 136
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (136)
b. Allgemeiner Bereich und internationale Beziehungen
Reisestipendien (136) - Reisen und Teilnahme Hirschs an Tagungen (137) - Das Dekanat (138) - Vortrag Hirschs in der Urania (138) - Ernennung Hirschs zum korrespondierenden Mitglied der Preußischen Akademie (138) - Beziehungen zu den MGH (139) - Übersetzung und Veröffentlichung eines Kapitels von Hirschs „Klosterimmunität“ durch den englischen Mediävisten Barraclough (139) - Austausch von Lehrkräften zwischen Wien und Prag (140) - Ratschläge Hirschs bei der geplanten Gründung einer katholischen Universität in Salzburg (141) - Grazer Besetzungsfragen (Hantsch) (141) - Die Dopsch-Festschrift (142) - Die Situation am Kärntner Landesarchiv (143) - Differenzen Hirschs mit Santifaller wegen der geplanten Publikation einer italienischen Historiographie durch Lhotsky (143) - Einstellung der Arbeiten am Codex Udalrici (144)
c. Personal und Allgemeines
Einstellung Fichtenaus als wissenschaftliche Hilfskraft und Bestellung von Pivec zum Hochschulassistenten (144)
9. Das Wintersemester 1937/1938 145
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (145) - Plan zur Errichtung einer Lehrkanzel für mittellateinische Philologie (145) - Ergänzung der Statuten (146) - Pläne einer stärkeren Ausrichtung auf die österreichische Geschichte (146)
b. Allgemeiner Bereich und internationale Beziehungen
Reisestipendien (148) - Vorträge Hirschs im Deutschen Reich im Dezember 1937 (148) - Fortschritte bei der Herausgabe der deutschen Inschriften (149) - Geplante Reisen Hirschs (149) - Weitere Vorträge Hirschs (150) - Geplanter Festvortrag zur 800-Jahr-Feier des Stiftes Zwettl (150) - Angebot einer Mitarbeit an der Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte (150) - Tod Riedners (150) - Die Stengel-Nachfolge in Marburg (150) - Erscheinen von Hirschs Werk „Urkundenfälschungen aus dem ‚Regnum-Arelatense?“ (151)
c. Personal und Allgemeines
Weiterbestellung Fichtenaus (153) - Amtswart Bayer erhält eine Dienstwohnung im Universitätsgebäude (153) - Privater Umzug Hirschs (153)
10. Das Sommersemester 1938. Prolog 155
Das Institut nach dem „Anschluß“ - Stellung (156) - Vereidigung des Universitätspersonals (159) - Erste Auswirkungen des Anschlusses auf Absolventen (160) - Der Fall Merkl (160)
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (161) - Der Fall Klebel (161) - Präliminarien der Besetzung des Leipziger Lehrstuhls für Historische Hilfswissenschaften (Pivec) (162)
b. Allgemeiner Bereich und internationale Beziehungen
Reisestipendien (164) - Hirschs Teilnahme am VIII. Internationalen Historikerkongreß in Zürich (164) - Hirschs Erklärung hinsichtlich seiner Haltung zu Vorträgen in den ost- und südosteuropäischen Ländern (165) - Vorträge und Reisen Hirschs (166) - Plan der Verlegung der MGH-Direktion nach München (166) - Hans Hirschs Lieblingsthema „Konradin“ (167) - Glückwünsche zu Redlichs 80. Geburtstag (168) - Hirsch und die Errichtung einer Lehrkanzel für Volkskunde an der Universität Wien (168) - Habilitation von Schülern Hirschs (169) - Hirschs Schülerin Parsons (169)
c. Personal und Allgemeines
11. Das Studienjahr 1938/1939. Prolog 171
Das Institut im Dritten Reich - Stellung
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (173) - Die Berufung von Pivec nach Leipzig (174) - Die Diskussion um Aufgaben und Titel des Instituts seitens des Lehrkörpers (175) - Aussichten auf eine Berufung Brunners nach Freiburg (176) - Stellenplan Hirschs vom Oktober 1938 für den Bereich mittelalterliche Geschichte und historische Hilfswissenschaften (178) - Forderung Hirschs nach weiteren Assistenten und Verzicht auf einen Bibliothekar (178)
b. Wissenschaftliche Beziehungen und allgemeiner Bereich
Reisestipendien (179) - Tagungen und Reisen Hirschs (179) - R. Wagner Vortrag Hirschs (179) - Beziehungen zu den MGH (180) - Aufgabe des Vorsitzes der Südostdeutschen Forschungsgemeinschaft (181) - Ernennung Brackmanns zum korrespondierenden Mitglied und Hirschs zum Sekretär der phil.-hist. Klasse der Wiener Akademie (181) - Das Du-Cange-Projekt (181) - Eintreten Hirschs für eine Anstellung des Slavisten Friedrich Repp an der Wiener Universität sowie seine Einstellung bei der Besetzung der slavistischen Lehrkanzel 1939 (182) - Erfolglose Bemühungen Hirschs für einen Wechsel des Germanisten Gierach von München nach Berlin (183) - Bemühungen Klebels nach Wien zu kommen (183) - Ende des Kontaktes mit dem Lehrer J. Schuster aus Siebenbürgen (183) - Mißverständnis um Posten im Kärntner Landesarchiv und Geschichtsverein (183)
c. Personal und Allgemeines
Bestellung Fichtenaus als vertragsmäßige wissenschaftliche Hilfskraft und Einstellung von Erich Lindeck als Ersatz für Pivec (183) - Schreibmaschinen und Schreibkräfte (184) - Bemühungen Hirschs um eine Übernahme Bayers in ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis (184) - Neue Arbeitszeit für Beamte (185) - Ansuchen Hirschs um Renovierung der Räume (185) - Entlehnung des Bandes „Leges Visigothorum“ für eine geplante Ausstellung in München (185) - Höhe des Gehaltes von Hirsch (185) - Schätzwert der Einrichtungen des Instituts (185)
d. Der 60. Geburtstag von Hirsch. Feier und Glückwünsche (186)
12. Das Studienjahr 1939/1940 189
Das Institut im Dritten Reich - Stellung. Die Gefahr und Abwehr einer Zentralisierung der Archivarausbildung in Berlin (190)
a. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (190) - Plan einer Vertretung Brunners im Falle seiner Einberufung durch Th. Mayer (195) - Die Trimestrierung und der Kurs (196) - Hirschs Bemühungen um die Ernennung Brunners als Dopsch-Nachfolger (196) - Reisestipendien (196) - Kursfragen (197)
b. Allgemeiner Bereich und wissenschaftliche Beziehungen
Ernennung Hirschs zum korrespondierenden Mitglied der bayerischen Akademie (197) - Habilitationsgutachten für Rieger (197)
c. Personal
Stand und Antrag Hirschs auf Bestellung Fichtenaus zum Assistenten (198) - Einberufung Fichtenaus (198) - Antrag zur Einstellung Lindecks und Bewilligung eines dritten Assistenten (199)
13. Die finanzielle Situation des Instituts in den Jahren 1929 (1934)-1940 200
14. Die Institutsbibliothek 1929-1940 202
15. Die „Mitteilungen“ 1929-1939 207
16. Hans Hirsch als Mensch, Lehrer und Wissenschaftler 212
17. Hans Hirsch und die Wiener Universität 220
18. Hans Hirsch und die Historiker an der Deutschen Prager Universität 223
19. Hans Hirsch und der Zweite Weltkrieg 228
20. Hans Hirsch im politischen Umfeld seiner Zeit 231
21. Der Tod Hans Hirschs 236
IV. Das Institut 1940-1945 242
1. Die Nachfolge Hirsch
a. Die Nachfolge auf seine Professur (242) - Th. Mayers Ambitionen und Verstimmung (242) - Brunner favorisiert Zatschek (244) - Die Kommissionssitzung vom 14. Dezember 1940 (245) - Die Berufung Zatscheks (246)
b. Die Nachfolge in der Leitung des Instituts und die Ernennung Brunners zum Ordinarius
Brunner und das Institut bis 1940 (247) - Die Frage der Archivkompetenz des Instituts (248) - Der Brief Zipfels vom 10. September 1940 (248) - An sichten Brunners über die Aufgabe und Entwicklung des Instituts (Beitrag in den „Mitteilungen“) (249) - Provisorische Betrauung Brunners mit der Leitung des Instituts (250) - Endgültige Betrauung mit der Leitung (251) - Bemühungen zur dauernden uk. Stellung Brunners (252) - Brunners Ernennung zum Ordinarius (253) - Aussichten Brunners auf die Lehrstühle in Straßburg und München (254)
2. Die Stellung des Instituts im Dritten Reich im Rahmen der Archivarsaus-
bildung 1940-1945 255
3. Das Institut unter der Direktion Otto Brunners 1940-1945 261
a. Die Entwicklung des Personalstandes - und zwei Weichenstellungen für die Zukunft (261) - Der Personalstand bei der Ernennung Brunners zum provisorischen Leiter (261) - Der Konflikt mit Pivec (263) - Die Habilitation Fichtenaus (264) - Entlassung Fichtenaus und Brunners aus der deutschen Wehrmacht (267) - Die Rückkehr Zatscheks nach Prag und die Berufung Santifallers (269)
b. Instituts- und Lehrbetrieb
Vorlesungen (Brunner, Gross, Zatschek), Lehre und Allgemeines (273) - Zatschek als Lehrer (274) - Vorlesungen (Klebel) (276) - Letztes Protokoll einer Lehrkörperbesprechung vom 14. Juni 1941 (276) - Reisestipendien und Lehrausflüge (277) - Vorschläge Brunners hinsichtlich einer neuen Raumaufteilung (277)
c. Der Wissenschaftsbetrieb (278) - Arbeiten im Rahmen der MGH (278) - Regesta Habsburgica (279) - Plan einer monographischen Reihe über die Kulturen einzelner Völker (R. Kienle) unter Mitarbeit Brunners (280) - Ausstellung „Wien, ein Jahrhundert der Kunst und Kultur“ (280) - Santifaller und die Wiederbelebung der Beziehungen zu Rom (281) - Ableben Kehrs und Inkrafttreten der Piusstiftung (282)
d. Der allgemeine Institutsbetrieb und der Krieg
Einrichtungsfragen (283) - Lehrmaterial (283) - Fotoeinrichung (284) - Luftangriffe und Schäden (284) - Das Institut bei Kriegsende (286)
4. Die finanzielle Situation des Instituts 1940-1945 287
5. Die Institutsbibliothek 1940-1945 289
6. Die „Mitteilungen“ des Instituts 294
7. Otto Brunner als Mensch, Lehrer und Wissenschaftler 298
8. Otto Brunner im politischen Umfeld seiner Zeit 312
V. Die Mitglieder 1929-1945 316
1. Der 37. Kurs 1929-1931 316
a. Ordentliche Mitglieder (316)
b. Außerordentliche Mitglieder (318)
2. Der 38. Kurs 1931-1933 323
a. Ordentliche Mitglieder (323)
b. Außerordentliche Mitglieder (325)
3. Der 39. Kurs 1933-1935 336
a. Ordentliche Mitglieder (336)
b. Außerordentliche Mitglieder (342)
4. Der 40. Kurs 1935-1937 348
a. Ordentliche Mitglieder (348)
b. Außerordentliche Mitglieder (351)
5. Der 41. Kurs 1937-1939 359
a. Ordentliche Mitglieder (359)
b. Außerordentliche Mitglieder (364)
6. Der 42. Kurs 1939-1941 374
a. Ordentliche Mitglieder (374)
b. Außerordentliche Mitglieder (379)
7. Der 43. Kurs 1943-1945 389
a. Ordentliche Mitglieder (389)
b. Außerordentliche Mitglieder (390)
8. Zusammenfassung 394
VI. Beilagen 396
VII. Abkürzungsverzeichnis 403
VIII. Quellen- und Literaturverzeichnis 405
IX. Abbildungsnachweis 413
Personenregister 415

MIÖG Ergbd. 49: Maximilian Weltin, Das Land und sein Recht

Maximilian Weltin

Das Land und sein Recht

Ausgewählte Beiträge zur Verfassungsgeschichte Österreichs im Mittelalter
Herausgegeben von Folker Reichert und Winfried Stelzer

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 49)
2006, 574 S.
24 x 17 cm, Gb
Preis: € 54.80
978-3-486-58008-2 (D), 978-3-7029-0543-9 (A)

Der Band versammelt 19 Forschungsbeiträge aus der Feder Maximilian Weltins, die zwischen 1973 und 2003 erstmals publiziert wurden und sich mit der Verfassungs-, Rechts- und Sozialgeschichte der Mark und des Herzogtums Österreich im hohen und späten Mittelalter, somit der Länder Österreich ob und unter der Enns, befassen. Sie haben durch ihre kritische Quellenarbeit entscheidend dazu beigetragen, dass wir heute ein gegenüber früheren Auffassungen völlig anderes Bild von weiten Bereichen der mittelalterlichen Geschichte Österreichs haben, das im Einklang mit den Quellen steht.

Inhalt:

Zum Geleit (S. 7)
Zur niederösterreichischen Stadtministerialität im 13. Jahrhundert (am Beispiel von Laa an der Thaya) (S. 9)
Zur Entstehung der niederösterreichischen Landgerichte (S. 24)
Die tres comitatus Ottos von Freising und die Grafschaften der Mark Österreich (S. 60)
Das Dorfgericht und seine Bedeutung für die Entstehung der patrimonialen Märkte in Niederösterreich (S. 82)
Das österreichische Landrecht des 13. Jahrhunderts im Spiegel der Verfassungsentwicklung (S. 93)
Landesherr und Landherren. Zur Herrschaft Ottokars II. Premysl in Österreich (S. 130)
Die steirischen Otakare und das Land zwischen Donau, Enns und Hausruck (S. 188)
Vom "östlichen Baiern" zum "Land ob der Enns" (S. 205)
Böhmische Mark, Reichsgrafschaft Hardegg und die Gründung der Stadt Retz (S. 233)
Die Gedichte des sogenannten "Seifried Helbling" als Quelle für die Ständebildung in Österreich (S. 254)
Die "Georgenberger Handfeste" und ihr Stellenwert für die Geschichte der Länder ob und unter der Enns (S. 324)
Ascherichsbrvgge. Das Werden einer Stadt an der Grenze (S. 338)
Die Anfänge des Landgerichts Korneuburg (S. 375)
Der Begriff des Landes bei Otto Brunner und seine Rezeption durch die verfassungsgeschichtliche Forschung (S. 384)
Markgraf Rüdiger von Bechelaren, eine historische Figur? (S. 410)
König Rudolf und die österreichischen Landherren (S. 421)
Probleme der mittelalterlichen Geschichte Niederösterreichs. Unter besonderer Berücksichtigung des Hollabrunner Bezirkes (S. 436)
Die Grafschaft Pernegg-Drosendorf (S. 487)
Landesfürst und Adel. Österreichs Werden (S. 509)
Maximilian Weltin: Schriftenverzeichnis (S. 565)

Bestellmöglichkeiten für Ergänzungsband 49 / How to order vol. 49

MIÖG Ergbd. 48: M. Kurz-M. Scheutz-K. Vocelka-T. Winkelbauer, Das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie in der Neuzeit

Marlene Kurz-Martin Scheutz-Karl Vocelka-Thomas Winkelbauer (Hg.)

