Mag. Dr. Paul Herold, MAS

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Lebenslauf

Geboren 3. November 1969 in Wien, Bundesrealgymnasium in Wien, Matura 1988.

Juli 1988 bis Februar 1989 Präsenzdienst bei österreichischen Bundesheer.

1989 bis 1995 Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Wien.

1992 bis 1995 Teilnahme am Ausbildungskurs des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (Staatsprüfung mit "gutem Erfolg").

1995 Sponsion zum Mag. phil., 1.9.1995 bis 31.12.1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kommission für die Neubearbeitung der Regesta Imperii an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften;

1.12.1997 bis 31.12.1999 Mitarbeit an der Edition der Urkunden Kaiser Heinrichs VI. im Rahmen der Wiener Diplomata-Ausgabe der Monumenta Germaniae Historica.

1.1.1998 bis 31.8. 2001 wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Seit 1.9.2000 Mitarbeiter an den Regesten König Albrechts I. im Rahmen der Regesta Imperii.

Seit 1998 Bearbeitung der Urkunden des Stiftes Melk in Regestenform und Vorarbeiten für ein Urkundenbuch des Stiftes Melk, seit 1.1.2002 auch Vorarbeiten für ein Urkundenbuch des Stiftes Klosterneuburg (gem. mit Mag. Susanne Fritsch) und Bearbeitung eines Urkundenbuches des Stiftes Zwettl.

Seit 2. Februar 2004 Bibliothekar des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung.

2001 Kulturpreis des Landes Niederösterreich

Forschungsschwerpunkte

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Gebiet der Diplomatik des Hoch- und Spätmittelalters, wobei besonders die Privaturkunde und ihre Entwicklung vom 11. bis zum 15. Jahrhundert im Zentrum des Interesses steht. Ausgehend von lokalen "Urkundenlandschaften" (Urkunden der Stifte Melk, Zwettl, Klosterneuburg) gilt es, ein Bild der "europäischen Privaturkunde" durch die Jahrhunderte zu entwerfen. Neben der Privaturkunde wird auch der spätmittelalterlichen Herrscherurkunde (Albrecht I., Friedrich III.) und ihrer Erschließung in Regestenwerken besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Beschäftigung mit "Schriftlichkeit im Mittelalter" unter Einbeziehung moderner literaturwissenschaftlicher Ansätze. Neben dem Vorgang des Schreibens selbst gilt das Interesse jenen Prozessen, die bei der Verschriftlichung von Ereignissen wirksam werden. Dabei geht es neben dem "Nutzen des Schreibens" auch darum, mittelalterliche Texte auf ihre Genese und Wirkungsweise hin zu untersuchen. Hier spielen auch die Forschungsfelder "Mündlichkeit - Schriftlichkeit" und "Memoria" eine große Rolle.

Besonderes Interesse gilt auch der alt- und mittelhochdeutschen Literatur, sowie den Themenkreisen "Gralsdichtung", "Briefliteratur", Predigten und Philosophie des Mittalters. Zuletzt sei noch das besondere Interesse an Nikolaus von Kues und Dante Alighieri genannt.

Publikationen

Hochschulschriften

Studien zur adeligen Privaturkunde im heutigen Niederösterreich im 12. und 13. Jahrhundert (masch. phil. Diss. Univ. Wien 2003).

Genealogische Studien zur Familie der Chadolde in (Nieder-) Österreich (masch. Gewi. Diplomarbeit, Wien 1995).

Materialien zur Familie der Chadolde und der Entwicklung ihrer Stellung in (Nieder-)Österreich. (masch. Staatsprüfungsarbeit am Institut für Österr. Geschichtsforschung, Wien 1995).

Monographie

Die Herren von Seefeld-Feldsberg. Geschichte eines (nieder-)österreichischen Adelsgeschlechtes im Mittelalter (Studien und Forschungen aus dem Niederösterreichischen Institut für Landeskunde 27. Hrsg. von Anton Eggendorfer und Willibald Rosner, St. Pölten 2000).

Herausgeber

(gemeinsam mit Karel Hruza) Wege zur Urkunde - Wege der Urkunde - Wege der Forschung. Beiträge zur europäischen Diplomatik des Mittelalters (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. BÖHMER, Regesta Imperii 24, Wien-Köln-Weimar 2005).

(gemeinsam mit Walter Pohl) Vom Nutzen des Schreibens. Soziales Gedächtnis, Herrschaft und Besitz (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 5) Wien 2002.


