OR Mag. Dr. Brigitte Merta

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Lebenslauf

Geboren 1960 in Wien.
1978 Matura (Neusprachliches Gymnasium) in Wien, dann Studium der Geschichte und Alten Geschichte und Altertumskunde an der Universität Wien.
1985 Sponsion in Geschichte (Diplomarbeit: Darstellung von Frauen des merowingischen Hauses in frühmittelalterlichen Quellen).
1986-1989 Absolvierung des 58. Ausbildungslehrganges des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung.
2001 Promotion in Geschichte (Dissertation: Originale Königsurkunden für den österreichischen Raum von den Karolingern bis Heinrich II.).
Ab 1981 Bedienstete am Institut für Österreichische Geschichtsforschung, seit 1991 im wissenschaftlichen Dienst.
Wissenschaftliches Lektorat und organisatorische Betreuung der zwischen 1994 und 2006 erschienenen Reihe der zehnbändigen Österreichischen Geschichte, herausgegeben von Herwig Wolfram (mittlerweile um 5 Ergänzungsbände vermehrt).
2006-2008 Mitarbeit an der Edition der Urkunden Philipps von Schwaben (1198-1208) für die Monumenta Germaniae Historica (MGH) in Zusammenarbeit mit der Diplomata-Arbeitsgruppe am Institut für Mittelalterforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Forschungsschwerpunkte

Untersuchungen zum Themenbereich „Laien und Königsurkunden des früheren Mittelalters“, vornehmlich für die Königs- und Kaiserurkunden der (ostfränkischen) Karolinger, Ottonen und Salier bis einschließlich Heinrich IV. Dies kann wichtige Beiträge zum Problemkreis der Schriftlichkeit von Laien sowie weiteren kultur-, sozial- und rechtsgeschichtlichen Fragestellungen liefern.

“Das Werden Österreichs im Spiegel originaler Herrscherurkunden”: In diesem Projekt des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (Text) und des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Fotoherstellung) entsteht eine kommentierte Faksimile-Edition der Herrscherurkunden für den österreichischen Raum von Ludwig dem Frommen (814-840) bis einschließlich Heinrich V. (1106-1125). Bei der Erstellung der Kommentare werden einerseits traditionelle diplomatische Gesichtspunkte berücksichtigt, andererseits werden die Diplome nicht als freistehende Quellenzeugnisse betrachtet, sondern in den historischen Rahmen ihrer Entstehungszeit eingebettet analysiert. Aus der Zusammenschau all dieser Einzelaspekte lassen sich zusätzliche Erkenntnisse sowohl zu den Diplomen selbst wie auch für den größeren historischen Zusammenhang gewinnen.

Anwendung und Weiterentwicklung der klassischen Methoden der Hilfswissenschaften bei der Untersuchung von urkundlichen Quellen des Früh- und Hochmittelalters in Kombination mit neuen Fragestellungen. Stichworte: Diplomatik, Schriftlichkeit, Kommunikation, Rechtsgeschichte, Kulturgeschichte.

Publikationen

Die Urkunden Philipps von Schwaben, bearbeitet von Andrea Rzihacek und Renate Spreitzer. Unter Mitwirkung von Brigitte Merta und Christine Ottner-Diesenberger und unter Verwendung von Vorarbeiten von Paul Zinsmaier (†) und Rainer Maria Herkenrath (MGH DD regum et imperatorum Germaniae 12, Wiesbaden 2014) 774 S.

Helga Penz, Die Kalendernotizen des Hieronymus Übelbacher, Propst von Dürnstein 1710-1740. Edition und Kommentare. Unter Mitarbeit von Edeltraud Kando und Ines Weissberg. Mit einem Beitrag von Harald Tersch. Herausgegeben von Brigitte Merta und Andrea Sommerlechner (QIÖG 11, Wien 2013).

Beobachtungen aus der Werkstatt: Gestaltung der Königsurkunden Philipps von Schwaben und ihre Empfänger. In: Philipp von Schwaben. Beiträge der internationalen Tagung anlässlich seine 800. Todestages, Wien, 29. bis 30. Mai 2008 (hg. von Andrea Rzihacek–Renate Spreitzer. Denkschriften der phil.-hist. Kl. der ÖAW 399 = Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 19, Wien 2010) 163–176.

Laien als Empfänger von Königsurkunden des früheren Mittelalters – Aspekte und Überlegungen, in: MIÖG 117 (2009) 245–271.

Vom Nutzen des Edierens. Akten des Internationalen Kongresses zum 150-jährigen Bestehen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung, Wien, 3.–5. Juni 2004, hg. von Brigitte Merta–Andrea Sommerlechner–Herwig Weigl (MIÖG Ergbd. 47, Wien–München 2005).

Salzburg und die Karolinger im Spiegel der Königsurkunden. In: Erzbischof Arn von Salzburg (hg. von Meta Niederkorn-Bruck/Anton Scharer. Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 40, Wien/München 2004) 56-67.

König, Herzog und Urkunden im spätkarolingisch-ottonischen Bayern. Die Interventio als Spiegel der Machtverhältnisse, in: MIÖG 112 (2004) 92-118

Why royal charters? A look at their use in Carolingian Bavaria, in: Vom Nutzen des Schreibens. Soziales Gedächtnis, Herrschaft und Besitz im Mittelalter, hg. von Walter Pohl–Paul Herold (Denkschriften d. phil.-hist. Kl. der ÖAW 306 = Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 5, Wien 2002) 183-191.

Recht und Propaganda in Narrationes karolingischer Herrscherurkunden, in: Historiographie im frühen Mittelalter, hg. von Anton Scharer–Georg Scheibelreiter (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 32, Wien–München 1994) 141-157.

Herausgeberin gemeinsam mit Karl Brunner: Ethnogenese und Überlieferung. Angewandte Methoden der Frühmittelalterforschung. Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 31 (Wien–München 1994).

Durchsetzung von Besitzansprüchen: Zu Triers Streit um Mettlach und St. Goar, in: Ethnogenese und Überlieferung. Angewandte Methoden der Frühmittelalterforschung, hg. von Karl Brunner–Brigitte Merta (Veröffentlichungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung 31, Wien–München 1994) 172-179.

Politische Theorie in den Königsurkunden Pippins I., in: MIÖG 100 (1992) 117-131.

Die Titel Heinrichs II. und der Salier, in: Intitulatio III. Lateinische Herrschertitel und Herrschertitulaturen vom 7. bis zum 13. Jahrhundert, hg. von Herwig Wolfram–Anton Scharer (MIÖG Ergbd. 29, Wien 1988) 163-200.

Helenae conparanda regina - secunda Isebel. Darstellung von Frauen des merowingischen Hauses in frühmittelalterlichen Quellen, in: MIÖG 96 (1988) 1-32.