Das Osmanische Reich und die Habsburgermonarchie in der Neuzeit

Akten des internationalen Kongresses zum 150-jährigen Bestehen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Wien, 22.–25. September 2004

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 48)
2005, 650 S.
24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 69.80
978-3-486-57861-4 (D), 978-3-7029-0488-3 (A)

Der Kulturtransfer und die Interaktion zwischen diesen „ewigen“ Kontrahenten vom 16.–20. Jahrhundert stehen im Mittelpunkt dieses Sammelbandes. Neben den in der Auseinandersetzung entwickelten Identitätskonstruktionen und Propagandastereotypen werden die Kontakte und Konflikte, etwa am Beispiel des Kultusprotektorates, ausführlich behandelt. Der Schwerpunkt des Bandes liegt einerseits auf dem Gesandtschaftswesen und andererseits auf den insgesamt noch wenig erforschten Berichten der „Orientreisenden“. Auch die vermittelnden Dolmetscher/Dragomane werden stärker in den Blick genommen.

Inhalt:


(1) Kontakte und Konflikte

  • Holger Th. GRÄF, „Erbfeind der Christenheit“ oder potentieller Bündnispartner? Das Osmanenreich im europäischen Mächtesystem des 16. und 17. Jahrhunderts – gegenwartspolitisch betrachtet
  • Marlene KURZ, Österreich in der osmanischen Historiographie
  • Claire NORTON, „The Lutheran is the Turks’ luck“: Imagining Religious Identity, Alliance and Conflict on the Habsburg-Ottoman Marches in an Account of the Sieges of Nagykanizsa 1600 and 1601.
  • Antal András DEÁK, Wie es wirklich war. Die Geschichte der Grenzabmarkung nach dem Friedensvertrag von Karlovic
  • Andrea PÜHRINGER, „Christen contra Heiden?“ – Die Darstellung von Gewalt in den Türkenkriegen
  • Barbara HAIDER-WILSON, Zum Kultusprotektorat der Habsburgermonarchie im Osmanischen Reich – von den Rechtsgrundlagen und seiner Instrumentalisierung im 19. Jahrhundert (unter besonderer Berücksichtigung Jerusalems)
  • Arno STROHMEYER, Das Osmanische Reich – ein Teil des europäischen Staatensystems der Frühen Neuzeit?

(2) Türkenbilder und Türkenpropaganda

  • Franz BOSBACH, Imperium Turcorum oder Christianorum Monarchia – Die Osmanen in der heilsgeschichtlichen Deutung Mercurino Gattinaras
  • Antje NIEDERBERGER, Das Bild der Türken im deutschen Humanismus am Beispiel der Werke Sebastian Brants (1456–1521)
  • Jan Paul NIEDERKORN, Argumentationsstrategien für Bündnisse gegen die Osmanen in Gesandtenberichten
  • Christine GIGLER, Gaistliche Kriegsrüstung. Die Türkenpredigten des Gurker Bischofs Urban Sagstetter (1566/67)
  • Iskra SCHWARCZ, Konfliktverhältnisse auf dem Balkan und die kaiserliche Propaganda in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts

(3) Gesandte und Gesandtschaftswesen

  • Ralf C. MÜLLER, „Der umworbene „Erbfeind“: Habsburgische Diplomatie an der Hohen Pforte vom Regierungsantritt Maximilians I. bis zum „Langen Türkenkrieg“ – ein Entwurf
  • Bart SEVERI, Representation and Self-Consciousness in 16th Century Habsburg Diplomacy in the Ottoman Empire
  • Harriet RUDOLPH, Türkische Gesandtschaften ins Reich am Beginn der Neuzeit – Herrschaftsinszenierung, Fremdheitserfahrung und Erinnerungskultur am Beispiel der Gesandtschaft von Ibrahim Bey in Frankfurt am Main 1562
  • Christoph AUGUSTYNOWICZ, Tatarische Gesandtschaften am Kaiserhof des 17. Jahrhunderts – Protokoll und Alltag
  • Mounir FENDRI, Die Habsburgermonarchie und die „Barbaresken“. Die Gesandtschaft des Jussuf Khodscha in Wien (1732/33) als Nachspiel des ersten österreichisch-tunesischen Friedensvertrages von 1725

(4) Reiseberichte

  • Hemma STAGL, Das Leben der nichtmuslimischen Bevölkerung im Osmanischen Reich im Spiegel von Reisebeschreibungen
  • Pervin TONGAY, Die europäische Sicht auf den Fremden in den Berichten des 16. Jahrhunderts. Das Bild der Türken und Azteken im Vergleich
  • Christof JEGGLE, Die fremde Welt des Feindes? Hans Dernschwams Bericht einer Reise nach Konstantinopel und Kleinasien 1553–1556
  • Almut BUES, die umschnupferten unsere wagen – Alltagskontakte des Handelsgesellen Martin Gruneweg im Spannungsfeld zwischen Orient und Okzident
  • Michael GREIL, den ohne grosse gedult ist nit müglich, durch die Turggey zu kommen. Die Beschreibung der rayß (1587–1591) des Hans Christoph Freiherr von Teufel
  • Hans-Peter LAQUEUR, Das Osmanische Reich und seine Bewohner aus der Sicht eines Südtiroler Bäckermeisters 1851–1852

(5) Dolmetscher und Dragomane

  • Alexander H. DE GROOT, Die Dragomane 1700–1869. Zum Verlust ihrer interkulturellen Funktion
  • Ernst Dieter PETRITSCH, Erziehung in guten Sitten, Andacht und Gehorsam. Die 1754 gegründete Orientalische Akademie in Wien
  • Michaela WOLF, „Diplomatenlehrbuben“ oder angehende „Dragomane“? Zur Rekonstruktion des sozialen „Dolmetschfeldes“ in der Habsburgermonarchie
  • Sibylle WENTKER, Hammer-Purgstall als Homo Politicus im Spiegel seiner Erinnerungen aus meinem Leben
  • Thomas WALLNIG, Die Geschichtsforschung der uomini mediocri: Pietro Bettìo und Francesco Rossi im Lichte ihres Briefwechsels mit Josef von Hammer-Purgstall

(6) Südosteuropa, die Habsburger und die Osmanen

  • Ivan PARVEV, „Du, glückliches Österreich, verhandle […]“. Militär versus Diplomatie in der habsburgischen Südosteuropa-Politik, 1739–1878
  • Natasa STEFANEC, Demographic Changes on the Habsburg-Ottoman Border in Slavonia (c. 1570–1640)
  • Stefan SPEVAK, Unde potentia Turcorum pulsi, bonis universis amissis [...] – Die Migration der Familie de Vuko et Branko aus dem Osmanischen Reich nach Ungarn (1688–1828)
  • Isa BLUMI, Austrian Strategies in Ottoman Albania: The School and the Fall of Sectarian Politics
  • Wladimir FISCHER, „Schlafend träumte ich, dass ich […] Pluderhosen anhätte“. Dositej Obradovic und die serbische Geistesgeschichte als Créolité
  • Miranda JAKISA, Literatur als Archiv und Ort des Kulturtransfers: Die Habsburgermonarchie und die Osmanen bei Ivo Andric

MIÖG Ergbd. 47: B. Merta-A. Sommerlechner-H. Weigl (Hg.), Vom Nutzen des Edierens

Brigitte Merta-Andrea Sommerlechner-Herwig Weigl

Vom Nutzen des Edierens

Akten des internationalen Kongresses zum 150-jährigen Bestehen des Instiuts für Österreichische Geschichtsforschung. Wien, 3.-5. Juni 2004

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 47)
2005, 398 S.
24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 49.80
978-3-486-57860-7 (D), 978-3-7029-0487-6 (A)

Die Akten der Tagung "Vom Nutzen des Edierens" behandeln methodische Probleme von Editionen und nehmen neben traditionellen Unternehmen der Mediävistik und der Neuzeit-Forschung auch die Aufbereitung von Quellenmaterial, das sich einer Wiedergabe im Volltext entzieht, ebenso wie "zukünftige" Quellen und mögliche Vermittlungsformen in den Blick. Die Beitragenden aus zehn europäischen Ländern und den USA widmen sich den Fragen nach dem "authentischen" Text, der Edierbarkeit von Massenmaterial, nach den dinglichen und bildlichen Quellen, dem Einsatz "Neuer Medien", nach der Wechselwirkung von Edition und Forschung und der Rezeption in der Öffentlichkeit.


Inhalt

  • R. B. C. Huygens, Von Texten und ihrem Text
  • Anne J. Duggan, Authorship and Authenticity in the Becket Correspondence
  • Franz Römer, Vom Nutzen des Edierens in der Klassischen Philologie
  • Pascale Bourgain, Entre plusieurs fidélités: l’idéal, l’originel et les témoins, à propos de la tradition de Grégoire de Tours
  • Edith Wenzel, "Original" oder Fassungen? Zum aktuellen Forschungsstand in der germanistischen Mediävistik
  • Fritz Peter Knapp, Votum zum Round Table
  • Wilfried Hartmann, Original und Rekonstruktion eines Archetyps bei den spätkarolingischen Konzilsakten
  • Rainer Berndt SJ, Die Werke Hugos von Sankt Viktor († 1141): Ist die Erstausgabe durch Abt Gilduin († 1155) ein editorischer Glücksfall?
  • Maximilian Lanzinner, Der authentische Text und das editorisch Mögliche: Deutsche Reichstagsakten. Reichsversammlungen (1556–1662)
  • Martin Steiner, Zur Authentizität der lateinischen Texte in den J. A. Comenii Opera omnia
  • Ludwig Schmugge, "Regestenschuster 2004"
  • Karl Härter, Edition, Repertorium oder Datenbank? Die Erschließung frühneuzeitlicher Policeygesetzgebung durch das Repertorium der Policeyordnungen
  • Imre Ress, Edieren oder elektronisch indizieren? Ungarische Erfahrungen mit der Zugänglichmachung der Massenquellen von der Frühneuzeit bis zum Ende des Staatssozialismus
  • Frank M. Bischoff, Fachliche Ansprüche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Archiv: Wie können moderne Massenakten der Forschung zugänglich gemacht werden?
  • Paul Bertrand, La numérisation des actes: évolutions, révolutions. Vers une nouvelle forme d’édition de textes diplomatiques?
  • Annie Dufour, La base des actes originaux antérieurs à 1220 de la série L des Archives nationales
  • Nora Gädeke, Ein Dinosaurier im Internet – die historisch-kritische Leibnizedition. Vom Nutzen der neuen Medien für ein editorisches Langzeitunternehmen
  • Klaus Graf, Edition und Open Access
  • Manfred Thaller, Reproduktion, Erschließung, Edition, Interpretation: ihre Beziehungen in einer digitalen Welt
  • Walter Koch, Epigraphische Editionen europaweit: Inschriften als Quellen verschiedenster Art
  • Axel Bolvig, Editing and Publishing Medieval Wall Paintings on the Internet. Is it Us or our Forefathers who Determine the Subjects?
  • Rolf Nagel, Zur Herausgabe von Wappenbüchern
  • Vincenc Rajšp, Die Josephinische Landesaufnahme als historische Quelle
  • Theo Kölzer, Die Edition der merowingischen Königsurkunden. Voraussetzungen und Folgen
  • Rudolf Schieffer, Votum zum Round Table
  • Peter Landau, Kanonistische Editionsvorhaben
  • Olivier Guyotjeannin, Éditions diplomatiques et recherche historique: quelques remarques sur le cas français (XIXe–XXe siècles)
  • Maria Pia Alberzoni, Considerazioni su nuove proposte metodologiche nell’edizione delle fonti in ambito italiano
  • Stefan Samerski, Die Edition der Nuntiaturkorrespondenz: Strukturprobleme und neue Perspektiven
  • Winfried Schulze, Editionstätigkeit und Forschungsorientierung in der Neueren Geschichte
  • Walter Pohl, Von Nutzen und Methodik des Edierens
  • Danuta Shanzer, Editions and Editing in the Classroom: A Report from the Mines in America
  • Brenda Bolton, Bringing the Pope to the People: Validity in the Use of Language
  • Rita Voltmer, Kontextualisieren, exemplifizieren, popularisieren: Gedanken zur Edition landes- und regionalgeschichtlicher Quellen für universitäre Lehre, Schulunterricht und Kulturbetrieb

MIÖG Ergbd. 46: Andrea Rzihacek-Bedö, Medizinische Wissenschaftspflege im Benediktinerkloster Admont bis 1500

Andrea Rzihacek-Bedö

Medizinische Wissenschaftspflege im Benediktinerkloster Admont bis 1500

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 46)
2005, 289 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
978-3-486-57666-5 (D), 978-3-7029-0483-8 (A)

Das steirische Kloster Admont entwickelte sich im 12. Jahrhundert zu einem religiösen, kulturellen und geistigen Zentrum des Ostalpenraumes. Die seit dem Mittelalter weitgehend lückenlos erhaltenen Handschriftenbestände (rund 1400) und ein um 1380 angelegter detaillierter Bibliothekskatalog, der bis ins 15. Jahrhundert mit Nachträgen versehen wurde, bilden eine tragfähige Grundlage für die Erforschung seiner Bibliotheksgeschichte. Stärkere Verluste sind in der Neuzeit erst in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen zu verzeichnen, als aus finanziellen Gründen eine Reihe wertvoller Handschriften an in- und ausländische Antiquariate verkauft werden mussten. Es gelang im Rahmen der Recherchen zur vorliegenden Arbeit den aktuellen Aufbewahrungsort von neun von vierzehn in der Zwischenkriegszeit an ausländische Antiquariate verkauften und seither als verschollen geltenden medizinischen Handschriften festzustellen.

Anhand der beachtlichen Zahl von im Mittelalter in der Admonter Bibliothek nachweisbaren medizinischen Handschriften lässt sich die Rezeption medizinischer Fachliteratur in Admont verfolgen. Ihr Spektrum umfasst den gesamten Bereich mittelalterlicher Medizin, von den grundlegenden Werken der antiken Autoren über die arabische und frühmittelalterliche Medizin bis hin zu den wichtigsten Texten, die aus der Schule von Salerno und den mittelalterlichen medizinischen Fakultäten hervorgegangen sind.

Die genaue Untersuchung der “Gebrauchsspuren” – wie Randnotizen und nachträglich eingetragene Rezepte und Notizen (vgl. dazu auch den 60 Abbildungen umfassenden Bildteil) – soll den Wert der Handschriften für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Texten demonstrieren und erlaubt auch punktuell Einblicke in die medizinische Praxis des mittelalterlichen Klosters. Ein eigenes Kapitel ist dem Scholastiker Abt Engelbert von Admont (1297-1327) gewidmet, der in Padua studiert hatte und mit einer Reihe von medizinischen Handschriften, sei es als Käufer, als Schreiber, Glossator oder Auftraggeber, in Verbindung gebracht werden kann.

Ein im Anhang präsentierter Vergleich mit der Rezeption medizinischer Fachliteratur im Augustinerchorherrenstift Klosterneuburg im Mittelalter soll eine nähere Einordnung der Ergebnisse der Studie ermöglichen, ausführliche Verzeichnisse (Handschriften, Incipits, Quellen- und Literatur) und Indices (Namen- und Werkregister, Orts- und Sachregister) die inhaltliche Orientierung erleichtern.

MIÖG Ergbd. 45: Andreas Zajic, "Zu ewiger gedächtnis aufgericht"

Andreas Zajic

"Zu ewiger gedächtnis aufgericht". Grabdenkmäler als Quelle für Memoria und Repräsentation von Adel und Bürgertum im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit.