Editionen und Regestenwerke

Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493) nach Archiven und Bibliotheken geordnet. Bd. 18: Die Urkunden und Briefe des Österreichischen Staatsarchivs in Wien, Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: Allgemeine Urkundenreihe, Familienurkunden und Abschriftensammlungen (1458-1463) Wien/Weimar/Köln 2004, 313 S. (gemeinsam mit Sonja Dünnebeil).

(gemeinsam mit Kornelia Holzner-Tobisch) Regesten Kaiser Friedrichs III. (1440-1493) nach Archiven und Bibliotheken geordnet. Bd. 13: Die Urkunden und Briefe des Österr. Staatsarchivs in Wien, Abt. Haus-, Hof- und Staatsarchiv: Allgemeine Urkundenreihe, Familienurkunden und Abschriftensammlungen (1447-1457) (Wien 2001).

Ein Urkundenfund aud dem verschollenen Archiv des aufgehobenen Benediktinerklosters (Klein-) Mariazell. Texte zur Beziehung der Pfarre Kaumberg und der Herren von Arberg zum Kloster Mariazell in Österreich, in: Text-Schrift-Codex. Quellenkundliche Arbeiten aus dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung. Hrsg. von Christoph Egger und Herwig Weigl (Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung Erg.-Bd. 35, Wien-München 2000) 224-268.


Aufsätze

Urkunden als Schnittpunkte von Zeiten und Räumen. Zur Verschriftlichung von Zeitpunkten und Verortung von Ereignissen. Aspekte der Datierung in mittelalterlichen Urkunden, in: Ideologisierte Zeit. Kalender und Zeitvorstellungen im Abendland von der Antike bis zur Neuzeit, hg. von Wolfgang HAMETER-Meta NIEDERKORN-BRUCK-Martin SCHEUTZ (Querschnitte 17, Innsbruck-Wien-München-Bozen 2005) 94-115.

Wege der Forschung: Über den Begriff uns das Wesen der mittelalterlichen Privaturkunde unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Forschung, in: Wege zur Urkunde - Wege der Urkunde - Wege der Forschung. Beiträge zur europäischen Diplomatik des Mittelalters, hg. von Karel HRUZA-Paul HEROLD (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters. Beihefte zu J. BÖHMER, Regesta Imperii 24, Wien-Köln-Weimar 2005) 225-256.

Intertextualität im Kontext von Urkunden, in: MIÖG 112 (2004) 141-162.

Schrift als Möglichkeit – Möglichkeiten von Schrift. Genese, Wirkungsweise und Verwendung von Schrift am Beispiel österreichischer Privaturkunden des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Text als Realie. Hrsg. von Karl Brunner und Gerhard Jaritz (ÖAW Phil.-Hist. Klasse Sitzungsberichte 704) Wien 2003, 135-152.

Die Urkunde als Möglichkeit. Gedanken zur Genese und Wirkungsweise von Rechtstexten am Beispiel österreichischer Privaturkunden des 12. und 13. Jahrhunderts, in: Bericht über den 23. Historikertag in Salzburg (Veröffentlichungen des Verbandes Österreichischer Historiker und Geschichtsvereine 32) Salzburg 2003, 78-83.

Teufelsbriefe als Instrument mittelalterlicher "höllischer" Propaganda. Ein Beitrag zu den erfundenen Briefen des Mittelalters, in: Propaganda, Kommunikation und Öffentlichkeit (11. - 16. Jahrhundert) (Forschungen zur Geschichte des Mittealters 6. Hrsg. Von Karel Hruza, Wien 2002) 169-187.

Das Ringen um den Text. Die Lehensurkunden von 1446/47 für Herzog Philipp von Burgund als Beispiel für Genese, Wirkungsweise und Scheitern von Urkundentexten,. in: Vom Nutzen des Schreibens. Soziales Gedächtnis, Herrschaft und Besitz (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 5. Hrsg. Von Walter Pohl und Paul Herold, Wien 2002) 321-354.

Ein um Form bemühtes Mißtrauen. Herstellung, Gebrauch und Verbreitung von Chirographen unter besonderer Berücksichtigung von Klosterneuburg, in: Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg NF 17 (1999) 153-172.

Stift Ardagger im Mittelalter und die Unmöglichkeit einer Besitzgeschichte. Von "Gedächtnisorten", Zufällen der Überlieferung und dem Wandel des erhaltenen Schriftgutes, in: Kollegiatstift Ardagger. Beiträge zu Geschichte und Kunstgeschichte. Hrsg. von Thomas Aigner (Geschichtliche Beilagen zum St. Pöltner Diözesanblatt 20, St. Pölten 1999) 78-103.