Das Beispiel Niederösterreichs

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 45)
2004, 404 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
978-3-486-64854-6 (D), 978-3-7029-0480-7 (A)

Grabdenkmäler des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit sind in den letzten Jahren vermehrt aus unterschiedlichen Blickrichtungen Gegenstand kulturwissenschaftlicher Forschung geworden. In der kunsthistorischen Literatur hat sich vor allem eine Synopse von liturgiewissenschaftlichen Erkenntnissen und Formalanalyse als produktiv erwiesen, während die historischen Wissenschaften sich stärker dem Gebiet der Memoria und der Repräsentation von Gruppen durch Symbole, zu denen auch Grabdenkmäler als Bedeutungsträger gerechnet werden können, zugewendet haben. Grabdenkmäler sind gleichermaßen realer Ort und Anknüpfungspunkt des liturgischen wie des individuellen beziehungsweise familialen Gedächtnisses: als Grabmäler weisen sie unmittelbar auf den Bestattungsort der Verstorbenen hin, als Totengedächtnismale verweisen sie mittelbar auf diese und gewährleisten die Erinnerung an die Toten, nehmen einen realen ebenso wie einen sozial-memorativen Raum ein. Parallel zum Grabmal erhalten verschiedene andere schriftliche Quellen das Gedächtnis der Verstorbenen.

Großes Augenmerk wurde der Dauerhaftigkeit des Grabes und der sich daran knüpfenden Memorialleistungen geschenkt. Stiftungen des Spätmittelalters verknüpften etwa Almosenausteilungen mit dem Ort des Grabmales bzw. dem zugehörigen Altar und verlangten den regelmäßigen Grabbesuch, d.h. in der Regel das Grabbegängnis und die Aufrichtung einer Bahre mit Leichentuch und brennenden Steckkerzen unmittelbar auf der Grabplatte am Jahrtag, wobei für den Stifter und dessen Familie öffentlich gebetet werden sollte. Weitergehende Strategien sorgten etwa im bürgerlichen Bereich für den unmittelbaren Einfluß auf die Durchführung der Stiftungsverbindlichkeiten durch Errichtung eines eigenen Benefiziums, dessen Patronat im Familienbesitz verblieb. Darüberhinaus konnte der Charakter des Erbbegräbnisses als Familienstiftung verstärkt werden, wenn auf die entsprechende Benefiziatenstelle ein Verwandter der Stifterfamilie präsentiert werden konnte, was in verschiedenen Testamenten explizit vorgesehen war. Adeligen stand die Ausübung des Patronates über die Kirchen auf dem Land, in denen sich die Familienbegräbnisse befanden, zur Disposition. Im Spätmittelalter wurden aus diesem Grund für verschiedene Filialkirchen von den lokalen adeligen Grundherren die Pfarr- und damit auch die Begräbnisrechte erworben. Häufig wurden im 16. Jahrhundert bestehende Vogteirechte zu Patronatsrechten ausgebaut, in der Absicht, eine bessere Handhabe für die geplanten Umbauten zu Erbbegräbnissen zu haben. Ort der neuanzulegenden adeligen Familiengrablege wurde meist die dem Herrschaftssitz am nächsten gelegene Pfarr- oder Filialkirche, während Burg- und Schloßkapellen vergleichsweise selten adaptiert wurden. Voraussetzung war dementsprechend die Konzentration lebenswichtiger Interessen an einem Adelssitz und die Aussicht auf längerandauernden Besitz der entsprechenden Herrschaft. Vielfach erfolgte deshalb signifikanterweise die Einrichtung einer neuen Grablege (im 16. Jahrhundert zunehmend in Form einer Gruftanlage) nach der Umwandlung von ehemaligen Pfandherrschaften in landesfürstliche Lehen bzw. freies Eigen. Durch das Bestreben, existierende Erbgrablegen zu exklusiven, also andere Grabwerber tendenziell ausschließenden, dagegen familienintern möglichst verbindlichen und die Gesamtheit aller Verstorbenen aufnehmenden Begräbnisstätten zu machen, wurden einerseits Überführungen anderswo Verstorbener bzw. Bestatteter notwendig, ebenso wie das Abweichen von älteren Erbgrablegen, etwa nach der Herausbildung neuer Herrschaftsmittelpunkte, durchaus der Begründung bedurfte. Probleme in der Erhaltung der symbolischen Valenz mußte auch die Multiplikation der Begräbnisorte durch Aufsplitterung der Familien in mehrere Zweige mit sich bringen.

Mit der neuen Bedeutung Wiens als kaiserliche Residenzstadt seit dem zweiten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts verlagerten sich zunehmend die Interessensschwerpunkte der erfolgreich an den Hof gezogenen Hochadelsfamilien von den Grundherrschaften auf dem Land nach Wien, was auch eine weitgehende Neuorientierung des symbolischen Instrumentariums der Erbbegräbnisse mit sich brachte. Der Erwerb von Grüften und Grabkapellen in den Wiener Kirchen lief so in gewissem Sinn parallel zur Verdichtung des adeligen Hausbesitzes in Wien. Die politisch zunehmend unbedeutenden Familien des Niederadels und einige Hochadelsfamilien hingegen belegten ihre älteren Grablegen im Bereich der Herrschaften weiter.

Schon früh kam der Lage des Grabes besondere Bedeutung zu. Als im christlichen Bereich seit der Spätantike trotz wiederholter Verbote und Beschränkungen besonders anziehungskräftig kann das Begräbnis im Kirchenraum und in möglichst großer Nähe zum Altar, also den Reliquiengräbern der Heiligen, gelten. Dementsprechend galt seit dem Spätmittelalter der Chorraum als der am meisten bevorzugte Beisetzungsort, der in der Praxis - neben den lokalen Klerikern - nur Angehörigen der Stifterfamilie bzw. den Inhabern des Kirchenpatronates zugänglich war. Weiters wurden alle Grabdenkmäler an gut sichtbaren Orten der Kirche als besonders prestigeträchtig gewertet, ebenso wie die Sichtbarkeit und Augenfälligkeit der Grabmäler auf dem Friedhof - auch hier waren die Stellen an der Kirchenaußenmauer am höchsten bewertet - Kriterium sozialer und symbolischer Differenzierung war. Im städtischen Bereich konnte sich auch durch das Vorhandensein mehrerer Friedhöfe eine topographische als Reproduktion einer sozialen Ordnung entwickeln. In diesem Zusammenhang brachte die Einrichtung konfessionell getrennter Friedhöfe mit der Anlage protestantischer Begräbnisstätten vor den Stadttoren weitere Diversifizierungen. Neben der belegten Praxis gemischt-konfessioneller Bestattungen, die Rücksicht auf ältere Familienbegräbnisrechte nahmen, konnte so das Kirchenpatronat durch die Verweigerung der gewünschten Beisetzungsorte auch zu einem konfessionellen Steuermittel werden.

Hinsichtlich der Gestaltung der Grabdenkmäler unterschiedlicher sozialer Gruppen läßt sich nicht zuletzt auch anhand der entsprechenden letztwilligen Verfügungen feststellen, daß diese weniger der Abgrenzung gegen andere Gruppen dienen sollten, sondern vielmehr der Integration in das bildnerisch-symbolische Dekorum der Gruppe, der man sich zugehörig fühlte oder glaubte. Dementsprechend beschreiben Testamente vergleichsweise sehr selten ausführlich die Formen oder das Bildprogramm der posthum zu errichtenden Grabmäler, sondern fordern vielmehr die Standesgemäßheit des Denkmales ein.

Bei der Untersuchung der Bildprogramme von Epitaphien des "konfessionellen Zeitalters" läßt sich eine in der Literatur oft angedeutete klare Differenz zwischen den Vorstellungen katholischer und protestantischer Auftraggeber nur selten nachweisen. Vielmehr scheint ein konfessionell gemeinsamer Fundus an populären Bildinhalten existiert zu haben, ebenso wie ein reicher Schatz an Bibelzitaten vielfach eher einem allgemeinen Interesse an Spruchgut und Sentenziellem als echter Glaubenüberzeugung entsprach.

Das Formular der Grabinschriften selbst nennt anfangs neben dem Namen des Verstorbenen nur die Todesnachricht (Sterbevermerk) mit Todestag, was die Abhaltung des Jahrtages zum richtigen Termin gewährleisten sollte. Im Spätmittelalter tritt neben die nun mit Epitheta und Titeln versehene Namensangabe und das vollständige Todesdatum mit Jahreszahl ein beliebig erweiterbarer Segenswunsch, oft auch eine Grabbezeugung. Das seit dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts allmählich häufiger verwendete deutsche Formular entspricht dabei dem lateinischen. Die Verwendung von lateinischer oder deutscher Inschriftensprache weist keine Unterschiede zwischen Adel und Nicht-Adel auf, hingegen ist naturgemäß eine starke Dominanz des Lateinischen bei Priestergrabmälern zu konstatieren. In der fein ausdifferenzierten Titulatur äußern sich sehr stark soziale Gliederungen. Ausführlichere Grabinschriften des 16. und 17. Jahrhunderts betonen neben etwaigen adeligen Ämterlaufbahnen und Leistungen um die Familie - oft in Anlehnung an seit der Spätantike formulierte Tugendkataloge - die Erfüllung sozialer Vorgaben, vor allem im Erwerb ehelicher Nachkommen.

Grabinschriften kam seit dem 15. Jahrhundert auch eine besondere Rolle bei der Konstruktion adeliger und bürgerlicher Identität zu. Als notizartige Aufzeichnungen sowie in Abschriften und teilweise präzisen Nachzeichnungen in Familienbüchern bzw. Schreibkalendern finden sich Grabmäler, deren Standorte und Inschriften als Anknüpfungspunkte von Familien- und Geschlechterbewußtsein dokumentiert sowie als genealogische Quellen - mitunter auch in Hinblick auf verschiedene Rechtstitel - verwertet. Im Sinne der Legitimierung von adeligen Herrschaftsansprüchen durch eine der Grundkategorien des Adels, nämlich das möglichst hohe Alter eines Geschlechtes, waren Grabinschriften, die vielfach die ältesten belegbaren und erhaltenen schriftlichen Quellen der Familiengeschichte darstellten, sogar besonders wirkmächtig. Nicht selten wurden etwa Grabinschriften als Quellen der im ausgehenden 16. Jahrhundert anläßlich der Aufnahme in die Landstände einzulegenden adeligen Stammbäume herangezogen.

Die anhand niederösterreichischer Beispiele gemachten Beobachtungen sind Ergebnis einer regionalen Perspektive, betreffen aber Phänomene von weiterreichender Gültigkeit. Die Kontrastierung mit anderen Ausschnitten einer gesamtmitteleuropäischen Sepulkralkultur des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit würde manches als lokales Spezifikum herausstellen, während vieles in den meisten Teiles des alten Reiches Parallelen aufweisen dürfte. Grabdenkmäler als für Individuen konzipierte Denkmäler entziehen sich bis zu einem gewissen Grad ohnehin einer quantitativ-systematischen Auswertung in zu großen Räumen, sodaß eine Weiterarbeit in ähnlichen Längsschnitten an anderen Beständen durchaus sinnvoll erscheint. Grundlage einer letztlich zusammenschauenden Darstellung müssen Einzeluntersuchungen wie die vorliegende sein, wobei die Berücksichtigung der durchaus unscheinbaren zahlreichen Grabmäler auch des Bürgertums und des Niederadels auf dem Land unverzichtbar ist. Als Vorarbeit ist freilich eine möglichst engmaschige Erfassung des Bestandes zu leisten, die eines der Hauptprobleme der inschriftlichen Quellenarbeit ausmacht. Daß die vorliegende Arbeit nicht mehr als eine Anregung zu weiteren Forschungen und eine erste Darstellung zweifellos noch zu relativierender Ergebnisse sein kann, soll nicht verschwiegen werden. Daß die Vielzahl möglicher Fragestellungen und methodischer Zugänge zum Untersuchungsgegenstand jedenfalls lohnt, dürfte die Arbeit deutlich vermitteln.

MIÖG Ergbd. 44: J. Pauser-M. Scheutz-T. Winkelbauer, Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert)

Josef Pauser-Martin Scheutz-Thomas Winkelbauer (Hg.)

Quellenkunde der Habsburgermonarchie (16.-18. Jahrhundert)

Ein exemplarisches Handbuch

2004, 1134 S.
24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 79.80
978-3-486-64853-9 (D), 978-3-7029-0477-7 (A)

Die Quellenkunde der Habsburgermonarchie stellt ein unverzichtbares Handbuch für die Geschichte der Frühen Neuzeit dar. Seit der letzten, 1982 von Erich Zöllner herausgegebenen, überblicksartigen Zusammenstellung der "Quellen der Geschichte Österreichs" sind mehr als zwanzig Jahre vergangen. Die Forschungslage hat sich seither entscheidend verändert: Fragestellungen haben sich gewandelt, neue Quellengattungen und neue methodische Zugänge wurden erschlossen. Der allgemeine Aussagewert, die Herangehensweise, die Überlieferungssituation sowie die Charakteristika und Spezifika der einzelnen Quellengattungen werden dargelegt und der jeweils aktuelle Forschungsstand wird aufbereitet. Eine Kurzbibliographie schließt jeden Beitrag ab. So ermöglicht das Handbuch einerseits WissenschaftlerInnen ein rasches Nachschlagen, andererseits bietet es Studierenden eine erste Orientierung. Zeitlich knüpft der Band an die vor genau vier Jahrzehnten erschienene, Maßstäbe setzende "Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs" von Alphons Lhotsky an.

Vorbemerkung

Der Begriff der Quellenkunde, zumindest legt dies ein Blick in das Grimmsche Wörterbuch nahe, scheint mit dem Namen des Philologen, Historikers und kleindeutschen Politikers Friedrich Christoph Dahlmann (1785-1860) eng verbunden zu sein: Seine 1830 erstmals in Göttingen auf Wunsch seiner Hörer und 1838 in zweiter Auflage erschienene "Quellenkunde der deutschen Geschichte, nach der Folge der Begebenheiten für eigene Vorträge der deutschen Geschichte geordnet", legte einen Begriff vor, der richtungsweisend für kommende Historikergenerationen - der seither vielfach aufgelegte, dem Quellenbegriff des 19. Jahrhunderts verpflichtete Dahlmann-Waitz gehört noch heute zum Grundbestand jeder historischen Fachbibliothek - und auch für den vorliegenden Band war.

Die Frage nach den Quellen ist für die Geschichtswissenschaften grundlegend, weil die Quelle für den Historiker - Quelle in Anlehnung an Paul Kirn verstanden als "alle Texte, Gegenstände oder Tatsachen, aus denen Kenntnis der Vergangenheit gewonnen werden kann" - den Ausgangspunkt jeglicher historischer Erkenntnis darstellt. Mit Blick auf den Überlieferungskontext wurden Quellen im Gefolge von Johann Gustav Droysen und Ernst Bernheim in willkürliche ("Traditionsquellen") und unwillkürliche ("Überrest"), nach ihrer Form in schriftliche und nichtschriftliche, gemäß ihrer Filiation bzw. der Nähe zum behandelten Ereignis in primäre und, davon abgeleitet, sekundäre Quellen eingeteilt. Angesichts dieser fragwürdigen, durch Erkenntnisinteressen und Erkenntnistheorie sowie von der spezifischen Archivsituation des 19. Jahrhunderts geleiteten Klassifizierung in "Tradition" und "Überrest" (schon die Wortwahl "Tradition" prämiert bestimmte Quellen), wählte die vorliegende exemplarische Quellenkunde einen anderen Weg. Es wurde versucht, prinzipiell keine Art von Quelle aus diesem Handbuch auszuschließen. Unsere Zugangsweise war dabei vor allem geisteswissenschaftlich geprägt, indem wir "intellektuelle" Artefakte auf Schrift/Bild-Basis zur Bearbeitung ausgewählt haben. Die Herausgeber trugen mit der Nichtbeschränkung auf einen bestimmten Quellentyp dem Umstand Rechnung, daß gerade die Frühneuzeitforschung eine Fülle "neuer" Quellen erstmals zu Forschungszwecken herangezogen und alte Quellen vor neuem Hintergrund für neue Fragestellungen verwendet hat.

Bislang vorgelegte, auf Räume, Epochen oder Ereignisse bezogene Quellenkunden hatten generell zwei unterschiedliche Ausrichtungen. Zum einen listen sie, nach bestimmten Kriterien gegliedert, Quellen auf und dokumentieren den verfügbaren Quellenbestand, und zwar meist in Kombination von historischen Quellen und, nach Art einer Bibliographie, von wissenschaftlichen, zum Thema gehörigen Bearbeitungen. Zum anderen widmen sich Quellenkunden der "typologisch-genetischen Betrachtung einzelner Quellenarten und Quellengruppen". Der vorliegende Band versteht sich nicht als eine Art Quellenbibliographie, sondern versucht erstmals eine frühneuzeitliche Quellentypologie innerhalb der Habsburgermonarchie vorzunehmen - soweit dies aufgrund des derzeitigen Forschungsstandes, der Arbeitsschwerpunkte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Vorarbeiten auf diesem Gebiet möglich war. Während Alphons Lhotsky in seiner Maßstäbe setzenden "Quellenkunde zur mittelalterlichen Geschichte Österreichs" von der Gliederung her stringenter in einen systematischen und einen deskriptiven Teil gliedern konnte, so schien uns dies, nicht zuletzt aufgrund der großen Zahl von Autorinnen und Autoren und der zunehmenden Spezialisierung der Frühneuzeitforschung, unmöglich. Der von Wasser-, Licht- und Lebensmetaphorik beeinflußte Begriff der Quelle erlaubt es zwar, historische Spuren nachzuzeichnen, die Interpretation von Quellen bedarf aber klarer Fragestellungen, weshalb im vorliegenden Band versucht wurde, bestimmte Quellenbestände mit den bereits an sie angelegten und noch anzulegenden Fragen der Forschung zu verknüpfen. Der regionale Schwerpunkt unserer Quellenkunde liegt dabei vorrangig auf dem Gebiet des heutigen Österreich (unter Einschluß von Südtirol), aber es wurden nach Möglichkeit auch Böhmen und Mähren sowie das historische Königreich Ungarn einbezogen. Wenn sich dabei eine gewisse Überbetonung des östlichen Österreich ergibt, so liegt das einerseits am politischen, verwaltungsmäßigen und kulturellen Schwerpunkt des Hofes - seit den 1530er Jahren entsteht allmählich die "Haupt- und Residenzstadt" Wien - und andererseits an der aktuellen österreichischen Forschungslandschaft und der Arbeitsstätte der Herausgeber.

Seit der letzten, 1982 von Erich Zöllner herausgegebenen, überblicksartigen Zusammenstellung zur Quellenkunde - mit Schwerpunkt auf dem Gebiet der heutigen Republik Österreich - sind über zwanzig Jahre vergangen. Die Forschungslage hat sich seither entscheidend verändert: Fragestellungen haben sich gewandelt, neue Quellengattungen wurden entdeckt, neue methodische Zugänge erarbeitet. Unser pragmatisch in vier Teile (1. Institutionen, 2. Gattungen, 3. Bilder und Dinge, 4. Medienarchäologischer Ausblick) gegliederter Band versucht diesen Neuerungen in relativ kurzen Beiträgen für das Gebiet der ehemaligen Habsburgermonarchie für die Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Rechnung zu tragen. Unterschiedliche Quellengattungen (z. B. Selbstzeugnisse, Briefe, Flugschriften) bzw. die schriftlichen/dinglichen/bildlichen Produkte verschiedener "Institutionen" (u. a. Kaiserhof, Landesfürst, Landstände, Grundherrschaft, Kirche, Universität) werden in den meist zehn bis fünfzehn Druckseiten umfassenden Beiträgen vorgestellt. Die Beiträge erschöpfen sich dabei nicht in einer taxativen Aufzählung von Quellen, sondern der allgemeine Aussagewert, die Spezifik der Herangehensweise, die Überlieferungssituation und Charakteristika der einzelnen Quellengattungen wurden von den rund achtzig Beiträgerinnen und Beiträgern herausgearbeitet. Zudem erläutern die handbuchartigen Beiträge auch den Forschungsstand und umreißen Forschungsdesiderate kurz. Aus Gründen der Arbeitsökonomie beziehen sich viele der Beiträge exemplarisch auf ein bestimmtes Gebiet oder ein bestimmtes Land. Ausgehend von einem sehr heterogenen Literaturstand reflektieren die Beiträge unterschiedliche "Erforschungszustände". Den Abschluß dieses Handbuchs bildet ein medienarchäologischer Ausblick, der das "Archiv als Gedächtnisort" in vielfältiger Art und Weise hinterfragt und vor dem Hintergrund neuerer medientheoretischer Ansätze problematisiert. Eine Kurzbibliographie (mit Schwerpunkt auf neuerer Literatur) schließt jeden Beitrag ab. Dazu ein formaler Hinweis: Bei den Literaturangaben wurde, um diese nicht überborden zu lassen, der Reihentitel des jeweiligen Werks nicht angeführt. Mit den modernen Möglichkeiten der Literaturrecherche etwa via Internet (Verbund-OPACs etc.) erscheint diese Angabe zur Auffindung des Werkes auch nicht mehr zwingend notwendig.

Zielpublikum dieses Bandes sind einerseits Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, denen das Handbuch ein rasches Nachschlagen ermöglichen soll, andererseits auch Studierende, denen mit Hilfe der übersichtlichen Beiträge eine erste Orientierung geboten wird.

Der hier vorliegende Band versteht sich als Grundstein einer bislang noch kaum existierenden komparatistischen, qualitativ operierenden Quellenkunde, deren Ziel etwa ein Vergleich von Urbaren oder Selbstzeugnissen in verschiedenen Regionen sein könnte. Leider sind im Laufe der Vorarbeiten einige der ursprünglich geplanten (und zugesagten) Beiträge ausgefallen, dennoch ermöglicht dieser Band eine ungefähre Übersicht über den gegenwärtigen Forschungsstand zu vielen (beileibe nicht allen) Quellensorten und deren Erforschung für das Gebiet der Habsburgermonarchie in der Frühen Neuzeit. Gleichzeitig liegt nun auch eine lange Liste von Forschungsdesideraten vor, die exemplarisch Aufgabenstellungen für Generationen von zukünftigen Historikerinnen und Historikern bereithält.

Abschließend ist es uns ein Bedürfnis Worte des Dankes auszusprechen. Herzlicher Dank gilt allen Autorinnen und Autoren, die ihre Beiträge - oft unter Zeitnot - verfaßt und rechtzeitig oder unter sanftem Druck abgeliefert haben. Auch dem Zuspruch vieler Kolleginnen und Kollegen inner- und außerhalb des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung und des Wiener Instituts für Geschichte, die uns bei diesem oft nicht ganz leichten Vorhaben mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind, haben wir vieles zu verdanken. Besonderer Dank für die Aufnahme dieses Bandes in die Reihe der Ergänzungsbände des Instituts ist den Professoren Herwig Wolfram, dem ehemaligen, und Karl Brunner, dem gegenwärtigen Direktor des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, abzustatten.

Wien, im September 2003
Josef Pauser, Martin Scheutz, Thomas Winkelbauer

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung, S. 9-12
Abkürzungsverzeichnis, S. 13-17

1. Institutionen

1.1. Hof und Zentralverwaltung

Im Herzen der zusammengesetzten Habsburgermonarchie: Quellen zu einer neuen Geschichte des Hofes, der Regierung und der höfischen Repräsentation (Jeroen Duindam), S. 21-32

1.1.1. Der Kaiserhof

Das k.k. "Geheime Hausarchiv" (Michael Hochedlinger), S. 33-44
Die Wiener Hofbibliothek (Stefan Benz), S. 45-58
"Ordonnances de l'hôtel", Hofstaatsverzeichnisse, Hof- und Staatskalender (Heinz Noflatscher), S. 59-75
Die Zeremonialprotokolle und weitere Quellen zum Zeremoniell des Kaiserhofs im Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchiv (Mark Hengerer), S. 76-93
Die Berichte der päpstlichen Nuntien und der Gesandten Spaniens und Venedigs am kaiserlichen Hof aus dem 16. und 17. Jahrhundert (Jan Paul Niederkorn), S. 94-107
Die Quellen zu den Hofreisen im Habsburg-Lothringischen Familienarchiv aus den Jahren 1766 bis 1788 (Krisztina Kulcsár), S. 108-119

1.1.2. Der Geheime Rat und die Geheime Konferenz

Die Protokolle zentralstaatlicher politischer Ratskollegien (1527-1742/60) (Stefan Sienell), S. 120-127

1.1.3. Die Hofkammer

Die Abrechnungsbücher des Hofzahlmeisters (1542-1714) und die Zahlamtsbücher (1542-1825) im Wiener Hofkammerarchiv (Mark Hengerer), S. 128-143
Quellen der obersten landesfürstlichen Finanzverwaltung in den habsburgischen Ländern (16. Jahrhundert) (Peter Rauscher), S. 144-152
Die Gedenkbücher der Kaiserlichen Hofkammer im 17. und 18. Jahrhundert (Tomás Knoz), S. 153-161

1.1.4. Militärwesen

Quellen zum kaiserlichen bzw. k.k. Kriegswesen (Michael Hochedlinger), S. 162-181
Die Akten und Protokolle des Wiener Hofkriegsrats im 16. und 17. Jahrhundert (Géza Pálffy), S. 182-195
Die Quellen der Konskription (Anton Tantner), S. 196-204

1.2. Landesfürstliche Regierungen und landesfürstliche Gesetzgebung

Das Schriftgut der drei "oberösterreichischen Wesen" (Christoph Haidacher), S. 205-215
Landesfürstliche Gesetzgebung (Policey-, Malefiz- und Landesordnungen) (Josef Pauser), S. 216-258
"Bergordnungen" - eine exemplarische Quellenbeschreibung anhand der historischen Bergbauregion Tirol (Gerd Hofmann und Wolfgang Tschan), S. 257-267
Waldordnungen und ergänzende Quellen (Christoph Sonnlechner), S. 268-277
Das Paßwesen (1750-1857) (Andrea Komlosy), S. 278-290
Wappenbriefe (unter besonderer Berücksichtigung der Tiroler Verhältnisse) (Gustav Pfeifer), S. 291-302

1.3. Das Reich und die Erblande

Reichstag und Reichstagsakten am Beispiel der Augsburger Reichstages von 1530 (Martina Fuchs), S. 303-311
Reichsgesetzgebung und Reichsrecht (Karl Härter), S. 312-326
Die Reichshofratsakten als Quelle zur Geschichte der österreichischen und böhmischen Länder im 16. und 17. Jahrhundert (Barbara Staudinger), S. 327-336

1.4. Landstände

Archive, Registraturen und Bibliotheken der Stände: das Beispiel Oberösterreich (Arno Strohmeyer), S. 337-350
Landtagsakten (unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in der frühneuzeitlichen Habsburgermonarchie) (Joachim Bahlcke), S. 351-364
Die Gülteinlagen und die Theresianischen sowie Josephinischen Steuerfassionen in den österreichischen Ländern (Bernhard Hackl), S. 365-377

1.5. Grundherrschaft und Stadtherrschaft, ländliche und städtische Gemeinde

Herrschaft und Gemeinde im frühneuzeitlichen Österreich: Zur Quellenlage (Herbert Knittler), S. 378-389

1.5.1. Norm

Weistümer und "Ländliche Rechtsquellen" (Christiane Birr), S. 390-408
Instruktionen für Herrschaftsbeamte und grundherrliche Ordnungen in den österreichischen und böhmischen Ländern (Thomas Winkelbauer), S. 409-426
Hausväterliteratur (Alexander Sperl), S. 427-434

1.5.2. Praxis

Herrschaftsschätzungen und Anschläge (Herbert Knittler), S. 435-442
Grundherrschaftsprotokolle (Thomas Just), S. 443-447
Die Tiroler Gerichts- und Verfachbücher (Wilfried Beimrohr), S. 448-456
Österreichische Rechnungen und Rechnungsbücher (Thomas Just), S. 457-467
Adelige und bürgerliche Nachlaßinventare des 16. und 17. Jahrhunderts in den böhmischen Ländern (Václav Buzek), S. 468-476
Heiratsverträge und Testamente in Böhmen im 16. und 17. Jahrhundert (Pavel Král), S. 477-494
Testamente und Verlassenschaftsabhandlungen (18. Jahrhundert) (Michael Pammer), S. 495-510
Schöppenbücher (Dana Stefanová), S. 511-515
Historische Bodendokumentation: Urbare, Landtafeln und Grundbücher (Elisabeth Schöggl-Ernst), S. 516-529
Grundbücher in Böhmen und Mähren (Bronislav Chocholá), S. 530-539
Zehentdaten und Zehentregister (Erich Landsteiner), S. 540-560
Gerichtsakten (Martin Scheutz), S. 561-571
Supplikationen (Martin Paul Schennach), S. 572-584
Quellen zu den böhmischen Bauernaufständen im Jahre 1680 (Jaroslav Cechura), S. 585-589
Ratsprotokolle österreichischer Städte (Herwig Weigl und Martin Scheutz), S. 590-610
Die Rechnungen der Finanzverwaltung in den österreichischen Städten (Andrea Pühringer), S. 611-624
Steuerverzeichnisse (Katrin Keller), S. 625-632
Wiener Zunftarchivalien vom 17. bis zum 19. Jahrhundert (Annemarie Steidl), S. 633-640

1.6. Kirchen und Konfessionen

Geschichte der Konfessionen im frühneuzeitlichen Österreich: Zur Quellenlage (Rudolf Leeb), S. 641-650
Die "Passauer Protokolle" im Wiener Diözesanarchiv (Johann Weißensteiner), S. 651-662
Die "Litterae Annuae" und die "Historiae" der Jesuiten (Gernot Heiß), S. 663-674
Kirchliche Visitationen und landesfürstliche "Reformationskommissionen" im 16. und 17. Jahrhundert am Beispiel von Niederösterreich (Arthur Stögmann), S. 675-685
Die Prälatenarchive (Helga Penz), S. 686-695
Quellen der Historischen Demographie (Andreas Weigl), S. 696-706
Pfarrakten des 18. Jahrhunderts am Beispiel von Wien (Christine Schneider), S. 707-713

1.7. Universität

Universitäre Massenquellen (Matrikel, Akten) (Ingrid Matschinegg), S. 714-724

2. Gattungen

2.1. Selbstzeugnisse

Frühneuzeitliche Selbstzeugnisse (Harald Tersch), S. 727-740
Reiseberichte - der Blick auf Mittelstädte (Alfred Stefan Weiß), S. 741-752
Haus- und Familienbücher (Birgit Studt), S. 753-766
Tagebücher (Petr Matá), S. 767-780
Die Tagebücher und Tagzettel des Kardinals Ernst Adalbert von Harrach (Alessandro Catalano), S. 781-789
Die "Tagzettel" der Gräfin Johanna Theresia von Harrach als Sonderform des Briefes (Susanne Claudine Pils), S. 790-795
Die Tagebücher des Grafen Karl von Zinzendorf (Christine Lebeau), S. 796-800

2.2. Briefe

Formen und Gattungen frühneuzeitlicher Briefe (Beatrix Bastl), S. 801-812
Gelehrtenkorrespondenzen und Gelehrtenbriefe (Thomas Wallnig), S. 813-827
Die Familienkorrespondenz FerdinandsI. (Christopher F. Laferl), S. 828-836
Die Privatkorrespondenzen Kaiser Leopolds I. (Petr Matá und Stefan Sienell), S. 837-848
Gesandtschaftsberichte in der Frühen Neuzeit (Friedrich Edelmayer), S. 849-859

2.3. Flugschriften und Zeitungen

Flugblätter, Flugschriften und periodische Zeitungen (Christian Oggolder und Karl Vocelka), S. 860-874
Die Fuggerzeitungen (Michael Schilling), S. 875-880

2.4. Geschichtsschreibung

Höfische und ständische Geschichtsschreibung (Arno Strohmeyer), S. 881-897
Die poetische Habsburger-Panegyrik in lateinischer Sprache als historische Quelle (Sonja Reisner), S. 898-915
Leichenpredigten (Franz M. Eybl), S. 916-926
Stadtchroniken am Beispiel der "Eisenstadt" Steyr (Harald Tersch), S. 927-938

3. Bilder und Dinge

Realienkunde der Frühen Neuzeit (Helmut Hundsbichler), S. 941-951
Über den Quellencharakter der frühneuzeitlichen Architektur (Petr Fidler), S. 952-970
Allegorie und Emblem (Sibylle Appuhn-Radtke), S. 971-1005
Das frühneuzeitliche Bildnis als Quelle (Friedrich Polleroß), S. 1006-1030
Historienbilder (Matthias Pfaffenbichler), S. 1031-1047
Topographische Ansichten Österreichs (in den Grenzen der Republik) 1500-1800 (Ralph Andraschek-Holzer), S. 1048-1059
Landkarten (Thomas Winkelbauer), S. 1060-1094
Inschriften (Andreas Hermenegild Zajic), S. 1095-1109

4. Medienarchäologischer Ausblick

Das Archiv als Gedächtnisort? (Wolfgang Ernst), S. 1113-1131

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren, S. 1131-1134

MIÖG Ergbd. 43: Martin Wagendorfer, Studien zur Historia Austrialis des Aeneas Silvius de Piccolominibus

Martin Wagendorfer

Studien zur Historia Austrialis des Aeneas Silvius de Piccolominibus

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 43)
2003, 224 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 34.80
978-3-7029-0473-9 (D), 978-3-486-64850-8 (A)

Die "Historia Austrialis" (Österreichische Geschichte) des Humanisten Aeneas Silvius Piccolomini (1405 - 1464, als Papst Pius II.) ist eine der wichtigsten Quellen zur Geschichte Österreichs im 15. Jahrhundert. Der Autor nimmt die seit Jahrzehnten brachliegende Forschung zu diesem brillant geschriebenen Glanzstück der österreichischen Historiographie wieder auf, legt erstmals eine detaillierte Aufarbeitung seiner komplizierten handschriftlichen Überlieferung vor und liefert die Grundlagen für die in den nächsten Jahren geplante erste kritische Ausgabe des Werkes.

Die Entstehungsphasen des Werkes, das in drei großen und mehreren kleineren Redaktionsstufen vorliegt, und die sprachlichen Überarbeitungen des Textes werden eingehend untersucht. Mit der Analyse der Rezeption klassischer Autoren am Beispiel Sallusts wird nachgewiesen, dass Piccolomini die österreichische Opposition gegen Friedrich III. durch geschickt eingesetzte Zitate und motivische Anspielungen mit der Catilinarischen Verschwörung parallelisiert.

MIÖG Ergbd. 42: Gustav Pfeifer (Hg.), Handschriften, Historiographie und Recht. Fs Winfried Stelzer

Gustav Pfeifer (Hg.)

Handschriften, Historiographie und Recht. Winfried Stelzer zum 60. Geburtstag

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 42)
2002, 328 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
978-3-486-64848-5 (D), 978-3-7029-0460-9 (A)

Inhalt:

  • Thomas Ertl, Kanonistik als angewandte Wissenschaft. Balduin von Brandenburg und der Streit um die Brandenburger Bischofswahl.
  • Rainer Murauer, Zwei Formen der gütlichen Streitbeilegung im 12. und 13. Jahrhundert: transactio und amicabilis compositio
  • Christoph Egger, Heidnische Götter in Admont: eine anonyme Genealogia deorum gentilium.
  • Margit Kamptner, Philologische Bemerkungen zu Johann von Viktring
  • Martin Wagendorfer, Horaz, die Chronik von den 95 Herrschaften und Friedrich III. Überlegungen zum Widmungsbrief der Historia Austrialis des Aeneas Silvius de Piccolominibus.
  • Karel Hruza, Liber Pauli de Slauikouicz. Der hussitische Codex 4937 der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien und sein ursprünglicher Besitzer.
  • Martin Roland, Studien zur Buchmalerei für das Wiener Dominikanerkloster während der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts
  • Peter Wiesflecker, Zur Adelsliste in Jakob Unrests Kärntner Chronik.
  • Karl Ubl, Die österreichischen Ketzer aus der Sicht zeitgenössischer Theologen.
  • Roman Zehetmayer, Advocati und defensores. Die adeligen Neben- und Untervögte der steirischen Klöster im 12. und 13. Jahrhundert.
  • Christian Lackner, Archivordnung im 14. Jahrhundert: Zur Geschichte des habsburgischen Hausarchivs in Baden im Aargau.
  • Andrea Rzihacek-Bedö, Staufische Kaiserurkunde und normannisch-sizilische Urkundentradition. Die Träger der Kanzleiarbeit im Königreich Sizilien.
  • Gustav Pfeifer, Sigillum boni burgi Bolzani. Überlegungen zur den mittelalterlichen Siegeln der Stadt Bozen.

Abstracts

Thomas Ertl

Kanonistik als angewandte Wissenschaft. Balduin von Brandenburg und der Streit um die Brandenburger Bischofswahl / Canon Law as Applied Science. Balduin of Brandenburg and the Brandenburg Election Dispute

For more than one hundred years, the Premonstratensian convents of Leitzkau and Brandenburg, both in the north-eastern German diocese of Brandenburg, were fighting to keep the privilege to elect the bishop of Brandenburg. In the crucial phase of the dispute, the middle of the 13th century, two works were written which would help to legitimise the demands of the Leitzkau convent: the canonistic Summa titulorum of Balduin of Brandenburg, and the historiographic Fundatio Letzkensis, compiled by an unknown member of the convent. Balduin was a Franciscan who owed very much to the Studium Generale of his rder at Magdeburg and the teaching of canon law conducted there. In his detailed summary of the Liber Extra, Balduin uses many legal definitions which played an important role in the dispute of the two Premonstratensian convents. The parallels between the legal text and the actual events lead us to suppose that Balduin had contact with at least one Premonstratensian monk of Leitzkau. Both the canonistic and the historiographic texts were instrumentalised to serve certain aims: On the one hand, they reflect reality in a distorted way and this distorted reflection had, on the other hand, its own influence on reality. I try to show in this article that the study of canon law as applied science could - in the same way as we have seen in historiography - take over legitimising functions and, therefore, every historian should be interested in this branch of our field.


Rainer Murauer

Zwei Formen der gütlichen Streitbeilegung im 12. und 13. Jahrhundert: transactio und amicabilis compositio / Two Non-litigious Ways of Settling Disputes in the 12th and 13th Centuries: transactio and amicabilis compositio.

Among the methods of settling ecclesiastical litigations by arrangement in order to avoid a judge's sentence, medieval Canon law defined two different possibilities: amicabilis compositio and transactio. They were often used as synonyms, although the papal decretals made a strict difference between them. The latter was characterized by Roman and Canon law as offer and counteroffer or at least the promise of something. Consequently, Pope Alexander III and his successors forbade transactiones in spiritual matters (res sacrae) because they could mean simony. Compositiones - as defined by the papal decretals - had to be gratuitous, which is why, in contrast to transactiones, they were allowed in spiritual matters. Nevertheless, papal judges delegate and even the popes themselves often did not respect this difference. Sometimes compositio was used as a generci term for all arrangements of litigants, including transactiones. Perhaps the juristic knowledge pf the judges was not sufficient for handling both methods, and maybe the normative effect of papal decretals (at least in this case) must be questioned.


Christoph Egger

Heidnische Götter in Admont. Eine anonyme Genealogia deorum gentilium / Pagan Gods in Admont. An anonymous Genealogia deorum gentilium.

Throughout the Middle Ages, the pagan mythology of Greek and Roman Antiquity was not only well known but also widely and intensively studied. Many treatises testify to this enduring interest. In this paper, a hitherto neglected compendium of the genealogy of the pagan gods, in the Manuscript 782 of the Library of the Benedictine monastery of Admont (Styria, Austria) is partially edited. The particular context of the manuscript is established through an examination of its relationship to three other similar texts: the compendia in Oxford, Bodleian Library, Digby Ms 221; Gotha, Forschungsbibliothek, Ms. Membr. I, 55; and, finally, a tract ascribed to Paul of Perugia, a friend of Boccaccio.


Margit Kamptner

Philologische Bemerkungen zu Johann von Viktring / Philological Remarks on Johann of Viktring.

Iohannes Victoriensis is generally agreed to have been on eof the best Latin-writing late medieval historians. His Liber certarum historiarum with its different extant recensions offers the opportunity tto study the author's working method. His efforts to improve the Liber in view of language and style, for instance, show his remarkable linguistic skills. Previous studies on the Latinity of Iohannes concentrated on the question of whether we could infer the origin of the author based on his Latin usage. This study in the first place deals with a few examples of suspected influence of a vernacular language; secondly, by means of selected passages, it shows the author's great ability in his use of the Latin language.


Martin Wagendorfer

Horaz, die Chronik von den 95 Herrschaften und Friedrich III. - Überlegungen zum Widmungsbrief der Historia Austrialis des Aeneas Silvius de Piccolominibus / Horaz, the Chronik von den 95 Herrschaften and Frederick III - Some Considerations on the Letter of Dedication of Aeneas Silvius de Piccolominibus' Historia Austrialis.

This research centres on the letterof dedication to emperor Frederick III, which Aeneas Silvius Piccolomini placed in front of the second redaction of his Historia Austrialis. In the dedication he mentions Frederick's invitation to compose this work. This "praefatio" has been readily discussed among scholars, not only because it is missing in the otherwise well preserved autographs and is not included in the otherwise hardly different third redaction, but also because it seems to play an important part in the interpretation of the whole composition. While previous research only dealt with a literal interpretation, this paper, by elaborating on some quotations taken from Horace, shows that Piccolomini, on a higher level of interpretation, transports ideas which only the learned humanist was able to understand. Thus the author critizises the Chronik von den 95 Herrschaften and indicates to the reader that, in his opinion, Frederick's court placed far too little value on recent humanist literature. A quotation deliberately chosen from the Psalter, that also repeatedly copied into the Emperor's so-called note-book, suggests that Piccolomini, through his "prefatio", was addressing Frederick personally.


Karel Hruza

Liber Pauli de Slauikouicz. Der hussitische Codex 4937 der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien und sein ursprünglicher Besitzer / Liber Pauli de Slauikouicz. The Hussite Codex 4937 of the Austrian National Library in Vienna and its first owner.

The author describes Manuscript 4937 of the Austrian National Library (Österreichische Nationalbibliothek) in Vienna, gives an analysis of the contents and the composition of the quires, and defines the manuscript as a typical codex mixtus produced in the milieu of the Hussite University in Prague. The date of the binding can be put shortly after 1458. The owner of the manuscript was the Hussite bachelor and priest Paulus de Slavikovic. The author provides a short biography of the man, and information on ten other manuscripts belonging to his library.


Martin Roland

Studien zur Buchmalerei für das Wiener Dominikanerkloster während der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts / Illuminated Manuscripts for the Dominican Convent in Vienna During the Second Half of 15th Century

The study first compares the still-existing library of the convent with a late medieval catalogue, thereby revealing heavy losses. Some of them can be located in the Österreichische Nationalbibliothek (Austrian National Library) and in Other Libraries abroad. A manuscript in the British Library (Add. 18.313) contains an important historiated initial by the Lehrbüchermeister, a Viennese miniaturist working between 1450 and 1470, especially for emperor Frederick III. After describing the manuscript dated 1466, the problematic question of compatibility of the mendicant ideal of poverty with the possession of valuable, beautifully decorated manuscripts is raised. In fact, there is another even more elaborately illuminated manuscript (Vienna, Library of the Dominicans, Cod. 415, 416), decorated by the Meister des Friedrichsbreviers. It is widely acknowledged that the preachers reached their intellectual zenith during the second half of 15th century, but the fact that they were important commissioners of illuminated manuscripts, decorated by the most important illuminators available in Vienna, has so far not been pointed out.


Peter Wiesflecker

Zur Adelsliste in Jakob Unrests Kärntner Chronik / The list of noble families in Jakob Unrest's Chronicle of Carinthia.

The Chronicle of Carinthia, authored at the end of the 15th century by Jakob Unrest, a canon in the collegiate church of Maria Saal and rector of the remote parish of St. Martin am Techelsberg, contains a list of noble families. This paper examines the list's important role in the concept of the work. Up to now, two manuscript traditions of the chronicle - differing considerably with regard to this list - are known. The list names the comital dynasties and the families of the founders of Carinthian monasteries, as well as 134 families of the lesser nobility which had become extinct between 1259 and 1490. By including the list, Unrest acknowledges the fact that the territorial unity (Land) is constituted by its nobility. The amount of information included by Unrest varies greatly from entry to entry. For twelve families, he indicates only the names, whereby in other cases a homonymous castle is known. Seventeen of the families are shown to have made donations to the church. Individual family members are named in 33 cases. The composition of the list follows primarily geographical criteria. Unrest seems to have travelled the country to collect materials on the castles and their owners. Apart from information transmitted orally, he also uses written records, in particular relying on the witness lists in charters, most important o fthose deposited in Maria Saal.


Karl Ubl

Die österreichischen Ketzer aus der Sicht zeitgenössischer Theologen / Austrian theologians and their views on contemporary heretics.

Sources on heresy in Austria are especially rare. This contrasts with the opinion generally accepted by historians, that the duchy of Austria belonged to the central regions of heresy's spread during the thirteenth and fourteenth centuries. It therefore seems rewarding to examine the views of Austrian theologians on contemporary heretics. Writings by Engelbert of Admont, Berthold of Regensburg, Siboto of Wien, Nikolaus of Heiligenkreuz and Martin of Krems have been taken into account. Most of their statements on heresy are to be considered fictional debates, based primarily on commonplaces and clichés transmitted by literary sources as the Anonymus of Passau. For example, it can be shown that polemics against Cathars do not indicate the existence of a dualist heresy in Austria but rather teh vexations of late-medieval theologians. The only heretical group which is clearly and originally reflected by the writings of Austrian theologians are teh Waldenses. Nonetheless, it is not at all eident that anyone except the Anonymus of Passau considered heresy to be the main challenge to pastoral care in Austria.


Roman Zehetmayer

Advocati und defensores. Die adeligen Neben- und Untervögte der steirischen Klöster im 12. und 13. Jahrhundert / Advocati and defensores. Noble Sub-Avocates and Partial Advocates of the Styrian Monasteries (12th and 13th Century).

Sub-advocates and partial advocates were necessary for the protection of the local monastic estates, but in many cases, they were of course also a serious threat to the convents. As a consequence of the idea of the libertas ecclesiae "movement" and the reception of canon law, the monasteries tried to abolish or to limit the advocates' income, their rights of lower jurisdiction and especially the heredity of advocacy. Instead, the convents wanted to engage defenders to protect their property, who cost nothing and were dismissable at any time. The convents were supported by the Styrian dukes, who saw a chance to restrict the power of the nobility in their territory. On the other hand, the nobles took the view that receiving money for protecting the monastic estates and for exercising jurisdiction, as well as succession by their sons, were old justified rights, and they accepted neither being dismissible at any time nor the loss of income. Therefore, from the end of the 12th until the end of the 13th century, relations between the nobility and the monasteries were dominated by heavy conflicts, which showed the eminent importance of these questions. Finally, the monasteries succeeded, and only the most powerful noble families were able to reserve a few of their advocate's rights. Naturally, this development meant a heavy financial loss for the aristocracy - with important social, economic and political consequences for Styrian society.


Christian Lackner

Archivordnung im 14. Jahrhundert: Zur Geschichte des habsburgischen Hausarchivs in Baden im Aargau / Archival Systemizing in the Fourteenth Century. The History of the Habsburg Archive in Baden im Aargau.

Situated near the castle of Habsburg and the confluence of the Aare, the Reuss and the Limmat rivers, Baden had by the 14th century become the most important administrative centre of the Austrian dukes in their Western lands. From a very early date, the Habsburgs deposited part of their archive there, especially documents concerning the "Vorlande". When the Swiss confederates conquered Baden in 1415, they were also placed in control of the archive - then comprising some 1500 charters and manuscripts. The records were partly destroyed, partly handed over to the Austrian dukes between 1477 and 1480. Baden is of great importance to the medieval history of the Habsburg archives. Whereas evidence of the existence of the chief Habsburg archive in Vienna before the 16th century is somewhat vague and inconclusive, references to the repository in Baden are numerous in the last decades before the Swiss conquest. Theses references are derived mainly from two ancient indexes now preserved in the Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Vienna (Ms. Weiß 228/1.2). It seems tat a systematic review of the archive in Baden took place about 1384/85. The charters were at first classified according to their subject matter and distributed among different storage chests. Then several hands wrote endorsments. As the palaeographic analysis evidenced, most of the endorsements were executed by one Austrian chancery clerk, the Zurich-born Rüdiger Ölhafen. Finally, a systemized guide to the archive was made, based largely on the endorsements. This index is one of the first in Central Europe (Gonzaga archives 1367, Bavarian archives 1417).


Andrea Rzihacek-Bedö

Staufische Kaiserurkunde und normannisch-sizilische Urkundentradition. Die Träger der Kanzleiarbeit im Königreich Sizilien - Kanzleinotare und einheimische Kräfte / Imperial diplomas and the charter tradition of the Norman Kingdom of Sicily.

Emperor Henry VI succeeded to the throne of the Kingdom of Sicily in 1194. On his three journeys to Southern Italy between 1191 and 1197, he was accompanied by a number of scribes of his imperial chancery. To meet the demands of establishing Henry's reign over Sicily, however, a rising number of locals had to be employed in the business of issuing documents. The study first attempts to explore to what extent in in which way elements of the Norman-Sicilian diplomas were able to seep into charters issued by the Emperor. It becomes obvious that, although the imperial chancery was ready to employ local terminology and language style in order to provide an accepted legal basis in the matters brought before court, certain interior and exterior criteria had to be observed to maintain the traditional style and outward appearance of the imperial charter. Several examples serve to show the active role that experienced clerks from Henry's chancery played in the process of adapting local elements of style and language. Attention is then drawn to the creation of a new type of documents, the so-called apodixa, which was probably developed in co-operation between members of the imperial chancery and native scribes, in order to confirm the rights and property of individuals and institutions who handed in their legal documents to be examined by the King according to two edicts issued by Henry in 1196 and 1197. In the concluding section, the role of native employees is examined, specifically with regard to their share in the quantity of issued documents and their endeavours to adapt their style according to the guidelines of the chancery. In this section, it can be demonstrated that after a high rate of charters drawn up and written by various native scribes in 1194 and 1195, it seems that during Henry's last stay in Sicily until his death in September 1197, the imperial chancery tried to regain full control over the business of issuing charters and to stop the fluctuations in the employment of local scribes, possibly even to establish a Sicilian department of the chancery which employed only a limited number of specially trained scribes.


Gustav Pfeifer

Sigillum boni burgi Bolzani. Überlegungen zu den mittelalterlichen Siegeln der Stadt Bozen / Sigillum boni burgi Bolzani. Remarks on the medieval seals of the city of Bozen.

Municipal seals are excellent sources on urban history, but have not yet been thoroughly exploited as such by local historians. By their combination of text and image, they provide information on constitutional questions, the town's lord, the leading social groups and their self-expression. The earliest municipal seal of Bozen/Bolzano (South Tirol) was most probably made after bishop Egno of Eppan, the town's lord, regained the secular lordship of the bishopric of Trento. In reconstructing his principality, which was endangered by competing comital families, Egno needed the support of the newly developing Bozen community of burgenses. In 1256, when he made concessions to them regarding their tax payments, he possibly also allowed them to use a seal. At first, it would have served mainly as a visual symbol of the community's coherence rather than for the authentification of charters, because in 13th and 14th-century Bozen, the majority of legal acts was validated by unsealed public notaries' instruments instead. The depiction on the seal of the bishopric's patron, St. Vigilius, clearly shows it having been designed from the lord's point of view. After 1381, the counts of Tirol (and dukes of Austria), having gained actual power within the bishop's district of jurisdiction, urged the municipal council to replace the old seal. but there is no way of determining whether they were successful. In any event, when the bishop's urban district and the surrounding judicial district of the Tirolian counts were united under Duke Sigismund in 1462, a new seal matrix was cut. The newly granted municipal coat-of-arms depicted on this seal combines an expression of lordship with a religious one: the Austrian shield, with its colours reversed for reasons of heraldic rules, and a star with six points, symbolizing Our Lady, the patron saint of Bozen parish church.



MIÖG Ergbd. 41: Christian Lackner, Hof und Herrschaft

Christian Lackner

Hof und Herrschaft

Rat, Kanzlei und Regierung der österreichischen Herzoge (1365-1406)

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 41)
2002, 472 S.
24 x 17 cm, Br
Preis: € 64.80
978-3-486-64847-8 (D), 978-3-7029-0456-2 (A)

Das Buch bietet eine Strukturanalyse des spätmittelalterlichen Fürstenhofes und der Regierungspraxis der Habsburger. Untersucht wird der Zeitabschnitt vom Tod Herzog Rudolfs IV. 1365 bis zum Jahr 1406, vier Jahrzehnte, die eine wichtige Übergangsphase in der spätmittelalterlichen Geschichte Österreichs darstellen und mit den dynastischen Teilungen auch Wandlungsprozesse in Landesherrschaft und Verwaltung markieren. Nach einem einleitenden Abschnitt, der die Rahmenbedingungen und das Profil der habsburgischen Politik im genannten Zeitraum ausloten will, gilt der Hauptteil der Arbeit dem Hof in allen seinen komplexen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Bezügen. Gegenüber westeuropäischen Fürstenhöfen der Zeit weist der habsburgische Herzogshof einen Entwicklungsrückstand auf, indem Hofordnungen oder Gagenlisten noch nicht existierten. Dieser Umstand erschwert naturgemäß die Erforschung von Umfang, Organisation und personeller Struktur der höfischen Gesellschaft. Dennoch gelingt es, wichtige höfische Amtsträger in prosopographischen Skizzen zu erfassen. Regionale und soziale Herkunft, Bildung, Karriere und Konnubium der maßgeblichen Räte werden verfolgt und nachgezeichnet.

Inhalt

Einleitung
Grundzüge, Bedingungen und Profil habsburgischer Herrschaftspolitik: Das Zeitalter der Teilungen (1365-1406)
1. Hausverträge, Teilungen und innerdynastische Auseinandersetzungen

2. Äußere Beziehungen
2.1. Die Reichspolitik der österreichischen Herzoge
2.2. Expansion nach Süden: Die Habsburger in Italien
2.3. Habsburg, die "oberen Lande" und die Eidgenossen

3. Innere Entwicklung
3.1. Landstände
3.2. Die Finanzlage

Der Hof

1. Umfang und Gliederung
2. Frauen- und Prinzenhof
3. Haupthof
4. Die Hofämter und ihre Inhaber
4.1. Hofmeister
4.2. Hofmarschall
4.3. Küchenmeister
4.4. Die Kammer: Kammermeister und Kammerschreiber
4.5. Kämmerer

5. Der Rat
5.1. Organisation und Kompetenzen
5.2. Methodische Probleme
5.3. Die Räte
5.3.1. Die weltlichen Räte
5.3.2. Die geistlichen Räte

6. Die Kapelläne
7. Türhüter
8. Herolde
9. Leibärzte und Apotheker
10. Hofkunst - Die österreichischen Herzoge als Mäzene
10.1. Baumeister
10.2. Hofmaler und Illuminatoren
10.3. Hofmusik

Zwischen Reiseherrschaft und Residenz

1. Die Itinerare der Herzoge Albrecht III., Leopold III., Wilhelm und Albrecht IV.
2. Die Residenz Wien
2.1. Die Hofburg
2.2. Die Fürstengrablege in St. Stephan
2.3. Zur Wiener Sozialtopographie: Herrenviertel und Gesindeviertel

Urkundenwesen und Kanzlei

1. Die Urkunden
1.1. Die Schriftstücke der Kanzlei und ihre Einteilung
1.2. Die äußeren Merkmale
1.2.1. Die Besiegelungy
1.3. Sprache und innere Merkmale
1.4. Der Geschäftsgang in der Kanzlei
2. Kanzleibeamte und Geschichte der Kanzlei
2.1. Die Kanzler
2.2. Die Protonotare, Notare und Sekretäre

Zusammenfassung
Anhänge
 

MIÖG Ergbd. 40: Roman Zehetmayer, Kloster und Gericht

Roman Zehetmayer

Kloster und Gericht

Die Entwicklung der klösterlichen Gerichtsrechte und Gerichtsbarkeit im 13. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der Zisterze Zwettl

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 40)
184 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 34.80
978-3-486-64846-1 (D), 978-3-7029-0457-9 (A)

Im 13. Jahrhundert war das innere Gefüge eines Landes zu einem guten Teil von der Gerichtsorganisation geprägt. So hatte etwa die Ausübung von richterlichen Rechten weitreichende Konsequenzen auf die persönliche Stellung innerhalb eines Gesellschaftssystems, oder die regionalen Verwaltungsstrukturen waren entscheidend von der Einteilung eines Landes in verschiedene Gerichtsbezirke bestimmt. Das vorrangige Ziel des Buches ist es, die Entwicklung der klösterlichen Gerichtsrechte und der Gerichtsbarkeit zu analysieren, um damit letztendlich einen Beitrag zur Erforschung der Struktur bzw. des inneren Gefüges des Landes (Nieder-)Österreich zu leisten.

Aus mehrfachen Gründen hat sich dabei das Stift Zwettl und das Waldviertel als Ausgangspunkt für die Untersuchungen angeboten: So aufgrund der historischen Entwicklung des Raumes. Rodung, Besiedelung und Herrschaftsaufbau erfolgten zu einem relativ späten Zeitpunkt, als die Schriftlichkeit in unseren Breiten schon jenes Stadium erreicht hatte, um diese Vorgänge anhand der Quellen zumindest zum Teil sichtbar machen zu können. Dazu kommt eine grundsätzlich relativ günstige Überlieferung, die im 13. Jahrhundert über weite Strecken auf der sogenannten Zwettler Bärenhaut beruht. Der Adel dieser Region lebte hier länger als anderswo nach rechtlich konservativen Grundsätzen, die in den Urkunden dieser Handschrift besonders gut zum Ausdruck kommen. Diese Konstellation bewirkt, daß viele Verfassungsänderungen hier besser als anderswo sichtbar werden und sich zeigen lassen.

Im Mittelpunkt der Studie steht also eine präzise und erschöpfende Auswertung des gesamten Archivbestandes der Zisterze, wodurch jene Kräfte und Akteure herausgefiltert werden sollten, die "hinter" den Veränderungen der Gerichtsrechte und Gerichtsorganisation standen.

Die Kuenringer haben seit etwa 1100 das mittlere und westliche Waldviertel herrschaftlich durchdrungen und 1138 inmitten dieses von ihnen dominierten Raumes die Zisterze Zwettl gegründet. Trotz des baldigen Todes des eigentlichen Stifters blieb das Kloster zunächst unter dem Einfluß dieser Familie. Obwohl Zwettl versuchte, jede Gelegenheit auszunutzen, um Gerichtsrechte in seine Hände zu bekommen und sich vom weltlichen Einfluß zu befreien, waren die konservativ-adelsrechtlich eingestellten Kuenringern zunächst nicht bereit, der Zisterze Vogtei- und damit auch Gerichtsfreiheiten zukommen zu lassen. Die weitere Entwicklung der Gerichtsrechte war dann zu einem guten Teil von den "allgemeinen" Änderungen der Gerichtsverfassung und von Machtverschiebungen im weiteren und engeren Umfeld beeinflußt, deren Analyse einen Gegenstand des Buches darstellt. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit ist die Frage nach der Gerichtspraxis und nach den "Instanzen", die letztendlich den Ausgang eines gerichtlichen Verfahrens bewirkten. Viel Raum nimmt dabei Untersuchungen zur außerordentlichen Streitbeilegung und zur Entwicklung des Dorfgerichtswesens ein. Das letzte Kapitel ist der rechtlichen Stellung Zwettls in den Städten gewidmet. Im Laufe des 13. Jahrhunderts wurde die Zisterze mit immer mehr Immunitäten in den Städten ausgestattet, was schließlich Widerstand der Bürger hervorrief und zu handfesten Konflikten führen konnte. Im 14. Jahrhundert wurden diese Freiheiten vor allem durch Rudolf IV. wieder eingeschränkt. Abschließend wird, gleichsam als Epilog, noch auf die Frage eingegangen, ob das Stift Zwettl jemals Besitzrechte über die gleichnamige Stadt erlangen konnte.

MIÖG Ergbd. 39: Walter Pohl, Werkstätte der Erinnerung

Walter Pohl

Werkstätte der Erinnerung

Montecassino und die Gestaltung der langobardischen Vergangenheit

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 39)
2001, 271 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 39.80
978-3-486-64845-4 (D), 978-3-7029-0453-1 (A)

Anhand von drei mittelalterlichen süditalienischen Handschriften zeichnet der Autor ein Bild von dem benediktinischen Mutterkloster Montecassino um die erste Jahrtausendwende. Die drei Texte - ein Regelcodex, ein Gesetzbuch und ein historiographisches Kompendium - sind miteinander durch ein Netz von kürzeren Textpassagen verbunden, die sich mehrfach wiederfinden. Daraus ergibt sich ein loser Kanon von Texten, die in der Folgezeit immer wieder verwendet wurden. Sie erklärten und legitimierten den Ursprung der weltlichen und kirchlichen Institutionen des Raumes und wurden vom Kloster bewußt genutzt, um seine Vormachtstellung zu behaupten.
 

Inhalt

Vorwort
I. Einleitung
II. Ein langobardisches Geschichtsbuch: Der Vaticanus latinus 5001

    1. Einleitung
    2. Beschreibung der Handschrift
    3. Datierung und Aufbau
    4. Gebrauch und Bedeutung
    5. Geschichtsschreibung in schwieriger Zeit: Die Chronik Erchemperts und ihr Umfeld
    6. Historiographische Bruchstücke vom Ende des 9. Jahrhunderts
    7. Gedichte im Kontext
    8. Die Besitzungen des Poto
    9. Die Chronik von Salerno: Aufbau und Kontext
    10. Die Chronik von Salerno und die Cassineser Kompilation

III. Mönchsregel und scriptiuncula historica: Der Casinensis 175

    1. Einleitung
    2. Beschreibung der Handschrift
    3. Die sogenannte "Chronica Sancti Benedicti Casinensis"
    4. Die Papst- und Herrscherverzeichnisse
    5. Die Chronik der Fürsten von Capua
    6. Zwischenergebnisse

IV. Lex et Origo: Der Cavensis 4

    1. Einleitung
    2. Beschreibung der Handschrift
    3. Origo gentis: Gesetz und Geschichte
    4. Die Origo im Rechtsbuch des Lupus: Der Codex von Modena
    5. Überlegungen zum Gebrauch der illuminierten Leges-Handschriften
    6. Historiographische und andere Texte: Ein Dossier aus Montecassino
    7. Anlage und zeitgeschichtlicher Kontext der Leges-Handschrift von Cava

V. Text, Gedächtnis und die Behauptung der Identität

    1. Montecassino im Exil: Schreiben zur Selbstbehauptung
    2. Die Selbstdarstellung Montecassinos vom späten 9. bis zum frühen 11. Jahrhundert

Anhang:

    1. Schlüsseltexte zum Selbstverständnis Montecassinos

        Konversion und Tod Karlmanns
        Die Konversion des Ratchis und der Tasia; Gründung von Plumbariola
        Stiftungen Gisulfs II. und Scaunipergas
        Arichis II. und die Gründung von S. Sophia in Benevent
        Calculus principum Beneventanorum
        Benevent von Aio bis Atenulf I. (890-900)

    2. Weitere wichtige Texte

        Angeblicher Briefwechsel Karls des Großen mit dem Kaiser in Konstantinopel
        Das Besitzverzeichnis des Poto
        Glossar zu den Langobardengesetzen

    3. Handschriftenbeschreibung: Madrid, Bibliotheca Nacional
    4. Graphiken und Übersichten

Übersicht über die Handschriften
Geneaologie der beiden Dauferius-Familien
Karte und Abbildungen
Abkürzungsverzeichnis, Quellen und Literatur
Handschriftenregister und Register

MIÖG Ergbd. 38: Martin Scheutz, Alltag und Kriminalität

Martin Scheutz

Alltag und Kriminalität

Disziplinierungsversuche im steirisch-österreichischen Grenzgebiet im 18. Jahrhundert

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 38)
2001, 599 S.
24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 69.80
978-3-486-64844-7 (D), 978-3-7029-0452-4 (A)

Die Studie beschäftigt sich mit dem Auftreten und der Bekämpfung von Kriminalität im 18. Jahrhundert. Sozial- und kriminalitätsgeschichtliche und damit auch alltagsgeschichtliche Aspekte treten in den Vordergrund. Beruhend auf der Aktenlage zweier Gerichtsbestände einer geistlichen Grundherrschaft im österreichischen Voralpenraum wird das Modell der Sozialdisziplinierung in der Praxis hinterfragt und die Ausübung von Herrschaft einer näheren Analyse unterzogen. Ausgehend von Gerichts- und Ratsprotokollen werden vor allem die Tätigkeitsbereiche der Beamten und Funktionsträger der mit Gerichtsfunktionen versehenen Obrigkeiten herausgearbeitet.

Dabei erweisen sich Hof- und Marktrichter, Marktschreiber, Rat, Gerichtsdiener, Nachtwächter, Scharfrichter, Schulmeister und Viehhirte als Teil der häufig konkurrierenden Herrschaftspraxis verschiedener Gerichte. Am Beispiel von Rekrutierungen, Eisendiebstählen und Magieprozessen wird die strafende Rolle der Gerichte verdeutlicht. Diese Beispiele belegen neben der Behandlung des Bettlerproblems auch die große und quellenmäßig kaum faßbare Rolle der außergerichtlichen Konfliktlösungen im Alltag des 18. Jahrhunderts.

MIÖG Ergbd. 37: Karl Ubl, Engelbert von Admont

Karl Ubl

Eingelbert von Admont

Ein Gelehrter im Spannungsfeld von Aristotelismus und christlicher Überlieferung

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 53)
2000, 260 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 39.80
978-3-486-64843-0 (D), 978-3-7029-0449-4 (A)

Im 13. Jahrhundert wurde das mittelalterliche Europa erstmals mit einem in sich geschlossenen heidnischen Weltbild konfrontiert: der aristotelischen Philosophie. Engelbert von Admont nimmt im Rezeptionsprozeß eine einzigartige Stellung ein, weil er sowohl dem Aristotelismus als auch der christlichen Überlieferung gerecht werden wollte. Ubl untersucht Engelberts Denken durch eine Analyse seiner philosophischen Ethik, Theologie und politischen Theorie im Vergleich zur Lehrentwicklung an den Universitäten von Paris und Padua.

MIÖG Ergbd. 36: Anton Scharer, Herrschaft und Repräsentation

Anton Scharer

Herrschaft und Repräsentation

Studien zur Hofkultur König Alfreds des Großen

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 36)
2000, 151 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 34.80
978-3-486-64842-6 (D), 978-3-7029-0445-6 (A)

Wie stellt sich Herrschaft dar, wie wird sie legitimiert? Diese Frage steht im Mittelpunkt von Anton Scharers Werk über den westsächsischen König Alfred (871-899). Diskutiert werden vor allem das Salbungs- und Krönungszeremoniell, das herrscherliche Titelwesen, zeitgenössische, vom Hof propagierte Leitbegriffe wie Eid und Treue und die Geschichtsschreibung.

MIÖG Ergbd. 35: Ch. Egger-H. Weigl, Text-Schrift-Codex

Christoph Egger-Herwig Weigl (Hg.)

Text - Schrift - Codex

Quellenkundliche Arbeiten aus dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 53)
2000, 391 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 64.80
978-3-486-64839-3 (D), 978-3-7029-0446-3 (A)

Inhalt:

  • Maximilian Diesenberger, Wahrnehmung und Aneignung der Natur in der Gesta abbatum Fontanellensium
  • Helmuth Reimitz, Ein karolingisches Geschichtsbuch aus Saint-Amand. Der Codex Vindobonensis palat. 473
  • Alexander Hecht, Überlegungen zu einem hochmittelalterlichten Traditionsbuch. Der Liber delegacionum aus Reichersberg am Inn
  • Paul Herold, Ein Urkundenfund aus dem verschollenen Archiv des aufgehobenen Benediktinerklosters (Klein-)Mariazell. Texte zur Beziehung der Pfarre Kaumberg und der Herren von Arberg zum Kloster Mariazell in Österreich
  • Andrea Sommerlechner, Innozenz III. und die oberitalienischen Kommunen
  • Brigitte Pohl-Resl, Ein Passauer Historikerstreit im 13. Jahrhundert. Ein Versuch, die Geschichte stillzulegen.
  • Karl Ubl und Lars Vinx, Kirche, Arbeit und Eigentum bei Johannes von Paris, O.P. (1306)
  • Karel Hruza, Audite et cum speciali diligentia attendite verba literae huius. Hussitische Manifeste: Objekt - Methode - Definition.

Abstracts

Maximilian Diesenberger

Wahrnehmung und Aneignung der Natur in den Gesta abbatum Fontanellensium / Perception and appropriation of Nature in the Gesta abbatum Fontanellensium

The presentation of the landscape around Fontanelle in the Gesta abbatum Fontanellensium is based on a wide range of quotes and allusions from various texts. Thus the author describes the use of the land, the political conditions, the social space of the monastery, the ideal of the desert landscape, a biblical topography, but he also addresses sense perceptions and every day experiences. The sources for this representation were charters, bible commentaries, texts from the desert fathers, the tractates of Bede, the lives of saints from his own monastery, church histories, etc. These sources were not randomly thrown together, but consciously selected. These selection processes can be reconstructed in the sources from Fontanelle which figure prominently in the Gesta. On one hand, as many levels of experience as possible were to be addressed; on the other, one tried to escape the conventional associations that came with them. The representation of the landscape around Fontanelle serves as a means of reading forth the monastery's history from a description of its lands; by raising the landscape into several levels of experience, one lifted it out of the conventional. For this one needed an image which had never been used before: that of the tides. This motif was not associated with the idea of a founder-saint, but was useful precisely because of the diversity of interpretations: this ranged from the real experience of the sea's flow into the Seine to the allusion to a river of paradise in the Frankish kingdom.


Helmut Reimitz

Ein karolingisches Geschichtsbuch aus Saint-Amand. Der Codex Vindobonensis palat. 473 / A carolingian history-book from Saint-Amand: Codex Vindobonensis palat. 473

The Codex Vindobonensis pal. 473, written at Saint Amand around 870, contains a number of texts on Frankish history: in addition to the Liber Pontificalis, it includes excerpts from the Liber Historiae Francorum, the continuator of Fredegar, the Annales Regni Francorum, a part of Einhard's Vita Karoli, a genealogy of the Carolingians and a catalogue of Frankish kings from Priamus to Louis the Pious. Many of these texts appear in a very specific form, but they have generally been neglected by modern editors or treated, in isolation from one another, merely as variants of the works in question. But the key to understanding the peculiarity of the forms of the different texts collected in the codex lies in seeing them not as variants or derivatives, but as carefully-selected works offering an integrated, and highly specific, vision of Frankish history up to the time of Louis the Pious. Although incipits, explicits, and page breaks mark the various texts as distinct (and to some degree independent) sections of the codex, we must work from the assumption that the entire volume was conceived as a whole, and that the idiosyncracies reflected in the indidvidual texts spring from this conception. A peculiarity of this vision is its attempt to reconcile the legitimation of West-Frankish lordship in the reign of Charles the Bald with a Neustro-Burgundian tradition, which can be seen especially clearly in Cvp 473's appropriation of Merovingian history. More precisely, links to other texts produced in the circle of Charles the Bald in order to legitimize his rule in Lotharingia, especially with Hincmar of Reims' historical argumentation on the occasion of Charles' coronation in Metz, 869, establish a convincing context for the conception of history in Cvp 473.


Alexander Hecht

Überlegungen zu einem mittelalterlichen Traditonsbuch. Der Liber delegacionum aus Reichersberg am Inn / Considerations on a Traditionsbuch of the High Middle Ages: The Liber delegacionum from Reichersberg am Inn

The Liber delegacionum of the Reichersberg monastery, situated on the shore of the river Inn, is one of the several examples of Traditionsbücher composed in medieval Bavaria. Donations made to the monasteries were entered into the Traditionsbücher along with the names of the donors in question - in the case of Reichersberg these entries date from the 12th and 13th centuries. Important charters were sometimes copied into these codices, and in the Liber delegacionum the monks even recorded a detailed report of a quarrel between the monastery and the descendants of its founder concerning properties at Münsteuer. This controversy lasted for many years and threatened the existence of the young community.

Studying the examples of the Liber delegacionum and three other codices traditionum (of Gars am Inn, Rohr and Neustift near Brixen) I suggest that although research on this group of sources has focused almost exclusively on the administrative function of the Traditionsbücher, they should be understood as evidence of a memorial and historiographical project on the part of their authors.


Christoph Sonnlechner

Landschaft und Tradition. Aspekte einer Umweltgeschichte des Mittelalters / Landscape and Tradition. Aspects of an environmental history of the Middle Ages

"Landscapes" are an appropriate focus for studying the interactions between human society and its environment. They may be read as texts or be decoded as a visual representation to discover fundamental aspects of social and economic relations. Analyzing how landscapes are formed and transformed can help to explain these interactions and how they change over time.

The landscape dealt with in this paper is situated in the Waldviertel, a stretch of Lower Austria between the Danube and Bohemia. Attention is focussed on a region well documented by the sources from the Benedictine monastery of Göttweig, which make it possible to give an outline of the genesis of the landscape in the 11th and 12th and its transformation in the 13th and 14th centuries. Necessary basic information is given on the seigneurial system within whose frame environmental developments are to be investigated. The sources and their making are discussed in the context of the seigneurial administration, the scriptorium, space, landscape and time. A closer look is then taken on the interactions between man and the natural environment.

Written sources can fulfil several functions at the same time or sequential functions in subsequent contexts. In analyzing the sources attention has to be paid to their actual function in every instance of communication. Only then it is possible to evaluate their contents. This paper tries to cross the borders of traditional historical interpretation: a model of description derived from the science of ecology is applied to the sources of the 13th and 14th centuries, shedding new light on the landscape elements they describe. To achieve this a common language between biologists and historians has to be found, just as has to be done when applying political concepts of management to the common or individual exploitation of resources in the Middle Ages and the Early Modern period.

Thus it becomes possible to make various observations on the late medieval use of landscape ressources and its infrastructure on a securely localized basis, which consequently makes it possible to evaluate ecological structural elements of landscape. On the other hand one may derive information on the changing of cultural landscapes from observing the desertion of villages and the subsequent reorganization of specialized rents.


Paul Herold

Ein Urkundenfund aus dem verschollenen Archiv des aufgehobenen Benediktinerklosters (Klein-)Mariazell. Texte zur Beziehung der Pfarre Kaumberg und der Herren von Arberg zum Kloster Mariazell in Österreich / Recently found charters from the lost archive of the dissolved Benedictine monastery of (Klein-)Mariazell. Sources for the relations of the parish of Kaumberg (Lower Austria) and the lords of Arberg to the monastery Mariazell in Austria

The archival holdings of the Benedictine monastery of (Klein-)Mariazell (in present-day Lower Austria), which was dissolved in 1782, have been considered as lost since 1826 at least. By an inventory of the archive from the 18th century, probably compiled by the monastery's last archivist, Christoph Sporer, we know that there must have been rich holdings of medieval charters. The order of the inventory shows that they were deposited in different drawers according to parishes and lay estates. Until now almost none of the charters' complete texts were known, and the 18th century calendar in the inventory has been regarded with mistrust by researchers.

A discovery in 1997 has altered this picture dramatically: Codex 752 (rot) of the monastery library of Göttweig (Lower Austria) contains 40 complete 17th century copies of charters from Mariazell's archive. It has proved a very fortunate coincidence that these holdings of the äAmt Kaumberg“ include some of the monastery's earliest charters. Apart from charters concerning the parish of Kaumberg there are others connected with the neighbouring noble family of Arberg (Araburg) regarding whose history little information hitherto has been available.

Five of the newly found texts date from the 13th century. The majority of the copies, however, are texts from the Later Middle Ages, namely 28 from the 14th and seven from the 15th century. This paper contains a complete edition of all the texts, thus providing researchers with a collection of sources hitherto thought to be lost. An index lists all personal and topographic names.


Andrea Sommerlechner

Papst Innocenz III. und die oberitalienischen Kommunen / Pope Innocent III and the North Italian communes

The relationship between Pope Innocent III and the North Italian communes was characterized by conflicts caused by different attitudes towards the claimants in the German election dispute, by the polity of the city leagues, the pope’s claim to pacify Italy, and the communes' measures against the juridical and fiscal immunity of the clergy. Three kinds of sources document the situation: the chronicles of popes and emperors, the annals and chronicles of the Italian cities, and the papal registers. --- Neither papal nor communal chronicles describe a confrontation between pope and communes. Chronicles depict either the pope, who never meets with opposition, or the commune, busy with interior and exterior problems but rarely interacting with the pope. The letters of Innocent III, on the other hand, show an impressive display of rhetoric and a variety of sanctions and reflect the pope's search for a point of attack and his efforts to get a grip on the problem.


Brigitte Pohl-Resl

Ein Passauer Historikerstreit im 13. Jahrhundert: Ein Versuch, die Geschichte stillzulegen / A historians' controversy in 13th century Passau

Under the authority of Bishop Otto of Passau (1254-1265) a series of manuscripts was compiled containing various administrative texts as well as copies of charters from the early middle ages onwards. Frequently, these copies are the only or at least the earliest form in which these texts are transmitted. So far, the single documents have been used in historical research without any reference to their position in the manuscripts, and the manuscripts have been treated as entities which were created as such. The role of the compiler has never been been questioned. This article shows that the manuscripts actually consist of a set of independent files of quires, each of which has been created for different reasons. This holds true not only for obviously distinct parts like lists of income or properties on the one hand and copies of charters on the other; even the charters themselves have been copied into separate files for different reasons. Bishop Otto’s prime objective in doing this was to spin a deliberate and dense literary web to consolidate Passau's constructed past and tradition. The assembly and arrangement of charter material was only one facet of this process, but one which distinguishes Otto's efforts from those of all his predecessors. His use of episcopal lists shows how after he had sorted out the charter material Otto also went back and reworked historiographical fragments created by archdeacon Albert Behaim among others.


Karl Ubl and Lars Vinx

Kirche, Arbeit und Eigentum bei Johannes Quidort von Paris, O.P. (gest. 1306) / Church, labour and property in John of Paris, O.P. (d. 1306)

The contemporary fame of the political theory of the Dominican friar John of Paris derives mainly from the assumption that he had anticipated John Locke's labour theory of property and on this basis develloped a liberalistic concept of state, an interpretation which is evaluated critically in this paper. To accomplish this a hitherto unpublished text by John of Paris showing the canon law background of his property theory is discussed in chapter 1 and edited in the appendix. Starting from this, chapter 2 attempts to reconstruct the rhetorical context of the property theory in his De regia potestate. It can be shown that John's arguments regarding property rights are rather an expression of typically medieval constitutionalism than a modern theory of individual natural rights.


Karel Hruza

Audite et cum speciali diligencia attendite verba litere huius. Hussitische Manifeste: Objekt - Methode - Definition / Audite et cum speciali diligencia attendite verba litere huius. Hussite Manifestos: Object - Methods - Definition

Hussite Manifestos are literary documents of propaganda activities during the Hussite Revolution in Bohemia. They appeared in early forms in 1415, appeared increasingly with the beginning of the revolution in the summer of 1419 (with two peaks in 1420/21 and 1430/31) and were used only sporadically after 1434. They were designed to propagate subjective political and religious thoughts and ideas and to influence both the opinions and the actions of their intended public. Hitherto about 30 Hussite manifestos are known. They were written at various literary levels in Latin, German and Czech. Most of the authors remain anonymous, while the senders and the audiences are often evident or can be identified. Hussite Manifestos made their way to England, France, Spain, Poland and the Empire, but were also meant to be read by Hussite and non-Hussite inhabitants of Bohemia. Though we are missing an extensive study of Hussite Manifestos as well as a definition of "manifesto", the author proposes a series of methods for analysing manifestos, taking into account aspects of communication, literacy, the historical context of text production, linguistics and historical Hilfswissenschaften. As a result the definiton of a (medieval) manifesto is introduced at the end of the study, while the edition of a manifesto from 1417 is included to illustrate the issues in question.

MIÖG Ergbd. 34: Thomas Winkelbauer, Fürst und Fürstendiener

Thomas Winkelbauer

Fürst und Fürstendiener

Gundaker von Liechtenstein, ein österreichischer Aristokrat des konfessionellen Zeitalters

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 34)
1999, 656 S.
24 x 17 cm, Gb.
Preis: € 74.80
978-3-486-64837-9 (D), 978-3-7029-0440-1 (A)

In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts - der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der katholischen Reform und der gewaltsamen Gegenreformation in Mitteleuropa - formierte sich die Habsburgermonarchie allmählich als europäische Großmacht. Die reichsten und politisch mächtigsten Repräsentanten des dem Kaiserhof eng verbundenen Hochadels waren Konvertiten (Karl von Liechtenstein, Johann Ulrich von Eggenberg, Albrecht von Wallenstein, Wilhelm Slavata, Michael Adolf von Althan und viele andere). Einer dieser sozialen Aufsteiger, die (abgesehen von Eggenberg) fast ausnahmslos alten Hochadelsgeschlechtern der österreichischen und böhmischen Länder angehörten, war auch der 1623 in den Fürstenstand erhobene, in Niederösterreich und Mähren reich begüterte Gundaker von Liechtenstein (1580-1658), der jüngste Bruder des berühmteren Fürsten Karl.

Im Zentrum des Buches von Thomas Winkelbauer steht der Versuch, die Überzeugungen, Maximen und Handlungsweisen dieses in vieler Hinsicht typischen Repräsentanten der neuen, länderübergreifenden "österreichischen Aristokratie" zu rekonstruieren. Im längsten Kapitel werden alle erreichbaren Fremd- und Selbstzeugnisse besprochen, die über äußere Umstände und subjektive Motive der Adelskonversionen in den böhmischen und österreichischen Ländern Auskunft geben. Es geht letztlich um die Suche nach einer Antwort auf die Frage, unter welchen konkreten Umständen sich die einzelnen Herren dazu entschlossen, ein (um das berühmte Wort Heinrich Heines zu variieren) "Entreebillet" in die habsburgische Machtelite zu lösen.

Eines der insgesamt 17 Kapitel bietet einen Vergleich der beiden Ehen Gundakers von Liechtenstein - der "glücklichen" mit Agnes von Ostfriesland und der "gescheiterten" mit Elisabeth Lukretia von Teschen. Dabei zeigen sich sehr deutlich die unterschiedlichen strukturellen Möglichkeiten weiblicher Selbstbehauptung gegenüber männlicher Dominanz in der Frühen Neuzeit. Agnes von Ostfriesland übersiedelte unmittelbar nach der Heirat (1604) aus dem nordwestlichsten Zipfel des Heiligen Römischen Reiches nach Wilfersdorf in Niederösterreich und brach die Beziehungen zu ihren Verwandten und zu ihrer ostfriesischen Heimat ab, ja sie eröffnete im Interesse der Kinder, die sie mit Gundaker von Liechtenstein hatte, sogar einen Prozeß gegen ihren Vater. Sie ordnete sich ihrem Gemahl offenbar in jeder Hinsicht unter. Elisabeth Lukretia von Teschen dürfte sich in den ersten sieben Ehejahren (1618-1625) dem Willen ihres von Anfang an ungeliebten Mannes ebenfalls nicht widersetzt haben. Sie war aber, ebenfalls vom ersten Tag ihrer Ehe an, eine "Erbfürstin". Nach dem überraschenden frühen Tod ihres Bruders packte sie 1625 die Gelegenheit beim Schopf und emanzipierte sich durch den Antritt der Regierung im schlesischen Herzogtum Teschen von ihrem Gemahl, den sie von der (Mit-)Regierung mit (fast) allen Mitteln fernhielt, was diesen aufs äußerste empörte, ja geradezu bis zur Weißglut erzürnte. Sie entzog sich erfolgreich dem grundsätzlichen Gebot des Gehorsams und der Anpassung an die patriarchalische Hausgewalt des Ehemannes.

Aus dem Inhaltsverzeichnis:

   1. KRISE DER ARISTOKRATIE? Zum Strukturwandel des Adels in Böhmen, Mähren und Österreich im 16. und 17. Jahrhundert
   2. IN DIE WIEGE GELEGT? Die Vorfahren, Eltern und Brüder Gundakers von Liechtenstein
   3. KONFESSION UND KONVERSION. Der Übertritt Gundakers von Liechtenstein zur katholischen Kirche im Kontext der Adelskonversionen in den böhmischen und österreichischen Ländern
   4. DIENSTE UND GNADEN. Ämterlaufbahn im Fürsten- und Staatsdienst und für geleistete Dienste empfangene Belohnungen
   5. RATSCHLÄGE FÜR KAISER UND ERZHERZÖGE. Die Gutachten und Denkschriften Gundakers von Liechtenstein
   6. FREUNDSCHAFT, PATRONAGE UND SOLLIZITIERUNG. Methoden der Durchsetzung eigener Interessen am Kaiserhof und bescheidene Formen aktiver Patronage
   7. RANGKONFLIKTE. Verpflichtung gegenüber dem eigenen Haus und den Nachkommen oder persönliche Ehrsucht?
   8. SESSION UND VOTUM. Die Bemühungen des Hauses Liechtenstein um Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat bis zum Tod des Fürsten Gundaker
   9. DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN IN SÜDMÄHREN. Ein kurzlebiges erbländisches Titularfürstentum
  10. HOFSTAAT, HOFHALTUNG UND ZEREMONIELL. Versuche, einen fürstlichen Lebensstil zu pflegen
  11. RESIDENZEN. Residenzschlösser und Residenzstädte Gundakers von Liechtenstein
  12. VOM STADTHAUS ZUM ADELSPALAIS. Absteigquartiere und Statussymbole
  13. BILDENDE KÜNSTE UND REPRÄSENTATION. Künstler und Handwerker im Dienste eines Mannes, der nicht so konnte wie er wollte
  14. DILETTI UND DIVERTIMENTI. Zerstreuungen und Vergnügungen eines fürstlichen Aktenbohrers und Selbstregierers
  15. EDUCATIO. Die Ansichten Gundakers von Liechtenstein über Adels- und Prinzenerziehung
  16. PIETAS. Frömmigkeit und religiöses Weltbild eines katholischen Neufürsten
  17. SZENEN ZWEIER EHEN. Die Heiraten Gundakers von Liechtenstein und die daraus abgeleiteten Ansprüche

MIÖG Ergbd. 33: Brigitte Pohl-Resl, Rechnen mit der Ewigkeit

Brigitte Pohl-Resl

Rechnen mit der Ewigkeit

Das Wiener Bürgerspital im Mittelalter

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 53)
1996, 219 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 39.80
978-3-486-56264-4 (D), 978-3-7029-0420-3 (A)

Brigitte Pohl-Resl zeichnet auf der Basis eines umfassenden und fast vollständig erhaltenen Quellenbestandes das Bild einer Institution, die so erfolgreich wie keine andere die bürgerlichen Bedürfnisse im Umgang mit Tod und Ewigkeit im späten Mittelalter erfüllte.

Von ihrem Spital erwarteten die Bürger die Absicherung gegen Verarmung im Alter und die Pflege der Memoria nach dem Tod. Zu diesem Zweck richteten sie Stiftungen ein oder hinterließen dem Spital Vermögen. Aufgabe des Spitals war es nicht nur, diese Mittel sinnvoll für das körperliche Wohl und seelische Heil des Spenders einzusetzen, es ging auch darum, Stiftungsvermögen in regelmäßige Einkünfte umzuwandeln. Ein Spital war also auch ein Betrieb, der eine wirtschaftliche Strategie verfolgte, der z.B. einen Wein- und Bierkeller und eine Badstube unterhielt, öffentliche Feiern und Feste ausrichtete und Gottesdienste veranstaltete. Darüber hinaus übte das Spital eine ganze Reihe rechtlicher und wirtschaftlicher Funktionen aus. Alle diese Aktivitäten dienten nicht zuletzt dazu, die Bürger davon zu überzeugen, daß ihre Spenden und Stiftungen bestens aufgehoben waren. Was tatsächlich für das ewige Gedenken des Stifters getan wurde, verdeutlichen die Quellen. Die Feststellung, daß die vielbeschworenen Ewigkeiten keinesfalls ewig währten, mag nicht überraschen; verblüffend ist es, wie bald ewiges Gedenken in Vergessenheit geraten konnte

MIÖG Ergbd. 32: Peter Štih, Studien zur Geschichte der Grafen von Görz

Peter Štih

Studien zur Geschichte der Grafen von Görz

Die Ministerialen und Milites der Grafen von Görz in Istrien und Krain

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 32)
1996, 266 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 49.80
978-3-486-64834-8 (D), 978-3-7029-0405-0 (A)

Am Anfang des 12. Jahrhunderts begann sich am mittleren Isonzo ein Hochadelsgeschlecht nach Görz zu benennen, das im 12. und besonders im 13. Jahrhundert zu den mächtigsten Geschlechtern des Hochadels im Alpen-Adria-Raum emporstieg. Das politische Ziel der Grafen von Görz war es, den Rang von Landesfürsten zu erlangen und auf der Grundlage des eigenen Dominiums ein Land zu gründen. Doch wegen der zersplitterten Besitzungen, aber auch aufgrund geographischer Hindernisse, entstanden im Rahmen der Herrschaft der Grafen von Görz vier Länder.

Eine besonders bewegende Kraft der Görzer landesfürstlichen Politik stellten ihre Ministerialen und Milites dar. Die Studie weist am konkreten Beispiel auf Stellung, Rolle und Bedeutung dieser gesellschaftlichen Schicht beim Ausbau der Herrschaft hin. Zugleich ist das Buch ein Beitrag zur Geschichte der Grafen von Görz, insbesondere im Bereich Ihrer Herrschaft in Istrien und Krain.

MIÖG Ergbd. 31: Herwig Wolfram, Salzburg, Bayern, Österreich

Herwig Wolfram

Salzburg, Bayern, Österreich

Die Conversio Bagoariorum et Carantanorum und die Quellen ihrer Zeit

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 31)
1995, 464 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 69.80
978-3-486-64833-1 (D), 978-3-7029-0404-3 (A)

Die Themen: Stammesbildungen im frühmittelalterlichen Donau- und Ostalpenraum - geographische Begriffe und Vorstellungen - politische Ordnungen und Institutionen - die Conversio Bagoariorum et Carantanorum mit ihren Quellen im weitesten Wortsinn - die bayerisch-salzburgischen Güterverzeichnisse um 800 - fränkisch-bayerische Geschichte bis zum Ende des 10. Jahrhunderts.

MIÖG Ergbd. 30: Meta Niederkorn-Bruck, Die Melker Reform im Spiegel der Visitationen

Meta Niederkorn-Bruck

Die Melker Reform im Spiegel der Visitationen

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 30)
1994, 262 S.
24 x 17 cm, Br.
Preis: € 39.80
978-3-486-64830-0 (D), 978-3-7029-0375-6 (A)

MIÖG Ergbd. 29: Herwig Wolfram-Anton Scharer, Intitulatio III

Herwig Wolfram-Anton Scharer (Hg.)

Intitulatio III. Lateinische Herrschertitel und Herrschertitulaturen vom 7. bis zum 13. Jahrhundert

(Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Ergänzungsband 29)
1988, 256 S.
Böhlau
ISBN 3-205-05108-4